Hallo Cardenas,
auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum !
Ich möchte mich Tobis Empfehlungen anschließen -
auf den IGAN-Informatonsseiten findest Du wichtige Hinweise
und Hintergründe zur Tumorerkrankung Akustikusneurinom,
quasi die Wissensbasis, um die Ratschläge und Erfahrungsberichte
von Betroffenen einordnen zu können.
In der Tat -
die Größe des AN drängt zum Handeln, die Lage (rechter
Kleinhirnbrückenwinkel) hat bereits zu erheblichen Symptomen geführt -
damit ist als Therapie die operative Entfernung sehr wahrscheinlich die
naheliegendste.
Etwas überraschend für ein Akustikusneurinom, dass Du offenbar über
keinerlei Beeinträchtigung des Hörvermögens klagst -
der Hörnerv ist typischerweise der erste im Bunde, der "schlapp macht".
Meistens geht der Verdacht in Verbindung mit auftretenden
Schwindelsymptomen dann in die Richtung AN.
Leider ist es ganz und gar nicht ungewöhnlich, mit den beschriebenen
Symptomen sich einer Odyssee ausgesetzt zu sehen -
selbst bei detaillierten und präzisen Beschreibungen der Beschwerden
können die Diagnosen in alle Richtungen gehen.
Bei Dir war es der spontane Komplettverlust des Geruchs- und
Geschmacksinns - vielleicht vergleichbar mit einem Hörsturz
(kompletter oder abgestufter Hörverlust).
Nur dass hier unterschiedliche Stammnerven betroffen sein können
(
1. Hirnnerv N. olfaktorius = Geschmacksinn,
8. Hirnnerv N. vestibulocochlearis = Gehör und Gleichgewicht,
9. Hirnnerv N. glossopharyngeus = bitterer Geschmack im
hinteren Zungendrittel)
Das taube Gefühl in der Gesichtshälfte könnte ein Hinweis auf den
Facialis-Nerv
(
7. Hirnnerv, Motorik der mimischen Muskulatur) oder den
Trigeminus (
5. Hirnnerv, Sensibilität des Gesichts) sein -
für alle Hirnnerven gilt, dass man die Funktion mittels neurologischer
Untersuchungen prüfen kann.
Außer einem Tumor gibt es natürlich noch andere Ursachen
(Infektionen, Schädigungen durch Unfall), was es systematisch auszuschließen
gilt. Besonders sensibilisierte Ärzte deuten solche Signale, die auf Irritationen
von Nervenempfindungen schließen lassen, weitgehender.
Vorausgesetzt, die Schilderungen und Beobachtungen der Vorgeschichte
"passen" und geben die richtigen Hinweise. Dass ein Orthopäde bei Dir
offenbar die richtigen Schlüsse gezogen ("richtig zugehört"), Dich an einen
Neurologen verwiesen hat und dort ein MRT veranlasst wurde, ist zumindest
eine positive Wendung, die immerhin zu mehr Klarheit geführt hat.
Mit dem nächsten MRT unter Kontastmittelzugabe sollte sich die Diagnose
über Größe, Lage und Art des Tumors eindeutig bestätigen lassen.
Die Lage gibt darüber Aufschluss, welches Operationsverfahren Anwendung
finden kann. Auch hier findest Du alles wichtige auf den Themenseiten.
Die Empfehlung zur Einholung einer zweiten oder dritten Meinung weiterer
Spezialisten ist grundsätzlich zu empfehlen, zwingend notwendig ist dies
aber nicht. Wenn in deinem Fall z.B. das Hörvermögen tatsächlich uneingeschränkt
vorhanden ist, muss man eine HNO-Operation nicht favorisieren -
dies würde zu einem Hörverlust führen.
Dies zu beurteilen ist wiederum Sache der Ärzte und ihrer jeweiligen
Erfahrung und Spezialkenntnisse. Begleitend wichtig ist ein guter HNO
und ein Neurologe, denn Therapieverlauf und Nachsorge fallen in deren Bereich
(Vertrauensverhältnis als wichtiges Kriterium).
Tobis Tipps seien an dieser Stelle nochmal als obligatorisch hervorgehoben

:
Die Themenbereiche durchstöbern,
Forensuche benutzen,
Signaturen der Beitragenden checken -
hier findest Du ebenfalls sehr viele nützliche Hinweise.
Du bist bereits ein gutes Stück weiter und mit dem nächsten Kontrolltermin
mitten im aktiven Handeln - das sind positive Zeichen und mutmachende
Schritte.
Viel Kraft, Entschlossenheit und alles Gute für die Zukunft.
Herzliche Grüße
snowdog (Moderator)