Mein Name ist Regina, ich bin 25 Jahre alt und meine Hobbies sind: Karate, tauchen, zeichnen, Tiere, meine Freunde, meine Familie usw
Was zeichnet mich sonst noch aus? Seit ca. 4 Jahren bin ich Vegetarierin,
ich habe Erzieherin gelernt und arbeite sehr gerne in diesem Beruf. Ich arbeite im Schichtdienst in einem Internat für körperbehinderte und verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche.
Es gibt bestimmt noch vieles in meinem Leben, das ganz toll ist...
Jetzt komme ich aber mal zu dem "nicht so schönen" Teil.
Im Mai 2010 war ich gerade im 4. Ausbildungsjahr zu Erzieherin. Ich stand kurz vor meinen Prüfungen.
An einem Freitag im Mai, dem 14., wachte ich morgens mit einem seltsamen Gefühl auf.
Mein Arm war eingeschlafen, aber da mir das oft passierte, dachte ich mir nichts. Ich stand auch auf und ging duschen. Dort bemerkte ich, dass die eingeschlafende Hand nicht das einzige war. Meine komplette rechte Seite inkl. Gesicht war wie gelähmt. Beim Aussteigen aus der Dusche wäre ich fast hingefallen. Ich wollte meine Zähne putzen, schaffte es aber nicht, es lief alles aus meinem Mund heraus.
Erschrocken ging ich in mein Zimmer zurück und weckte meinen damaligen Freund auf. Als ich anfing zu reden kamen nur wirre Worte heraus. Er sagte, ich solle meine Mutter holen. Ich ging zu meiner Mutter, sie sah mich sehr besorgniserregend an und weckte meine Schwester. Beide zusammen entschieden, ich müsse ins Krankenhaus. Ich wollte nicht, ich wollte einfach nicht, "ich schreibe doch heute meine letzte Schulaufgabe in Recht", dachte ich die ganze Zeit. Meine Mutter telefonierte. Die wollten mich sprechen, ich konnte nicht wirklich reden, nur total undeutlich. Dann kam ein Krankenwagen.
Sie nahmen mich mit, erzählten etwas von "Stroke Unit" und "Schlaganfall".
Bis dahin läuft es in meinem Kopf wie ein Film ab.
Also kam ich ins Krankenhaus, es wurden einige Untersuchungen gemacht, dann kam ich ins MRT.
Mir war eiskalt, ich hatte Angst und meine Mutter durfte erst nicht zu mir. Mir wurde nicht gesagt, was los ist.
Nur, dass ich auf die Station "Stroke Unit" muss. Dort wartete meine Mama mit einem Arzt, sie sagten mir, dass ich einen Schlaganfall hatte.
Ich war total verwirrt, ich? Ich bin doch erst 20? Ich rauche nicht, trinke fast nie? Ich mache regelmäßig Sport? DAS KANN NICHT SEIN!
Ich musste stationär bleiben.
Am nächsten Tag verschlechterte sich mein Zustand. Die Krankenschwester brachte mir Frühstück, ich konnte aber nicht essen. Ich wusste nicht, wie Kauen geht. Mein Mund machte nicht, was ich wollte, meine Hand auch nicht. Mir war schwindelig. Beim Versuch zu essen, musste ich husten.
Ich bekam irgendwelche Medikamente, durfte nicht mehr aufstehen und am Sonntag bekam ich dann eine Magensonde über die Nase, weil ich nicht mal Apfelmus schlucken konnte.
Außerdem kam dann noch ein Katheter dazu, weil ich es nicht schaffte, zu pinkeln. Ich bekam ständig Abführmittel, damit ich auf die "Schüssel" gehen kann. Ich hasste das, weil ich aufstehen wollte, selbst auf die Toilette wollte.
Manche Ärzte, Krankenpfleger, Krankenschwestern waren total nett und brachten mich sogar zum Lachen. Aber eben nicht alle.
Die Diagnose "Schlaganfall" wurde nach ein paar Tagen in Frage gestellt.
Ich hörte alles, aber ich hörte eigentlich weg.
"Schlaganfall", "Tumor", "ADEM",...
Ich hörte irgendwann nicht mehr zu.
Mit der fraglichen Diagnose "Schlaganfall" wurde ich dann nach ca. 2 Wochen zur Reha geschickt.
Hier ging es mir nach und nach besser, ich lernte wieder normal zu sprechen, mich zu konzentrieren, zu essen usw usw.
