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von sciurus » 02.02.2012, 20:48
Hallo,
hier meine Erfahrungen:
4 Monate nach der OP habe ich auch die ersten Fehleinschüsse bei der Zurückgewinnung der Gesichtsnerven (hatte Fazialis Stufe Braack 4 - Augenliedschluss nicht volständig e.t.c.) so genannte Synkinesie. Besuchte den Prof. der Uni klinik Mainz und der sagte, dass das meistens um den Monat 5-6 beginnt und man deswegen das spezielle Gesichtsraining weiterführen soll: damit meinte er das Bemalen des 2 Gesichtshälften mit je einem Punkt (Filzstift) im Bereich der ersten Horizontalen der Stirn, dann im Berech der der Backenmitte Nähe der Nasenflügel als 2te Horizontalebene und den letzten Punkt am Kinn als 3te Ebene. Danach musste man vor dem Spiegel sich auf einen Punkt der kranken Gesichtshälte z.B. der ersten Ebene konzentrieren - darüber hinaus den gespiegelt aufgemalten Punkt der gesunden Gesichtshälfte. Durch das Konzentrieen darauf es Bewegen zu wollen hat man dadurch das Gehirn trainiert und versucht die Ansteuerung wieder herzustellen, sprich den Nervenast wachsen und programmieren zu können.
So weit die Theorie, welche ich nur untermauere, aber die Praxis ist der ALLTAG: trotz Übungen unterliegen wir den täglichen Abläufen von Kommunikation, Input, Stress-> das Gesicht verspannt, es ermüdet,...und natürlich auch die kranke Seite wesentlich schneller und deutlicher. Auch spielen Temperaturwechsel eine Rolle für Ver- und Entspannungen. So geht es mir z.B. bei Minusgraden schneller schlecht, als bei gesunden Menschen.
Stress und ein Übergehen der Gesichtskontrolle ist der schlimmste Faktor. Ich habe zwar wieder ein Gesicht, bei dem keiner so schnell eine Fazialis erkennen würde, ich bin im Außendiesnt und treffe immer wieder neue Kunden an, keiner bemerkt was. Nur die Insider sehen es.
Aber die Insider, Familie und co, können, wenn ich nach hause komme, sehen, ob es ein anstrengender Tag für mich war, oder nicht.
Jetzt sind es knapp über 2 Jahre nach der OP und der Stand einer Fazialis ist im Bereich 21 Monate neurologisch gesehen residual - abgeschlossen. Dennoch arbeite ich in einer derzeitigen Reha wieder an der Fazialis: ich hatte 2 wochen nach der OP z.B. das Bio Feedback zum Training. Hier in der Reha klinik sagt man, dass es so frisch nach der OP völlig schlecht ist, mit BFB zu trainieren. Wir Üben hier nun, damit die über Monate entstandene Sykinesien nicht stärker werden:
wenn ich körperliche Belastung habe läuft die Nase, wenn ich mich Freue tränt das Auge, oder wenn ein Geruch mich reizt tränt es, wenn ich das rechte Auge schließe geht der Mundwinkel hoch, wenn ich P Laute spreche oder den Mund Spitze wird das Auge kleiner,...laut der jetzigen Reha würde man auch nach 2 Jahren immer noch daran arbeiten,...
Nun zu Deiner Stirn: es ist sicherlich die Belastung des Stress und die Konzentration wegen der Pflege des Verwandten - ein Selbstübergehen Deiners Kräftehaushaltes. Ich habe über dem rechten Auge einen Strang, der dann dicker wird - aber nicht wie bei einer Synkinesie innerhalb einiger Sekunden, nein über einige Stunden - dann nehme ich eine Auszeit und lege mir einen warmen Waschlappen drauf und entspanne das Gesicht.
Auch kenne ich das, wenn ich einige Zeit mit dem Auto unterwegs bin und die Sonne leicht blendet - ein Zukneifen lässt den Strang dicker werden, der sich dann wieder langsam löst.
Gute Besserung
Sciurus
AN OP Nov 2009 in Mainz Uni Klinik/Tumor 3,5x5mm im inneren Gehörgang. Post operativ: Tumor total entfernt/Taubheit/Fazialis Parese/Tinnitus/Gleichgewichtsprobleme/einige Synkinesien seit Mai 2010/bei Körperbelastung tränt Auge;