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von ANFux » 16.08.2011, 20:00
Liebe Carmen,
ich beginne mit den harmlosen Dingen:
Über die Reha nach einer AN-Therapie empfehle ich, unbedingt die Themenseite „Reha“ auf der Homepage (nicht im Forum!) zu lesen. Danach blättere bitte in der Forumsrubrik Rehabilitation/Rehakliniken. Dort findest Du mindestens sechs Themen, in denen die Frage, die Dich bewegt, diskutiert wird. Danach kannst Du bestimmt eine ganz spezielle Frage stellen.
Über „Arbeitsunfähigkeit“ oder „Krankschreibung“ und ähnliche Stichwörter kannst Du auch Themen und Beiträge im Forum finden (mit der Suchen-Funktion). Du wirst aber dadurch nicht viel schlauer, weil Du nicht weißt, welche Therapie Du wählen willst und ob es postoperative Probleme gibt und welche. Einige aus dem Forum haben nach zwei Wochen angefangen, wieder „alles zu tun“, einige nach einem Jahr. Das jetzt im Kopf auszufechten, bringt Dir nichts. Das ist zu früh.
Natürlich gibt es Statistiken und Erfolgsquoten über Misserfolge. Ich habe auch etliche gelesen und könnte sogar daraus zitieren. Aber ich tue das prinzipiell nicht. Ich bestreite nicht deren Wert, aber für eine Information und Beratung eines vor der Therapiewahl stehenden Betroffenen taugen sie wenig oder nichts. Sie stammen bspw. aus den USA, aus Japan, Norwegen oder aus der Klinik XYZ aus Deutschland. Die Operateure sind natürlic halle verschieden, und verschieden erfahren. Die Analysen stammen aus den Jahren 1970 bis 2000 oder 1992 bis 1996, oder 2005 bis 1009. Sie umfassen mal 1700, mal 512 und mal 96 Personen. Der Altersdurchschnitt schwankt zwischen 51, 46 und 43. Die Operationswege waren mal überwiegend so, mal überwiegend so. Ach ja, der allgemeine Gesundheitszustand der Betroffenen war sehr unterschiedlich, einige wurden zum zweiten Male am AN operiert, einige waren vorher schon bestrahlt worden. Und die Größe der ANs war natürlich sehr unterschiedlich, wie auch die Lage, usw., usw....
Ich will damit sagen, dass eine Statistik nur immer eine sehr begrenzte Aussagekraft hat. Man muß sehr viele Erläuterungen zu den untersuchten Personen und zu den Operateuren und anderen Umstände geben. Das wird meist nicht getan bzw. führt, gerade bei Patienten, zu noch mehr Verwirrung.
Aber eines ist klar. Die Sterblichkeitsrate bei Operationen und auch bei AN-OPs ist so gering, dass man das nicht als Zünglein an der Waage sehen sollte, OP ja oder nein? Die eigentliche Operation ist auch nicht die größte Gefahr. Die liegt m.E. im Umfeld, sprich in der Hygiene, in der Infektionsgefahr, und zwar während er OP und danach. Das aber betrifft alle medizinischen Eingriffe, ob das Ziehen eines Zahnes, eine Blinddarmoperation, eine Knieendoskopie oder eine OP an der Schädelbasis. Ich habe diese seltsam anmutenden Beispiele gewählt, weil ich Personen kenne, die nach einem Zahnziehen und nach einer Blinddarm-OP gestorben sind – nach! Und beim Knie denke ich an den Fußballer Matthias Sammer, der nach einer "harmlosen" Endoskopie seine Karriere beenden musste.
Wenn ich das so prinzipiell positiv sehe zw. so unbedenklich, dann meine ich a) echte Kompetenzenten für eine Krankheit, b) Kliniken mit einem starken Qualitätsmanagement und c) einem spezialisierten Ärzteteam.
In den Qualitätsberichten (auf den Homepages zu finden, oft mühsam zu lesen) nennen die guten Kliniken heute auch die negativen Dinge beim Namen. Und wenn man Mumm hat, darf man den beratenden Arzt auch fragen.
Ich habe hier gleich den schlimmsten Fall, das Sterben behandelt. Das alles gilt sinngemäß auch für andere Aussagen in einer Statistik, also – auf das AN bezogen, z.B. das Eintreten einer Fazialisparese, einer teilweisen oder völligen Taubheit, von Schwindel nach der OP, vom Dauer des Schwindels, von der Rückläufigkeit oder dem Bestand einer Parese, von Kopfschmerzen, von einem Liquorleck usw, usw.
Was für Dich interessant ist, das ist die Aussage des Arztes Deiner Wahl zu seinen Erfolgen in Fällen, die Deinem ähnlich bis identisch waren. Ehrliche Aussagen. Und es sollten genügend Fälle sein, die er aufweisen kann. Das werden dann auch Zahlen sein, aber es geht da nicht um Kommastellen und Vergleiche, die meist hinken, weil sie in vielen Einzelheiten nicht vergleichbar sind. Begebe Dich nicht auf dieses Feld.
Beste Grüße
ANFux
1939, m. '94 transtemp. OP (15 mm) in Magdeburg/Prof. Freigang, einseitig taub, kein Tinnitus, keine Fazialispar. Rehakur in Bad Gögging. '96-'04 im Vorstand d. VAN in D, seitdem Beratungen zum AN. Ab '07 Moderator, ab '08 Homepage-Verantwortl.(bis 2012)