Die Reha ging 3 Wochen, sie wollten noch verlängern... Ich wollte nicht, da ich meine Prüfungen zur Erzieherin eh schon verpasst hatte. Ich hatte aber einen Termin zum Nachschreiben bekommen, da meine Lehrer sich sehr dafür eingesetzt haben.
Die Monate darauf musste ich immer wieder ins Krankenhaus zur Abklärung der Diagnose.
Es kam mir alles so ewig vor.
Es war alles so anstrengend und nervig.
Ich hatte das Gefühl, das PUMPERN im MRT auswendig zu können.
Wie viele MRTs das waren? Ich habe keine Ahnung
Wie oft haben sie eine Lumbalpunktion gemacht? Ich glaube, 4 mal. Oder mehr? Keine Ahnung
Wie oft haben sie alles Mögliche untersucht?
Wenn ich heute daran zurückdenke, habe ich das Gefühl, dass alles habe zwar ICH erlebt, aber meine Gefühle waren ausgeschaltet.
Im Nachhinein habe ich erfahren, dass mit die Ärzte ohne Zustimmung Antidepressiva verschrieben haben. Nach dem plötzlichen Absetzen hatte ich dann oft Weinkrämpe und viele Ängste.
Nach monatelanger Gabe von ASS und keiner wesentlichen Verbesserung bzw. keinem Entfernen meiner "Läsion" im Kopf, stand im August 2010 fest: KEIN Schlaganfall.
Statt dessen:
Verdacht auf MS
Differentialdiagnose: ADEM
Ich kam mir vor, als stünde ich wieder ganz am Anfang.
Ich wechselte dann den Arzt, da das KH mich ständig stationär aufnehmen wollte und ich so mit der Ausbildung nicht weitergekommen wäre.
Bei meinem jetzigen Neurologen bin ich seit Anfang 2011 und bin auch sehr zufrieden. Er hat die halbjährlichen Kontrollen dann auf jährliche Kontrollen erweitert, das finde ich sehr gut.
Er wies mich darauf hin, dass mein Verlauf, falls es MS ist, ein "guter" Verlauf sein könnte.
Ein paar Jahre habe ich versucht, das ganze weeeeeeeeeeeeeit weg von mir zu schieben.
2014 holte mich aber alles wieder ein. Es kamen wieder seltsames Kribbeln am Körper etc...
2012 bis 2014 ging ich zu keiner MRT Kontrolle, ich wollte das wohl eher verdrängen.
Was ist seit dem geschehen?
Ich bin Erzieherin und arbeite seeehr gerne in dem Beruf!
Ich merke allerdings immer wieder verschiedenste Probleme und bin mir nicht sicher, mit was sie zusammenhängen.
Zum einen habe ich seit meiner Kindheit Migräne. Vieles schiebe ich deshalb auf die Mirgräne.
Etwas Angst bleibt trotzdem.
Im Mai 2014 konnte ich mich dann endlich zu einer MRT-Kontrolle aufraffen.
Erstmal aufatmen:
keine neuen Herde, Läsion inaktiv
Dann ein großer Schreck:
Akustikusneurinom links
Nun... da mein Akustikusneurinom noch sehr klein ist (ca. 3mm) habe ich es immer wieder vor mir hergeschoben.
Im Mai 2015 kam bei den HNOKontrollen allerdings ein verstärkter SChwindel auf, den ich selbst auch beschreiben könnte. Dann kam noch mehrmals Hörverlust links dazu. Wahrscheinlich ein Hörsturz, meinte der HNOArzt und empfohl mir eine Kortisontherapie über 12 Tage.
Diese habe ich auch gemacht.
Nun meinte er noch, ich sollte einige Wochen danach abwarten und sehen, ob der Schwindel und die Hörprobleme besser werden. Falls nicht, soll ich mich bei einer Tumorsprechstunde anmelden.
Der Schwindel ist weiterhin täglich und plötzlich da. Das Hören links funktioniert seit der Kortisontherapie fast anstandslos bis auf einen Tinnitus bei Stress etc.
Am meisten beschäftigt mich die Angst gerade.
Ich bin mir sicher: Sollte ich das AKN behandeln müssen, würde ich mich für eine OP entscheiden.
Aber ich habe schreckliche Angst vor den Nachwirkungen. Ich habe Angst, dass danach alles schlimmer ist. Und ich habe Angst, dass mich das "Nichtskönnen" von 2010 wieder einholt. Es macht mir wirklich höllische Angst!!!
So...
Tut mir leid dass ich so viel geschrieben habe und danke fürs Lesen
Liebe Grüße und ALLES GUTE FÜR EUCH
