Fliegen trotz Schwindel nach OP?

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an
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Fliegen trotz Schwindel nach OP?

Beitrag von an » 19.01.2011, 13:57

Hallo an alle Langzeitschwindler und Kopfschmerz -Leidensgenossen,

hat jemand von Euch sich schon in ein Flugzeug gewagt?

Da ich bei der Suche nach Mustern in meinen Beschwerden auch bei Luftdruckveränderungen fündig geworden bin, habe ich Bedenken, mich wieder in ein Flugzeug zu setzen. (Normaler Luftdruck ca.970 -1015, im Flugzeug ca. 750 hPa. Wenn ich richtig informiert bin...)
Von der Reiseübelkeit - die ich ja genaugenommen schon auf festem Boden habe - mal ganz abgesehen :) Aber dieses thema hoffe ich durch eine "Klinikpackung Vomex" in den Griff zu bekommen.

Habt Ihr Erfahrungen nach der OP?

Danke und liebe Grüße
an
Jahrgang 1965;weibl.AN ca.1x1x1cm. OP 01/2009 Tübingen/Prof. Tatagiba. Ein Vestibularisast erhalten. Starke Hörminderung links. Tinnitus. Hyperakusis. Facialisparese nur noch leicht. Anhaltender Schwindel u. Sehstörungen. Migräne(schon vor OP).
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Re: Schwindel u. Sehstörungen lange nach OP - Austausch erbeten

Beitrag von PeterK » 19.01.2011, 14:03

Hallo,

liebe (gleichaltrige...) an, ich kann Dir von Flugerfahrungen allerdings vor der OP berichten. Wir waren im Oktober in Andalusien, die Flüge hatten jeweils Zwischenlandungen. Ich habe die Vermutungen, dass die konkreten Beschwerden (Schwindel, Übelkeit) durch die Flüge ausgelöst oder mindestens gefördert worden sind. Die Luftdruckunterschiede könnten eine Ursache sein...

Nach dem Urlaub kam ich ins Krankenhaus, dort wurde das AN diagnostiziert.
45 J., vermindertes Hörvermögen 10/08, "Rauschen" im li. Ohr 10/10, Schwindel, KH Bethel Bielefeld 11/10, Diagnose AN links 11/10, seit KH-Entlassung fast beschwerdefrei, OP Halle/Saale 03/11,anschließend Reha in Eigenregie (von zuhause aus)
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Re: Schwindel u. Sehstörungen lange nach OP - Austausch erbeten

Beitrag von snowdog » 19.01.2011, 15:05

Hallo an und Mitbetroffene,

das Thema Flugreise hatte mich auch lange beschäftigt -
problematisch wurde es zum Glück nicht.

Zum ersten mal ging es 18 Monate nach der OP in einen
Flieger, ein Flug auf die Malediven (Fernreise mit hoher
Flughöhe) mit Zwischenlandung Colombo, Sri Lanka.
Zum damaligen Zeitpunkt noch in der akuten Kopfschmerzphase
mit regelmäßigen Attacken, Auslöser und Auftreten leider
unvorhersehbar. Vor dem Flug entsprechend nervös, unruhig und
mit demonstrativ überspielter Ängstlichkeit... ;)
Prophylaktisch die Ibuprofen eingeworfen und bis auf den
Landeanflug (relativ steil und schnell) keine Beschwerden (!).
Die Landephase (ca. 30 Minuten) war begleitet von Kopfdruck,
eine richtige Attacke aber blieb aus (habe allerdings bei den
ersten Anzeichen eine weitere Schmerztablette eingenommen).
Der Kurzflug von Colombo nach Male war hingegen
unangenehmer (Steigflug, Sinkflug), lag aber wohl an
Erschöpfung/Müdigkeit und an den Erwartungen.

Im Nachhinein war vieles der Ungewißheit geschuldet, der
Rückflug 2 Wochen später war deutlich entspannter und
nahezu beschwerdefrei. Der Kabinendruck und die wenigen
Turbulenzen jedenfalls habe ich nicht als schmerzhaft empfunden.

1 Jahr später ein Flug von Frankfurt nach Malta,
wetterbedingt ziemlich unruhig, bei dem es keine
Beschwerden hinsichtlich Kopfschmerz, Schwindel
und Unwohlsein zu registrieren gab.
Hier war wohl das Wissen um Druckveränderungen bei
Start und Landung und die Erfahrung, dass diese zu
keinen Stress/Schmerzsituationen führen (müssen), hilfreich.
Fazit: das Thema "Flugreise" ist für mich als
unproblematisch abgehakt.

Sowohl Operateur als auch Hausarzt hatten zu keinem Zeitpunkt
Bedenken gegen einen Flug, auch im akuten Kopfschmerzzustand
nicht. Ein halbes Jahr nach der AKN-OP wäre das
unproblematisch. Selber verschob ich die Pläne allerdings um
ein ganzes Jahr - nach eigener Einschätzung
meiner Verfassung.

Viele Grüße und allen hier ein gesundes und hoffnungsvolles
2011

snowdog
(2 Tage nach der Kontroll-MRT, ohne "Auffälligkeit" und
demnächst mit einem Update nach der Untersuchung)
snowdog (Moderator seit 4.12) Jg.62,m,verh.,2 Söhne,
AN re.5x8 mm,n-c. suboccipital AN-OP in Offenbach 4.08,
postoperativ Liquorfistel,keine Fazialisparese, einseitig taub,chron.Kopfschmerzen,jährl.Kontroll-MRT f.d.ersten 5 J.
vane
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Re: Schwindel u. Sehstörungen lange nach OP - Austausch erbeten

Beitrag von vane » 19.01.2011, 16:31

liebe an, snowdog und alle Mitleidende !!

was für einen Zufall, daß Ihr jetzt genau dieses Thema anschneidet !! ich bin gerade seit 2 Tagen am hin- und -herschwanken wegen der Buchung eines Fluges nach Helsinki im kommenden Juli...und weiß auch nicht, ob ich Ende März schon einen Flug in den Urlaub vertragen würde (allerdings noch ohne genauer Zielrichtung ...). Bei mir liegt die OP fast 1,5 Jahre her...meine Schmerzattacken werden seit ein paar Wochen deutlich weniger...die letzte schwere war am Morgen vom 1.Januar...also 18 Tage her...unglaublich... :D
Vielen Dank Snowdog für Deinen Bericht...es gibt mir Mut und Zuversicht, daß es vielleicht doch gut gehen kann...habe Angst vor den Drücken und der Höhe (es können auch Auslöserfaktoren sein bei Clusterkopfschmerzen...aber mein Arzt denkt, es wäre kein reiner Cluster sondern eher ein Problem mit dem Trigeminus, dann hätte ich vielleicht Glück !!).
ich werde also wohl Helsinki für Juli buchen...für den Rest mal sehen..aber ich werde dann auch berichten...! :D

liebe Grüße
vane
OP Mainz Aug.09, AN 22 mm, Schwindelattacke weg nach OP, Fazialisparese (nach 3,5 Mon. weitgehend zurückgebildet), Synkinesien (Mund-Auge),trockenes Auge, Ohr bei 70 dB+verzerrtes Signal, Grundgeräusch weg in stiller Umgebung, Kopf- und Gesichtschmerzen
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