Hoi zäme, klar gibt es nach der Operation / den Operationen einiges, was man wieder lernt, oder gar nie mehr zurück erhält. Ich versuche alles aufzulisten, was ich nachher erlebt habe:
1. OP
- gestörtes Gleichgewicht / wankender Gang (das war nach 4-6 Wochen wieder hergestellt und hat mein Leben nicht nachhaltig gestört)
- Uebelkeit (war nach 24 Std. weg)
- nur an der Eingriffsstelle rasierte Haare (da ich die Haare lang und offen trage, sieht man es gar nicht)
-> diese OP war insgesamt eine extrem positive Erfahrung. Einziger Nachteil; verlorenes Gehör auf der AN - Seite. Dies bringt einfach eine Umstellung für mich wie auch für die Familie / Freunde - ist aber wirklich gut damit umzugehen. Einzig den Wecker höre ich morgens nicht, da muss ich noch nach einer Alternative suchen und bin für Tipps sehr dankbar.
2. OP (2 Monate später)
- selber Eingriffsort
- keine Uebelkeit
- keine Gleichgewichtsstörungen
- der Tropf wird wegen Infektionsgefahr länger hängen gelassen und ist etwas unangenehm zum Schlafen
- sehr schwere Müdigkeit; braucht etwa 4-6 Wochen, bis Müdigkeit ausgeschlafen ist
- teilweiser Sensibilitätsverlust auf der AN - Seite des Gesichtes. Beginnt unter dem Auge bis zum Mundwinkel. Dem Mundwinkel ist nichts anzusehen. Sensibilität kommt rasch wieder. Der Nerv erholt sich gut. Einzige Nachwehen bis jetzt; die halbe Zunge spürt noch nichts. Das ist also kein Problem
- Doppelbilder; ein Auge sah alles doppelt. Brauchte etwas Schräglage des Kopfes um nur ein Bild zu sehen. Dauerte ca. 3 Monate, bis ich wieder 50% arbeiten und Auto fahren durfte. Der Sehnerv wurde bei der OP touchiert und erholte sich wieder ohne Probleme.
-> wie ihr seht, war es wirklich kein Problem! Ich habe das alles sehr positiv erlebt!
Was nach beiden OP's, wahrscheinlich wegen der Narkosen, kurz darauf folgend war, dass die Koordination der Hände wieder gefunden werden musste. D.h. die Schrift war etwa 3 Tage sehr hässlich und die Finger hatten nur am PC erst ein kurzes Durcheinander. Aber auch das war nach 4-5 Tagen Uebung wieder behoben. Nach beiden OP's blieb ich auch über Nacht auf der Intensivstation zur Ueberwachung. Aber auch das ist doch Positiv, da man nirgends besser bewacht wird als dort. Trotzdem freute ich mich enorm, wieder ins Zimmer gebracht zu werden. Das war ein Schritt vorwärts, ebenfalls das Tropf abhängen, Nachthemd gegen die eigenen Kleider tauschen,.... Jedes Teil bringt einem ein Stück Unabhängigkeit zurück.
Kurz zusammen gefasst. Ich habe jetzt ausser der einseitige Verlust des Gehörs, nichts, was mein Leben beeinflusst. Weder Schlafstörungen noch Angstzustände, Gleichgewichtsstörungen, Kopfweh,.... einfach nichts!
Bei der Entscheidung ist es halt einfach sehr schwierig ja dazu zu sagen, weil es den Kopf betrifft. Man ist ausgeliefert, was am Kopf noch schwieriger als z.B. am Knie ist. Die OP dauert sehr lange - das ist für dich nicht so massgebend, aber für deine Familie, die einfach wartet.
Ich gebe meine Erfahrungen ziemlich persönlich und nicht sehr wissenschaftlich weiter - aber ich hoffe sehr, es nutzt jemanden und hilft jemandem weiter! Sonst meldet euch einfach direkt per Mail bei mir.
Ich hoffe, ich konnte euch etwas weiterhelfen!
Liebe Grüsse
Marmott
