Die OP hatte ich am 23.11.2009 in Zürich bei Prof.Dr.Alex Huber und sie ging 8 h. Nach der OP kam ich einen Tag auf die Intensiv und dann für einen Tag auf eine Überwachungsstation. Mein Wille war sehr stark und mir ging es überraschenderweise sehr schnell gut, das heisst ich konnte nach 5 Tagen die Klinik verlassen.
Der nächste Termin hatte ich 2 Monate später zur Nachkontrolle. Von Reha oder Schwindel-Therapie keine Rede.
Die ersten paar Tage ging es mir gut, bis starke Kopfschmerzen auftauchten. Mein Hausarzt gab mir Migräne-Tabletten. Da die Schmerzen immer schlimmer wurden, ging ich notfallmäsig in die Klinik. Diagnose: zu viel Luft und eine Thrombose hinter dem Schädel. Ich musste zum Glück nicht operiert werden, da die Blutverdünnung wirkte. Ich war wieder 10 Tage in der Klinik.
Kurz vor Weihnachten durfte ich dann nach Hause. Von diesem Zeitpunkt her ging es bergab mit meiner Gesundheit! Meine Kopfschmerzen, die wie anfallsmässig kamen, wurden immer schlimmer und stärker. Egal was ichmachte - husten, niessen, lachen, weinen, stuhlgang, duschen, schnelle Bewegungen etc. - alles löste den nicht aushaltbaren Schmerz aus. Es gab Zeiten, da konnte ich kaum noch gehen, ohne dass ich plötzlich Schmerzen bekam!!
Ich ging ca. alle zwei Wochen notfallmässig in die Klinik. Eine Lösung oder Antwort gab es nie, ich wurde von einem Arzt zum anderen geschickt und jeder gab mir andere zusätzliche Medikamente. Im Februar 2010 war der Höhepunkt mit Medikamenten: Dafalgan 1g, Novalgin, ein Opiat, 2 verschiedene Antidepressiva, ein Nervenmittel und der Blutverdünner!! Ich nahm innert Kürze 15 Kilo zu! Da ich alle 2 h am Tag und in der Nacht Schmerzen hatte, nahm ich zu viel Schmerztabletten--> z.b. statt 4 Novalgin pro Tag nahm ich bis zu 12 am Tag exkl. allen anderen Tabletten. Ich konnte nichts mehr essen und erbrach nur noch.
Wieder ging ich in die Klinik und zum ersten Mal seit der OP sah mich mein Operateur. Er traute seinen Augen nicht, weil es mir mehr als schlecht ging! Er gab mir Medikamente, die man auch Epileptiker gibt und die anderen Medikamente bis aufs Novalgin konnte ich endlich absetzen. Das ist jetzt etwa 3 Monate her.
Arbeiten kann ich immer noch nicht, seit 7 Monaten. Die Schmerzen sind zwar nicht mehr so häufig, aber immer noch. Das ist körperlich
Seit 7 Monaten lebe ich nicht mehr, ich vegetiere vor mich hin. Ich liege nur noch im Bett und traue mich kaum aus dem Haus, und wenn ich gehe, dann nur wenn ich im Voraus Schmerztabletten genommen habe, auch wenn ich nur einkaufen gehe. Zum Glück habe ich einen super verständnisvollen Partner der zu mir hält und auch den ganzen Haushalt macht! Seit 7 Monaten kann ich nicht mehr weinen oder lachen ohne dass ich starke Schmerzen bekomme, ich darf nicht niessen und nicht husten! Seit der OP habe ich keine Lebensqualität mehr. Jeden Schritt, den ich oder mein Freund planen, muss durchdacht sein, und es muss immer einen Notfallplan geben. Es kommt häufig fast täglich vor, das ich am Morgen schmerzfrei aufstehe, aber nach einer Stunde schon wieder im Bett liege mit Schmerzen und dann meistens denn ganzen Tag. Wenn ich es dann mal schaffe einkaufen zu gehen, gehe ich bildlich den ganzen Laden durch, damit ich weiss wohin gehen muß, falls ich Schmerzen bekomme. Das ist jetzt so seit der OP, seit 7 Monaten und langsam kann ich körperlich wie auch seelisch nicht mehr. Ich überlege mir, ob ich vielleicht doch in eine Rehaklinik gehen soll. Mir ist es egal, was ich machen muss, Hauptsache mir geht es wieder besser!!
Michelle
