Hallo Misch,
das Problem postoperativer Kopfschmerzen ist sehr wohl von vielen Betroffenen in vielen Berichten thematisiert, alleine die Suche mit Hilfe von Schlagwörtern gestaltet sich etwas schwieriger - (Du wirst das sicher gemerkt haben, wenn man als Suchbegriff "Kopfschmerz nach Operation" eingibt...

)
Hier lohnt sich das Querlesen über die verschiedenen Kategorien und Themen -
im Bereich "Lebensqualität" bist Du da schon richtig gelandet.
Veränderungen von Kopfschmerzen, insbesondere deren Verstärkung,
Zunahme der Frequenz, Intensität, Verlaufsform sind auch mehrere Monate
nach der Operation nicht ungewöhnlich.
Nicht immer sind es die direkt betroffenen Nerven, die direkt traktiert wurden -
der Heilungsprozess betrifft den gesamten Kopf.
Der Nerv selbst heilt über einen Zeitraum, die Reaktionen dabei fallen ganz
unterschiedlich aus. Obwohl rechtsseitig operiert, lagen meine Kopfschmerzen
lange Zeit auf der linken Schädelhälfte. Während der Schmerzattacken war dabei
das linke Auge beinahe geschlossen, hinter dem Auge ein ziehender Schmerz.
Spannungs- und ziehende Kopfschmerzen im Bereich des Hinterkopfs,
des Nackens und über die Schädeldecke - Ursache ?
Laut Neurologen und Schmerztherapeuten fehlgetriggerte Nerven, die "falsch" funken.
Abhilfe ? Lange Zeit ging nur Schonung und Aushalten, helfen konnte mir die Osteopathin.
Ich neige dazu, dem Ansatz deines Operateurs zu folgen. Verspannungen im
Hinterkopf und Nackenbereich sind als "Nährboden" für die beschriebenen
Schmerzsymptome zu beschreiben. Mittels manueller Therapie gelang es bei mir,
ein über den Zeitraum von 2 Jahren (!) dauerverspanntes und verhärtetes
Gewebe wieder "durchlässig" zu machen -
quasi von der Kokosnuss (Wortwahl der Therapeutin) zum stoffwechselfreundlich
elastischen Umfeld der Hauptversorgungsbahnen. Eingedenk der Tatsache,
dass durch diese neuralgische Zone so ziemlich der Hauptlebensverkehr
zwischen Gehirn und Restkörper verläuft, bildlich nachvollziehbar.
Mit Behebung dieses Verkehrsstaus ließen die immer sehr ähnlich ablaufenden
Schmerzverläufe nach bzw. man konnte nun unmittelbar darauf Einfluss nehmen.
Dabei gilt natürlich, dass ich meinen Kopfschmerz als Kollateralschaden
zur OP empfunden und aufgefasst habe. Ich hatte weder eine Fazialisparese
noch andere "typische" Nervenverletzungen durch die Operation erlitten,
durch die übereinstimmende Diagnose der Ärzte ("das müsste inzwischen alles
verheilt sein, Ihre Schmerzen haben nichts mit der Tumorentfernung zu zun...") -
psychologisch mein bewusster Rettungsanker auf der Suche nach Linderung.
Wenn Du magst, dann fasse dies als Beruhigung in Richtung "ziemlich normal
und für 6 Monate nach der OP nicht außergewöhnlich" auf -
Du bist noch mitten in der Heilphase und die Symptome können (leider) noch
eine Weile begleitend auftauchen.
Eine ehrliche Empfehlung möchte ich allerdings in Richtung Osteopathen
aussprechen - es kann nicht schaden, aber u.U. viel nutzen.
Der Oberbegriff "Verspannung" ist dort richtig angesiedelt.
Gute Besserung weiterhin -
herzliche Grüße
snowdog