Hallo liebe Forumsmitglieder!
Nun melde ich mich nach einiger Zeit des Mitlesens auch mal zu Wort.
Bei meinem Mann wurde am 30.07. ein 10x7x6 mm großes Akustikusneurinom diagnostiziert, welches sich komplett im knöchernen Gehörgang befindet.
Nach dem ersten Schock begann ich, mich im Internet zu informieren und bin schnell auf diese Seite gestoßen, die mich bisher am meisten weiter gebracht hat.
Mein Mann leidet seit ein paar Monaten an einem extremen Tinitus, bei dem er nicht nur einen Pfeifton hört (diese Art "normalen" Tinnitus hat er bereits seit 20 Jahren), sondern noch 4 weitere Töne, die in der Frequenz sinusartig variieren, ein Plätschern und einen Piepton, der wie ein Wecker permanent piept - alles in voller Lautstärke.
Zu diesem heftigen Tinnitus kommen Schwindelgefühle, sodass er im Moment nicht in der Lage ist, länger als 2 Stunden zu arbeiten.
Auf der Such nach geeigneten Kliniken hat mir das Forum sehr geholfen und gestern hatten wir unseren ersten Termin zur Beratung in der Medizinischen Hochschule Hannover MHH und sind seitdem völlig frustriert.....mein Mann ist regelrecht verzweifelt.
Wir hatten einen Termin beim Oberarzt, welcher kurz die Symptomatik erfragte, einen ebenso kurzen Blick auf das MRT warf und uns dann sehr allgemein und knapp die drei Möglichkeiten der Behandlung darstellte: ....er bevorzugt die OP, Zugang wurde auch geklärt. Das war zwar alles recht allgemein und knapp, aber sicher ok...
....nur, als er damit fertig war, stellte er ausschließlich die möglichen negativen Auswirkungen der Operation dar und ließ die Chancen einer OP komplett aus
Mein Mann erklärte die Gründe, die ihn im Moment fast arbeitsunfähig machen: der Tinnitus in dieser heftigen Ausprägung - Antwort vom Prof. : "Hmm...das kann nach der OP auch genauso schlimm sein, oder gar noch schlimmer."
Dann der Schwindel - Antwort vom Prof.: "Hmm...das kann nach der OP auch genauso schlimm oder schlimmer sein"
Für einen Termin für die Operation müssten wir mit einer Wartezeit von bis zu einem Jahr rechnen....da es ja auch noch nicht so eilig sei
Klar, wir wussten, dass nach der OP nicht alles wieder läuft wie vor dem Ausbruch der Symptomatik, aber so, wie der Prof. das dargestellt hat, bräuchte man die OP auch gar nicht durchführen, da nachher sowieso alles so ist, wie vorher oder gar schlimmer
Wie ich schon geschrieben habe: mein Mann ist völlig verzweifelt und mutlos nach dem Gespräch....und der nächste Beratungstermin (diesmal in Münster) ist erst am 23.09.
Ich schätze, das wird noch eine lange und quälende Zeit werden...
Das musste ich mir jetzt einfach mal von der Seele schreiben....vielleicht mag ja jemand etwas dazu schreiben
Liebe Grüße
Othala
