Ich habe mich entschieden, meinen Fall zu schildern, in der Hoffnung, auf Gleichgesinnte zu stoßen, die mir möglicherweise mit ihrer Expertise oder Lebenserfahrung weiterhelfen können.
Mein Name ist Marco, ich bin 42 Jahre alt und wohne in der Nähe von Köln. Seit drei Jahren leide ich an Tinnitus und wurde von meinem HNO-Arzt behandelt. Ich erhielt die „Standard“-Behandlung, einschließlich Cortison, aber der Tinnitus ist nie verschwunden und begleitet mich seitdem.
An sich habe ich damit mehr oder weniger gut umgehen können, bis im Dezember ein pulsierendes (pochendes) Geräusch hinzukam. Das hat mich stutzig gemacht und ich habe erneut meinen Arzt aufgesucht. Er hat mich zum ersten Mal zum MRT geschickt, wo ein 7 mm großer Schwannom am Hörnerv entdeckt wurde. Daraufhin wurde ich zur UNI Köln überwiesen, wo verschiedene Tests durchgeführt wurden (zB auf Schwindel). Abgesehen von Tinnitus und Pochen hatte ich keine weiteren Beschwerden.
Mir wurde empfohlen, bis September mit „Wait & Scan“ zu leben, um den Verlauf besser einschätzen zu können. Vorläufig wurde mir keine Behandlung empfohlen, da ich keine Probleme habe und man zuerst den Verlauf beobachten möchte. Natürlich wurde mir gesagt, dass ich mich sofort melden soll, wenn Schwierigkeiten auftreten. Seitdem spielen meine Psyche und mein Körper mir einige Streiche. Zuerst hatte ich das Gefühl, dass mein Gesicht wild kribbelte und durch den ständigen Druckausgleich (Nase zuhalten und Druck ausüben) konnte ich auf meinem rechten Ohr deutlich schlechter hören. Was sich über die Tage auch wieder legte und alles sich „normalisierte“.
Ich erwischte mich dabei, wie ich meiner Freundin vor kurzem noch sagte, dass ich damit wirklich gut umgehen kann. Zwei Tage später habe ich das Gefühl, dass mein Hörnerv denkt: „Moment mal, mein Freund, hier bin ich!“ Zack, das Gefühl schlägt wieder ins Negative um, und ich achte wie verrückt darauf.
Alles in allem muss ich sagen, dass ich auf der rechten Seite „anders“ höre. Es ist schwer zu erklären, aber ich ertappe mich täglich dabei, wie ich meine Ohren teste, indem ich mein rechtes Ohr zuhalte und dann das linke. Das ist ein Teufelskreis! Generell höre ich auf der rechten Seite (laut meinen Tests) leicht „dumpfer“. Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine?! Ich weiß nicht, in welche Richtung ich mich bewegen soll. Ich möchte mein Gehör nicht verlieren und weiß nicht, ob die UNI-Klinik die beste Anlaufstelle ist oder ob ich mich an einen anderen Experten wenden sollte. Ich mache mir auch Sorgen, dass das Warten alles nur schlimmer macht...
Ich habe das Forum rauf und runter gelesen, und ich weiß, dass es keine absolut richtigen oder falschen Antworten gibt. Ich möchte meine Lebensqualität nicht verlieren und weiterhin ein aktiver Teil der Gesellschaft (Partnerin etc.) sein. Es ist schwer zu erklären, aber ich hoffe, ihr versteht, was ich meine.
Ich hoffe, ihr könnt meine Situation verstehen und meinen Seelenzustand nachvollziehen. Ich möchte mein Gehör nicht verlieren und bin unsicher, welche Schritte ich jetzt unternehmen sollte.
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und eure mögliche Unterstützung
