Zuersteinmal möchte ich mich und meine Geschichte vorstellen. Ich bin 27 Jahre alt und wurde im August mit der Diagnose Akustikusneuronium überrumpelt.
Das ganze fing aber schon vor ca 3 1/2 Jahren an, als ich eine Hörsturz auf der linken Seite hatte. Dieser wurde mit Kortisoninfusionen behandelt und besserte sich auch gleich, weshalb der behandelnde Arzt kein MRI anordnete, dass ganze wurde auf Stress geschoben. Ich hatte gerade geheiratet und steckte damals noch in der Ausbildung zu Detailhandelsfachfrau --> Verkäuferin.
Lange Zeit hatte ich Ruhe, bis ich anfang diesen Jahres bemerkt habe, dass ich auf der linken Seite immer schlechter gehört habe. Dies habe ich zunächst auf den Hörsturz geschoben und gedacht es sei eine Folge dessen. Als dann mit der Zeit aber Müdigkeit und vor allem Schwindel und Gleichgewichtsstörungen dazu kammen, habe ich mich, anfang Juli, endlich dazu durchgerungen zu meinem Hausarzt zu gehen.
Dieser hat mich dann gleich an einen HNO verwiesen, wo ein Hörtest gemacht wurde. Da dieser aber gerade noch in den Ferien war, musste ich bis mitte August warten. Nach dem Hörtest hat der HNO gleich eine MRI-Untersuchung angeordnet, wobei man das AN auch sogleich sehen konnte. Der HNO hat mich dann gleich an einen Kollegen im Unispital in Basel verwiesen, welcher mir dann kurz erklärt hatte, was ein AN bedeutet und hatte mir auch gleich gesagt, dass man aufgrund meines Alters und der Grösse des AN operieren müsse. Zwei Wochenspäter hatte ich dan einen Termin mit dem Neurochirurgen, welcher mir auch gleich einen Op-Termin für die darauffolgende Woche gab.
Die Op ist gut verlaufen, und der Tumor konnte komplett entfernt werden. Nach der Operation hatte ich eine leichte Gesichtslähmung, welche nach ein paar Wochen aber kaum noch der Rede wert war. Die ersten paar Tage habe ich alles doppelt gesehen, was sich glücklicherweise schnell wieder gelegt hat. Nach 13 Tagen Spital konnte ich endlich wieder nach Hause, wo ich noch weitere 8 Wochen rumgesessen bin, bis ich am 27.11 wieder zu 50% angefangen habe zu arbeiten.
Da alles so schnell ging, begreife ich erst jetzt, was überhaupt mit mir passiert ist. Entsprechend bin ich mit meinen Nerven momental total am Ende. Da ich im Verkauf arbeite, habe ich jetzt natürlich das Problem, dass ich die Kunden, aber auch meine Arbeitekollegen nicht verstehe, entweder weil es zu laut ist, oder die Leute zu weit weg, oder auf der "falschen" Seite stehen.
Meine Arbeitskollegen und Vorgesetzten scheinen auch nicht begriffen zu haben, dass ich auf der linken Seite kein Piep mehr höre und das auch so bleiben wird. Denn viele "fragen" mich, ob sich mein Gehör denn nicht wieder erholen wird, obwohl ich es ihnen schon vor der Op erklärt habe, dass dies nicht der Fall sein wird.
Mein Problem ist jetzt vorallem, dass ich nicht weiss was ich machen soll. Ich werden bestimmt noch den Hörtest im Januar abwarten, wobei ich mir keine Hoffnungen mache, dass da noch irgendwas funktioniert. Ich habe einfach gemerkt, dass mir mein Beruf, der mir vor dem ganzen Schlamassel sehr viel Freude bereitet hat, einfach nur noch auf die Nerven geht, da ich mich schon bei 50% Arbeitspensum extrem anstrengen muss wenn ich Kontakt zu Kunden habe. Hat jemand damit Erfahrungen gemacht und kann mir villeicht weiterhelfen? Ich möchte meinen Beruf eigentlich ungerne aufgeben müssen und auf eine Umschulung hab ich eigentlich auch keine Lust...
Vielen Dank
Mimmi
