ich verfolge das Forum bereits seit einigen Wochen u. habe mich nun hier zur Anmeldung entschlossen weil ich mir ein paar Ratschläge erhoffe u. um auch über bereits gemachte Erfahrungen zu berichten. Ich selber bin zwar nicht direkt betroffen sondern mein Mann. Ich möchte ihn aber unterstützen wo es nur geht. Er selber hat momentan nicht den Nerv hier im Forum aktiv zu werden.
Erstmal ein großes Lob an dieses tolle Forum u. vor allem an den nimmermüden ANFux. Ihr wart uns mit Euren umfangreichen Informationen u. Beiträgen bis jetzt eine sehr große Hilfe. Vielen vielen Dank dafür! Dennoch sind wir zur Zeit etwas ratlos.
Es fing im April dieses Jahres mit dem 1. Hörsturz an. Nach 1 Woche Infusionen u. weiteren Wochen mit durchblutungsfördernden Medikameten war wieder alles i.O.
Im Juni folgte dann der 2. Hörsturz, diesmal aber heftiger, mit sofort gefühlter Hörminderung u. einem Hochton-Tinnitus. Es folgte eine stationäre Aufnahme in einer HNO-Fachklinik. Auch hier wurden wieder die üblichen Infusionen verabreicht, leider diesmal aber ohne Wirkung. Das Tonaudiogramm bei der Entlassung zeigte eine „schräg ansteigende Schallempfindungsschwerhörigkeit links von 55 dB bei 0,25 kHz bis 20 dB bei 6 kHz“ (was immer das heißt).
Zwei Wochen später wurde dann eine Kernspintomographie durchgeführt, bei der ein AN links, intrameatal, festgestellt wurde. Es hat eine Größe von 11x5x5 mm, Stadium T1. Ein weiteres Audiogramm ergab eine Hörminderung von 20 bis 40 dB ab einem Bereich von 2 kHz. Ansonsten zeigt mein Mann keinerlei Symptome.
Wir entschlossen uns, jeweils einen Termin bei Prof. Iro in Erlangen u. Prof. Tatagiba in Tübingen zu vereinbaren. Der erste war dann in Erlangen Ende August. Nach über 2 langen u. quälenden Stunden im Wartebereich waren wir dann endlich an der Reihe. Prof. Iro sah sich die MRT-Bilder sowie die bisherigen Arztberichte an u. erklärte meinem Mann als erstes, dass er durch eine OP evtl. taub werden könnte. Nach dem ersten Schock u. auf Nachfrage meinte er dann, die Wahrscheinlichkeit einer Hörerhaltung schätze er auf ca. 40 % ein, vielleicht auch 50:50. Er erklärte dann die beiden möglichen OP-Zugänge, wobei er den transtemporalen vorziehen würde, da mein Mann noch sehr gut hören würde. Soweit die Prognose. Den weiteren Verlauf dieses Gesprächs erspare ich mir. Kurzum, der zwischenmenschliche Funke wollte einfach nicht überspringen.
Völlig ernüchternd traten wir den 2. Termin bei Prof. Tatagiba vor ca. 2 Wochen an. Dieser schätzt die Wahrscheinlichkeit auf ca. 60-70 % ein, dass das Hörvermögen erhalten bleiben kann. Er favorisiert den suboccipitalen OP-Zugang.
Beide Ärzte haben übrigens von einer Bestrahlung eher abgeraten wegen des Alters meines Mannes (49 Jahre). Ebenso waren beide Ärzte der Meinung, dass man es aufgrund der geringen Größe vertreten könnte, noch ein halbes Jahr abzuwarten u. zu kontrollieren wie sich das AN entwickelt. Allerdings hat Prof. Tatagiba es besser verstanden, das Für u. Wider darzulegen.
Voller Zuversicht sind wir nach diesem Gespräch nach Hause gefahren. Wir waren beide sehr angetan von der Herzlichkeit dieses Arztes u. seiner Mitarbeiter. Bei dem Gespräch war auch noch die Assistenzärztin Dr. Pauli-Forster anwesend.
Mein Mann hatte sich entschlossen, dem Rat von Prof. Tatagiba zu folgen u. in Wartestellung zu gehen. Er will sich auch auf jeden Fall von ihm operieren lassen.
Gestern morgen dann ein neuer Schock:
Seit dem Aufwachen hörte er links nur noch sehr eingeschränkt. Der Bereich um sein linkes Ohr fühlte sich irgendwie wie „eingeschlafen“ an. Ein weiterer Hörsturz? Prof. Tatagiba erklärte uns, dass mit jedem weiteren Hörsturz immer mehr vom Hörvermögen verloren geht. Jetzt will er schnellstmöglich einen Termin beim HNO-Arzt zur Messung vereinbaren.
Wir sind jetzt hin- u. hergerissen. War es richtig, die OP noch rauszuschieben? Oder wäre es nicht doch besser gewesen das Ganze zügig anzugehen, damit das Ding endlich rauskommt u. Ruhe gibt? Auf der anderen Seite geht es meinem Mann trotz des leicht eingeschränkten Hörens u. des Tinnitus ausgesprochen gut. Wer weiß schon, wie das nach einer OP aussieht?
Zur Zeit sind wir ziemlich ratlos. Wir warten jetzt gespannt das Ergebnis des Audiogramms ab.
Ups, mein Bericht ist ja ganz schön lang geworden
Liebe Grüße
Caro
