AN-Diagnose und Angst vor NF2
Verfasst: 28.07.2013, 11:33
Hallo liebes AN-Forum,
ich habe eine lange Odyssee an Arztbesuchen hinter mir. Angefangen hat alles im Alter von 17 mit einem plötzlichen leichten Tinnitus im linken Ohr. Dies und eine leichte Hörminderung wurden in der Musterung und den dort durchgeführten Hörtests kurz darauf bestätigt. Ich habe mich aber an den Tinnitus gewöhnt und ihn in den darauf folgenden Jahren weitgehend ignoriert. Nur nach sehr lauter Musik wurde er auch sehr laut und störend, was aber jedesmal wieder abgeklungen ist.
In den letzten Jahren ist mir dann aber aufgefallen, dass ich unbewusst mit dem Telefonhörer das Ohr wechseln muss oder wenn ich im Bett einen Film schaue und auf der Seite liege, auf der einen weniger höre als auf der anderen.
So war ich bei einigen HNO-Ärzten, welche alle unterschiedliche Sachen feststellten, aber keine wirklich zu passen schien. Begleitend leide ich unter einen trockenen Nasenschleimhaut und leicht trockenen Augen sowie Reizhusten bei trockener Luft (Raucher). Auch darauf konnten nie Antworten gefunden werden.
Im Frühling 2013 bin ich bei einer sehr guten HNO-Ärztin gelandet, die mich dann auch zur Sicherheit zum Radiologen für eine MRT-Untersuchung geschickt hat. Die Bilder habe ich gleich mitbekommen und auch mit meiner Schwester, die Ärztin ist, angeschaut. Da war der AN deutlich zu erkennen! Die HNO-Ärztin ist noch im Urlaub, daher musste ich es quasi über eine Selbstdiagnose feststellen. Zur Sicherheit habe ich die Bilder an Prof. Rosahl aus Erfurt und Prof. Hagen aus Würzburg geschickt, welche die Diagnose bestätigt haben. Auch dank dieses tollen Forums hier konnte ich schnell gezielt fragen und Schritte einleiten.
Ich habe nun im August Termine in Würzburg, Tübingen und Erfurt (dort kennt meine Schwester einen Arzt in der HNO-Klinik, daher bestand sie darauf, dort einen Termin zu machen).
Ich habe dann noch eine Kopie des Befundes zum MRT angefordert und tatsächlich:
Im Kleinhirnbrückenwinkel links kommaförmig konfigurierte Raumforderung mit intra- und extrameatalem Anteil. Der extrameatale Anteil ist im axialen Schnittbild etwa 17x16 mm groß. Der intrameatale Anteil füllt den trichterförmig aufgeweiteten inneren Gehörgang links vollständig aus und erreicht die Cochlea. Nach Kontrastmittelgabe kräftiges, weitgehend homogenes Enhancement. Leichte Verlagerung der Pons nach rechts. Keine Signalveränderungen. Unauffälliges Innenohr und regelrechter Kleinhirnbrückenwinkel rechts.
Ich war dennoch recht gefasst, habe mich viel belesen und durchgespielt, mit welchen Folgen der OP ich evtl. konfrontiert sein werde. Zumal ich bis zur Diagnose bewusst keine Schwindelanfälle hatte oder Hörstürze. Aber natürlich, sobald ich die Diagnose hatte, habe ich nachgedacht und Vorfälle im Kopf, die passen würden. Z.B. dass es mir manchmal kurz etwas Schwarz vor Augen wird beim schnellen Aufstehen aus liegender Position. Ich denke, da spielt aber die Psyche auch eine starke Rolle: ich fühlte mich plötzlich unsicherer beim Gehen und die Symptome schienen sich zu bestätigen.
Was mir wirklich Angst eingejagt hat, war die Antwort von Prof. Hagen, ich müsse wegen der Tumorgröße und meines jungen Alters auf NF2-Verdacht untersucht werden. Seit dieser Mail habe ich schlaflose Nächte, denke spinale Tumoren zu haben wenn mein Arm durch seitliches Schlafen mal einschläft usw. Also auch wieder Psyche. Dennoch leide ich in meiner Ungewissheit Qualen.
Wenig beruhigt hat mich auch, dass ich bei der Bitte um einen Termin in Würzburg auf Mitte September wegen Andrang und Urlaub vertröstet wurde, nach dem Hinweis aber, dass Prof. Hagen mich an Frau Prof. Matthies (AN und NF2-Spezialistin, Neurochirugie WÜ) verwies und diese mir nach Sichten der Bilder doch noch einen Termin zum 06.08. reingequetscht hat. Warum tut sie das, wenn es nicht dringend oder schwerwiegend erscheint?
Meine Frage auch: werden beim ersten Termin auch MRT-Bilder von der Wirbelsäule angefertigt, die evtl. Gewissheit geben könnten?
Wie kann ich die Angst los werden? Ist es wahrscheinlich, dass ich NF2 habe?
Ich hoffe von euch, die ihr schon eure Erfahrungen gesammelt habt, zu hören und vielleicht habt ihr Tipps, sich zu beruhigen.
