Anfang des Jahres hatte ich schlagartig heftigen Schwindel mit Gleichgewichtsstörungen. 3 Wochen am Stück fühlte ich mich jeden Tag wie betrunken. Meine Hausärztin reagierte sofort und schickte mich ins MRT.
Diagnose: AKN, 1,44cm im Durchmesser. Da ich Anfang 40 bin wurde „Abwarten“ ausgeschlossen und ich sollte mich zwischen Bestrahlung und OP entscheiden. Das fiel mir überhaupt nicht leicht - letztlich habe ich mich aber für OP entschieden, weil ich den Tumor aus meinem Kopf haben möchte.
Ich stellte mich in Hamburg bei 3 Kliniken vor. Alle Ärzte sagten mir: die OP eines AKNs können nur erfahrene Chirurgen - am besten diese, die speziell mit dem AKN viele Erfahrungen haben. Alle 3 Ärzte bestätigten mir, dass sie diese Erfahrungen hätten, ohne konkret Zahlen zu nennen. Zeitgleich vereinbarte ich einen Erstgesprächstermin für Anfang Juni bei Prof. Tatagiba in Tübingen, auf den ich inzwischen schon 6 Wochen warte.
Da mein Schwindel Ende April wiederkam und dazu ein lauter Tinitus anfing, ging mir das alles zu schleppend mit den Arztterminen (vorallem Tübingen) und ich bat im Hamburger Universitätsklinikum (UKE) um einen OP Termin. Hier hatte ich das beste Gefühl und vertraute dem Arzt. Von ihm erhielt ich allerdings die Empfehlung doch besser zu Prof. Kehler, Klinik Altona zu gehen, weil dieser noch erfahrener wäre. Ich muss zugeben, dass mich das etwas verunsicherte - war ich doch grade so glücklich eine Entscheidung gefällt und den Mut aufgebracht zu haben, einen Termin anzufragen…
Mit etwas Bedenkzeit vereinbarte ich also in der Klinik Altona einen OP Termin für Anfang Juni.
Nun kam vergangenen Freitag der Klinik Atlas heraus und dort steht geschrieben, dass die Klinik Altona jährlich 5 AKNs behandelt. Also rief ich ich Prof. Kehler an und fragte, wie das sein kann, dass dort nur so wenige Fälle im Vergleich zu Tübingen operiert werden.
Er sagte, dass 5 Fälle nicht richtig sei, es schon etwas mehr seien, aber dass Tübingen schon sehr erfahrener sei, mit der OP von AKNs. Er meinte sein Kerngebiet sei die OP von Trigeminus, was von der OP Art einem AKN gleich kommt. Es wäre also der Aufwand nicht wert nach Tübingen zu gehen und ich könnte guten Gewissen zu ihm.
Letztlich liegt der OP Termin in Hamburg NACH dem Erstgesprächtermin in Tübingen, sodass ich die OP in Hamburg noch absagen könnte.
Mich würde aber interessieren, wie ihr das einschätzt?
Ist es wirklich so, dass die OP eines Trigeminus mit einer AKN OP vergleichbar ist.
Wie lange wartet man denn ca auf einen OP Termin in Tübingen, wenn schon das Erstgespräch so lange gedauert hat?
Und ist es bzgl Nachsorge etc besser im Heimatort operiert zu werden oder ist es machbar, 800km von zu Hause entwert so eine OP durchzuführen?
Ich freue mich auf eure Einschätzung zu meinem Entscheidungschaos
Liebe Grüße
Silke
