Verlauf nach OP und Beginn ambulante Reha in HH
Verfasst: 25.06.2013, 21:55
Liebes Forum,
einigen Bitten von Forumsmitgliedern, nach meiner OP doch etwas über den weiteren Verlauf nach der OP zu schreiben komme ich gerne nach. Meine stichworthaften Eindrücke der letzten Wochen wie folgt:
Info zur Operation (OP)
Zwischen der Erstdiagnose und der OP lagen in Summe knapp vier Wochen. Die operative Entfernung des intra- und extrameatalen AN (links, Größe 15 x 21 x 19 mm mit deutlicher Kompression des Hirnstammes) erfolgte durch Prof. Kremer im Asklepios-Klinikum Hamburg Nord (Details zur OP siehe im Forum Kliniken, Operateure).
Woche 1:
• erste Nacht nach OP auf Intensivstation zur Beobachtung, dann auf Station im Einzelzimmer
• Körperliche Schwäche; starker Schindel; sofortige Reizüberflutung; eine gefühlte Taubheit auf dem operierten Ohr und Tinnitus; keine Kopfschmerzen, starke Lagerungsschäden (Taubheit und Kribbeln in linker Hand (C-6-, C-7-Syndrom); Muskelschmerzen in Armen und Beinen; starke Verspannungen/Verhärtungen in Hals, Schulter und Rücken; klopfendes Pochen des Puls‘ in Ohr und im Narbenbereich, Gangunsicherheit
• Tag 2 nach OP: aufstehen und erste, vorsichtige Schritte
• Tag 4 nach OP: Haare waschen, duschen (mit Hilfe)
• jeden Tag spürbare Besserung, Tag 6 nach OP ein halbstündiger Spaziergang in Begleitung im Park
• Medikamente: Novalgin, Sirdalud, Pantozol, Cortison
Woche 2:
• Tage 7 und 8: plötzlich stärkste Kopfschmerzen, kaum Schlaf
• folgend leichte Abschwächung, aber anhaltende starke Kopfschmerzen
• Höchstdosen Novalgin, Ibuprofen oder Paracetamol lindern lediglich, aber helfen nicht wirklich
• Tag 9: Hörtest für Vergleich mit präoperativem Zustand
• Tag 10: Fäden ziehen (Hauptnarbe 18 Stiche)
• Tag 11: Entlassung nach Hause
Woche 3:
• anhaltende Kopfschmerzen so stark, dass ich zuhause nur zum Essen aufstehe
• erschreckende Haltung von Kopf und Rumpf (Schonhaltung)
• Tag 16: Besuch Notaufnahme: Tropf mit Schmerzmitteln und Erhöhung der Medikamentendosen, zurück nach Hause
• jetzt: Novalgin (4x40 Tropfen/ Tag) und Tramal 150 mg long (3 Stk/ Tag) lindern die Schmerzen, mehr aber leider nicht
• Tag 18: Stationäre Wiederaufnahme, Diagnose: Postoperatives Liquorpolster
• Therapie: Passagere Lumbaldrainage
Woche 4:
• weiter stationäre Aufenthalt
• Lumbaldrainage: 200 ml Abfluss Nervenwasser pro Tag
• Abnahme des Polsters und Festigung der Narbe
• leichte Abschwächung der Kopfschmerzen
Woche 5:
• Entlassung nach 10 Tagen im Klinikum
• 2 Tage zuhause, erste Spaziergänge
• Beginn ambulante Reha im UKE in Hamburg; starke Reizüberflutung, kaum Anwendungen möglich
• nur Taxi- oder Privatfahrten zur An- oder Abreise möglich (Entfernung 10 km)
• Kopfschmerzen mit Ibiprofen 600 (3 Stk/ Tag) und Novalgin (4x30) im Griff
• am Wochenende (WE): auswärts essen gewesen (1,5 Stunden), sehr anstrengend
Woche 6:
• erste Übungen fürs Gleichgewicht, neuropsychologische Aufnahmediagnostik, Hirnleistungstraining etc.
• leichte Besserung des Allgemeinzustandes, erste Telefonate auf rechtem Ohr möglich
• nur Taxi- oder Privatfahrten zur An- oder Abreise möglich
• Kopfschmerzen mit Ibiprofen 600 (3 Stk/ Tag) und Novalgin (4x30) im Griff
• am WE: auswärtiger Verwandschaftsbesuch (Fahrzeit je 1 Stunde), das erste Mal richtig zuhause „raus“, Problem: Erschütterungen beim Fahren (als Beifahrer)
Woche 7:
• zusätzlich weitere Übungen, Gespräche und Physiotherapie
• stetige, langsame Verbesserung des Allgemeinzustandes und leichte Abnahme der Lagerungsschäden
• nur Taxi- oder Privatfahrten zur An- oder Abreise möglich
• Kopfschmerzen verbessern sich, Novalgin leicht reduzieren (4x20), Ibu600 bleibt
• am WE: halben Tag unterwegs gewesen, erträglich anstrengend
Woche 8, läuft:
• An- und Abreise zur Reha mit dem Bus (je 45 min)
• Kopfschmerzen werden langsam besser, Novalgin nur noch bei Bedarf (Ibu600 bleibt)
• Erstmals Hoffnung auf nahezu vollständige Genesung
• …
…Fortsetzung folgt…
Viele Grüße
HerrBlau
einigen Bitten von Forumsmitgliedern, nach meiner OP doch etwas über den weiteren Verlauf nach der OP zu schreiben komme ich gerne nach. Meine stichworthaften Eindrücke der letzten Wochen wie folgt:
Info zur Operation (OP)
Zwischen der Erstdiagnose und der OP lagen in Summe knapp vier Wochen. Die operative Entfernung des intra- und extrameatalen AN (links, Größe 15 x 21 x 19 mm mit deutlicher Kompression des Hirnstammes) erfolgte durch Prof. Kremer im Asklepios-Klinikum Hamburg Nord (Details zur OP siehe im Forum Kliniken, Operateure).