Danke
Marhar -> Martin
ich habe eine lange Odyssee an Arztbesuchen hinter mir. Angefangen hat alles im Alter von 17 mit einem plötzlichen leichten Tinnitus im linken Ohr. Dies und eine leichte Hörminderung wurden in der Musterung und den dort durchgeführten Hörtests kurz darauf bestätigt. Ich habe mich aber an den Tinnitus gewöhnt und ihn in den darauf folgenden Jahren weitgehend ignoriert. Nur nach sehr lauter Musik wurde er auch sehr laut und störend, was aber jedesmal wieder abgeklungen ist.
In den letzten Jahren ist mir dann aber aufgefallen, dass ich unbewusst mit dem Telefonhörer das Ohr wechseln muss oder wenn ich im Bett einen Film schaue und auf der Seite liege, auf der einen weniger höre als auf der anderen.
So war ich bei einigen HNO-Ärzten, welche alle unterschiedliche Sachen feststellten, aber keine wirklich zu passen schien. Begleitend leide ich unter einen trockenen Nasenschleimhaut und leicht trockenen Augen sowie Reizhusten bei trockener Luft (Raucher). Auch darauf konnten nie Antworten gefunden werden.
Im Frühling 2013 bin ich bei einer sehr guten HNO-Ärztin gelandet, die mich dann auch zur Sicherheit zum Radiologen für eine MRT-Untersuchung geschickt hat. Die Bilder habe ich gleich mitbekommen und auch mit meiner Schwester, die Ärztin ist, angeschaut. Da war der AN deutlich zu erkennen! Die HNO-Ärztin ist noch im Urlaub, daher musste ich es quasi über eine Selbstdiagnose feststellen. Zur Sicherheit habe ich die Bilder an Prof. Rosahl aus Erfurt und Prof. Hagen aus Würzburg geschickt, welche die Diagnose bestätigt haben. Auch dank dieses tollen Forums hier konnte ich schnell gezielt fragen und Schritte einleiten.
Ich habe nun im August Termine in Würzburg, Tübingen und Erfurt (dort kennt meine Schwester einen Arzt in der HNO-Klinik, daher bestand sie darauf, dort einen Termin zu machen).
Ich habe dann noch eine Kopie des Befundes zum MRT angefordert und tatsächlich:
Im Kleinhirnbrückenwinkel links kommaförmig konfigurierte Raumforderung mit intra- und extrameatalem Anteil. Der extrameatale Anteil ist im axialen Schnittbild etwa 17x16 mm groß. Der intrameatale Anteil füllt den trichterförmig aufgeweiteten inneren Gehörgang links vollständig aus und erreicht die Cochlea. Nach Kontrastmittelgabe kräftiges, weitgehend homogenes Enhancement. Leichte Verlagerung der Pons nach rechts. Keine Signalveränderungen. Unauffälliges Innenohr und regelrechter Kleinhirnbrückenwinkel rechts.
Ich war dennoch recht gefasst, habe mich viel belesen und durchgespielt, mit welchen Folgen der OP ich evtl. konfrontiert sein werde. Zumal ich bis zur Diagnose bewusst keine Schwindelanfälle hatte oder Hörstürze. Aber natürlich, sobald ich die Diagnose hatte, habe ich nachgedacht und Vorfälle im Kopf, die passen würden. Z.B. dass es mir manchmal kurz etwas Schwarz vor Augen wird beim schnellen Aufstehen aus liegender Position. Ich denke, da spielt aber die Psyche auch eine starke Rolle: ich fühlte mich plötzlich unsicherer beim Gehen und die Symptome schienen sich zu bestätigen.
Was mir wirklich Angst eingejagt hat, war die Antwort von Prof. Hagen, ich müsse wegen der Tumorgröße und meines jungen Alters auf NF2-Verdacht untersucht werden. Seit dieser Mail habe ich schlaflose Nächte, denke spinale Tumoren zu haben wenn mein Arm durch seitliches Schlafen mal einschläft usw. Also auch wieder Psyche. Dennoch leide ich in meiner Ungewissheit Qualen.
Wenig beruhigt hat mich auch, dass ich bei der Bitte um einen Termin in Würzburg auf Mitte September wegen Andrang und Urlaub vertröstet wurde, nach dem Hinweis aber, dass Prof. Hagen mich an Frau Prof. Matthies (AN und NF2-Spezialistin, Neurochirugie WÜ) verwies und diese mir nach Sichten der Bilder doch noch einen Termin zum 06.08. reingequetscht hat. Warum tut sie das, wenn es nicht dringend oder schwerwiegend erscheint?
Meine Frage auch: werden beim ersten Termin auch MRT-Bilder von der Wirbelsäule angefertigt, die evtl. Gewissheit geben könnten?
Wie kann ich die Angst los werden? Ist es wahrscheinlich, dass ich NF2 habe?
Ich hoffe von euch, die ihr schon eure Erfahrungen gesammelt habt, zu hören und vielleicht habt ihr Tipps, sich zu beruhigen.
Danke
Marhar -> Martin