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von snowdog » 19.11.2015, 23:36
Liebe Emmats,
da sich zu deiner Frage niemand aus dem Forum gemeldet hat,
bleibt nur die Vermutung, dass dies noch keiner in dieser Form
so praktiziert hat – mir persönlich ist auch kein Fall bekannt.
Vielleicht ist es auch nur etwas missverständlich – ich denke,
mit „sich angesprochen fühlen“ sind nicht nur potenzielle
Antwortgeber gemeint -
weshalb ich eine Gegenfrage vorausschicken möchte:
Worauf begründest Du dein Vertrauen für den gewählten
Operateur ?
Wenn ich das richtig verstanden habe, steht dein OP-Termin
für nächste Woche fest. Dies bedeutet, nicht nur die Wahl
des AN-Chrirurgen, auch die Entscheidung für ihn ist nach einem
ausführlichen (?) Beratungsgespräch getroffen worden.
Üblicherweise werden die Risiken des Eingriffs dargestellt
und besprochen, basierend auf dem konkreten Einzelfall.
Welche das sein können, ist hier nachzulesen – viele Faktoren
wirken hierbei zusammen, der Operateur erklärt dabei i.d.R.,
mit welchem Zugang der Tumor entfernt werden soll und mit
welchen OP-Folgen zu rechnen sei.
Im Idealfall bedeutet dies, vollständige Resektion bei
weitestgehendem Funktionserhalt der betroffenen Nerven.
Garantien und Sicherheiten gibt es leider nicht -
erst während der OP offenbart sich die konkrete Situation.
In vielen Fällen einer AN-OP ist eine temporäre Facialisparese
eine mögliche Folge – temporär deshalb, weil die Symptome nach
einer Regenerierungsphase zurückgehen bzw. vollständig verschwinden.
Ein gestresster Nerv ist kaum zu vermeiden, eine Verletzung des
Nervs aber – so dies nicht bereits der Tumor verursacht
hat – wird ein erfahrener Chirurg mit aller Sorgfalt zu verhindern
versuchen.
„Bei Gefährdung unterlassen“, in Form einer schriftlichen
Unterlassungserklärung vor dem Eingriff zuzusichern, ist zumindest
eine vertrauliche Angelegenheit, die offen besprochen werden muss.
Wenn das für Dich einen entscheidenden Stellenwert hat, solltest Du
genau das so pointieren.
Du kommst nicht umhin, für Dich abzuwägen, ob eine „wärmste Empfehlung“
eines Neurologen mehr wiegt als das gesetzte Vertrauen in den gewählten
Operateur. Mit „gut zusprechen“ ist es leider nicht getan.
Falls inzwischen nicht schon geschehen, bitte um die Klärung der
drängendsten Fragen. Du musst deinem Arzt weitestgehend vertrauen –
dies haben so viele vor Dir bei gleich und ähnlich lautenden Unsicherheiten
am Ende hinbekommen.
Alles Gute und viel Kraft für deine Enscheidung.
Beste Grüße
snowdog
snowdog (Moderator seit 4.12) Jg.62,m,verh.,2 Söhne,
AN re.5x8 mm,n-c. suboccipital AN-OP in Offenbach 4.08,
postoperativ Liquorfistel,keine Fazialisparese, einseitig taub,chron.Kopfschmerzen,jährl.Kontroll-MRT f.d.ersten 5 J.