Woche 1:
• erste Nacht nach OP auf Intensivstation zur Beobachtung, dann auf Station im Einzelzimmer
• Körperliche Schwäche; starker Schindel; sofortige Reizüberflutung; eine gefühlte Taubheit auf dem operierten Ohr und Tinnitus; keine Kopfschmerzen, starke Lagerungsschäden (Taubheit und Kribbeln in linker Hand (C-6-, C-7-Syndrom); Muskelschmerzen in Armen und Beinen; starke Verspannungen/Verhärtungen in Hals, Schulter und Rücken; klopfendes Pochen des Puls‘ in Ohr und im Narbenbereich, Gangunsicherheit
• Tag 2 nach OP: aufstehen und erste, vorsichtige Schritte
• Tag 4 nach OP: Haare waschen, duschen (mit Hilfe)
• jeden Tag spürbare Besserung, Tag 6 nach OP ein halbstündiger Spaziergang in Begleitung im Park
• Medikamente: Novalgin, Sirdalud, Pantozol, Cortison
Woche 2:
• Tage 7 und 8: plötzlich stärkste Kopfschmerzen, kaum Schlaf
• folgend leichte Abschwächung, aber anhaltende starke Kopfschmerzen
• Höchstdosen Novalgin, Ibuprofen oder Paracetamol lindern lediglich, aber helfen nicht wirklich
• Tag 9: Hörtest für Vergleich mit präoperativem Zustand
• Tag 10: Fäden ziehen (Hauptnarbe 18 Stiche)
• Tag 11: Entlassung nach Hause
Woche 3:
• anhaltende Kopfschmerzen so stark, dass ich zuhause nur zum Essen aufstehe
• erschreckende Haltung von Kopf und Rumpf (Schonhaltung)
• Tag 16: Besuch Notaufnahme: Tropf mit Schmerzmitteln und Erhöhung der Medikamentendosen, zurück nach Hause
• jetzt: Novalgin (4x40 Tropfen/ Tag) und Tramal 150 mg long (3 Stk/ Tag) lindern die Schmerzen, mehr aber leider nicht
• Tag 18: Stationäre Wiederaufnahme, Diagnose: Postoperatives Liquorpolster
• Therapie: Passagere Lumbaldrainage
Woche 4:
• weiter stationäre Aufenthalt
• Lumbaldrainage: 200 ml Abfluss Nervenwasser pro Tag
• Abnahme des Polsters und Festigung der Narbe
• leichte Abschwächung der Kopfschmerzen
Woche 5:
• Entlassung nach 10 Tagen im Klinikum
• 2 Tage zuhause, erste Spaziergänge
• Beginn ambulante Reha im UKE in Hamburg; starke Reizüberflutung, kaum Anwendungen möglich
• nur Taxi- oder Privatfahrten zur An- oder Abreise möglich (Entfernung 10 km)
• Kopfschmerzen mit Ibiprofen 600 (3 Stk/ Tag) und Novalgin (4x30) im Griff
• am Wochenende (WE): auswärts essen gewesen (1,5 Stunden), sehr anstrengend
Woche 6:
• erste Übungen fürs Gleichgewicht, neuropsychologische Aufnahmediagnostik, Hirnleistungstraining etc.
• leichte Besserung des Allgemeinzustandes, erste Telefonate auf rechtem Ohr möglich
• nur Taxi- oder Privatfahrten zur An- oder Abreise möglich
• Kopfschmerzen mit Ibiprofen 600 (3 Stk/ Tag) und Novalgin (4x30) im Griff
• am WE: auswärtiger Verwandschaftsbesuch (Fahrzeit je 1 Stunde), das erste Mal richtig zuhause „raus“, Problem: Erschütterungen beim Fahren (als Beifahrer)
Woche 7:
• zusätzlich weitere Übungen, Gespräche und Physiotherapie
• stetige, langsame Verbesserung des Allgemeinzustandes und leichte Abnahme der Lagerungsschäden
• nur Taxi- oder Privatfahrten zur An- oder Abreise möglich
• Kopfschmerzen verbessern sich, Novalgin leicht reduzieren (4x20), Ibu600 bleibt
• am WE: halben Tag unterwegs gewesen, erträglich anstrengend
Woche 8, läuft:
• An- und Abreise zur Reha mit dem Bus (je 45 min)
• Kopfschmerzen werden langsam besser, Novalgin nur noch bei Bedarf (Ibu600 bleibt)
• Erstmals Hoffnung auf nahezu vollständige Genesung
• …
…Fortsetzung folgt…
Viele Grüße
HerrBlau