Ich bin neu hier und will mich euch deshalb erst vorstellen. Ich bin 43, Mutter von zwei Töchtern (16/20), Pflegerin-Betreuerin. Wir leben am Bodensee in der Schweiz.
Im Oktober 2013 bin ich an einem Morgen aufgewacht und habe am rechten Ohr nur noch sehr schlecht gehört. Ich ging von einem Ohrpfropf aus und habe den Hausarzt aufgesucht, der mein Ohr gespühlt hat. Die Situation hat sich aber nicht verändert und so hat er mich zu einem HNO-Facharzt überwiesen. Dieser ging sofort von einem Hörsturz aus. Der Test ergab einen Hörverlust von ca. 40%. Da ich Cortison nicht vertrage, habe ich die Situation so ausgestanden. Als ich nach ca. 2 Wochen jedoch ein taubes Gefühl in der rechten Gesichtshälfte verspürte bin ich sofort wieder dahin gegangen. Umgehend hat er mich zum MRT angemeldet. Das Resultat war AN im Innenohr, ca. 12mm Durchmesser. Mein Arzt hat mich umgehend ins Unispital Zürich bei Prof. Dr. Probst angemeldet, wo ich seither in Behandlung bin. Auch er hat dieses Resultat bestätigt. Mir war damals immer wieder mal schwindlig, das Hörvermögen hat sich wieder erhöht. Sein Rat war zuwarten und mich melden sollte etwas sein.
Das Taubheitsgefühl hat dann wieder zugenommen und auch der Schwindel und die Gangunsicherheit, oft habe ich mich auch so "fahrig" gefühlt. So hat mich Dr. Probst im März 2014 zu einer Kontrolle aufgeboten. Das Hörvermögen war mit einer Einschränkung von ca. 10% wieder recht gut, das MRT hat jedoch ergeben, dass der Tumor in dieser kurzen Zeit 3mm gewachsen ist. Weiter wurde zuwarten geraten. Und ich kann die Begründung, mich nicht "Behindern" zu wollen, bevor es ausdrücklich nötig ist verstehen. Meine Lebensqualität soll mir so noch ein wenig erhalten bleiben, so haben mein Partner und ich das verstanden.
Nun, vor drei Tagen habe ich erneut einen Hörsturz gehabt. Der Test beim HNO-Arzt ergab wieder einen Hörverlust von 30%. Dazu kommt ein sehr grosses Taubheitsgefühl in der rechten Gesichtshälfte, heute morgen bin ich gestürzt, weil Schwindel und Gangunsicherheit so gross sind. Ich habe ein starkes Druckgefühl im Kopf und sehe nicht gut. (ich habe mich umgehend zur Kontrolle angemeldet!).
Meine Frage an mich selber ist nun, "ist das wirklich Lebensqualität"?!... ich tendiere sehr stark auf eine OP, denn meiner Meinung nach fällt mir die Vorstellung mit den Konsequenzen dieser (Verlust des Gleichgewichts auf der rechten Seite und ein eventueller Hörverlust) zu leben und mich zu arangieren, leichter, als dieses dauernde hin und her. Es belastet mich, meine Arbeit, mein Umfeld. Meine Meinung ist, lieber ein "Ende" mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Sehe ich das falsch? Wie geht ihr damit um? Wie macht ihr das mit der Arbeit? Ich bin Pflegerin, 8 Std. auf den Beinen, grosse Verantwortung. Ich kann das zur Zeit physisch gar nicht bewältigen.
Ich habe aber auch ganz lächerliche und banale Fragen; Ich trage sehr lange Haare, muss ich die alle lassen für eine OP. Ja, ich weiss....ein kleines Uebel um Vergleich....ich will es trotzdem wissen. Wie lange hat es gedauert bis ihr wieder fit wart.... usw.
Danke für die Antworten und von Herzen einen guten Tag! Ich bin ein positiver Mensch....alles wird gut!!!
Samea
