Raumforderung im Foramen jugulare
Verfasst: 01.05.2013, 12:52
Hallo liebes Forum,
schon vor einiger Zeit habe ich dieses Forum gefunden und hier sehr viel gelesen. Vielen Dank! Jetzt möchte ich mich vorstellen und auch um Rat fragen. Ich (w) bin 56 Jahre alt und lebe in Frankfurt / M.
In 03/2013 hatte es Rahmen eines MRT der Halswirbelsäule als zufälligen Nebenbefund gegeben: „Läsion im Hypoglossuskanal“. Dies wurde jetzt im MRT des Schädel konkretisiert zu „Raumforderung im Foramen jugulare links … DD in erster Linie Schwannom des F. jugulare ausgehend von Nn. IX, X oder XI“.
Am 30.04.2013, also gestern, habe ich mich in der Uniklinik Frankfurt / M. in der Neurochirurgie vorgestellt. Dazu gleich mehr, auch meine Fragen. Zunächst aber eine kurze Beschreibung meines „Ist-Zustands“. Vor Erhalt des Befunds habe ich keinerlei Symptome registriert, jetzt, nachdem ich weiß, was dort ist, habe ich meine „Zipperlein“ gesammelt:
- ganz minimal nach links abweichende Zunge
- leichte Neigung gelegentlich nicht ganz zügig schlucken zu können
- zeitweilig leichter Hochfrequenzton in den Ohren
- zeitweilig leichtes Kribbeln im Gesicht, linke Wange / Kinn bis Nasenspitze
Nun zu der Vorstellung heute. Ich war eigentlich durch dieses Forum ganz gut vorbereitet, dachte es geht um die Frage OP ja / nein und Risikoabschätzung, aber alles lief anders.
Zu meiner Überraschung konnte ich nur mit einer sehr jungen Assistenzärztin sprechen, offensichtlich sehr unerfahren und dann durch meine Nachfragen auch noch sehr verunsichert. Sie befragte mich hinsichtlich meiner Symptome und sagte dann „Damit sie wissen, wofür ich hier bin: um mit Ihnen ein Angebot für Gamma Knife zu besprechen“. Bitte? Kein Wort zur Beurteilung, kein Wort über OP, aus der Nase ziehen musste ich ihr dann, dass der Tumor auf Grund seine Lage am Foramen schon bei geringem Wachstum ein großes Bedrängungspotential hat. Bei Nachfrage bzgl. OP: „wenn keine Beschwerden, operieren wir nicht“. Bei Nachfrage, warum dann Gamma Knife: „damit nicht noch mehr neurologische Ausfälle auftreten“. Bei Hinweis darauf, dass ich ja eigentlich keine oder kaum neurologische Ausfälle hätte: „da muß ich mal bei meiner Oberärztin nachfragen“. Raus war sie aus dem Zimmer und kann wieder mit „ich schicke sie jetzt mal zum Gamma Knife, da können Sie das mit Dr. Wolff besprechen, der ist da und auch hat Zeit“. Ende der Veranstaltung.
Dr. Wolff (Neurochirurg) hatte dann doch keine Zeit und ich konnte „nur“ mit dem Radiologen sprechen. Der hat sich Mühe gegeben, Gamma Knife darzustellen, er hat auch Fragen beantwortet, blieb aber insgesamt sehr allgemein (Therapieziel Wachstumstop kann zu 80–90% erreicht werden, 10% der Tumore sprechen gar nicht an, 2-3% Ausfall der Hirnnerven gegenüber ca. 5% bei OP, Tumorgröße von knapp über 2 cm kein Problem, vorbestrahlter Tumor kann schlechter operiert werden genauso wie ein Resttumor nach OP Probleme machen kann). Die 2-3% Ausfall der Hirnnerven konkret zu hinterfragen, war ich zu durcheinander. Resümee:
- wenn keine neuen Symptome hinzukommen besteht jetzt kein Zeitdruck, Kontroll MRT in ca. 4 - 6 Monaten, dann neu entscheiden
- behandelt werden muß der Tumor auf jeden Fall, er wird irgendwann auf Grund seiner Lage Ärger machen
- Bestrahlung verbaut nichts, ist aber eine Chance und vorzuziehen, da „schonender“
- und Gamma Knife wird auch von meiner Krankenkasse (Techniker) übernommen
Es leuchtet mir ja ein, dass es nicht unbedingt Sinn macht, einen chirurgischen Weg zum Tumor zu suchen, wenn man nicht eine vorhandene Kompression beseitigen will (oder kann). Aber kann man so allgemein sagen:
- wenn keine / wenig Beschwerden, dann keine OP
- wenn keine / wenig Beschwerden, dann besser Bestrahlung
Und:
- gibt es hier jemanden mit ähnlicher Ausgangssituation (großer Tumor, wenig Symptome, Behandlung aber erforderlich …)
Und vielleicht hat jemand eine Empfehlung für eine
- Zweitmeinung
für dieses „N“, dass von seiner Lage her eher selten und so gar nicht typisch „AN“ ist. Nach den Beiträgen hier im Forum komme ich auf Tübingen, Erfurt oder auch Mainz, aber dort steht wohl das „A“ im Vordergrund? Und: muß man dort einen Privattermin vereinbaren, wenn man nicht auch beim Assistenzarzt landen will?
Entschuldigung, dass es so lang geworden ist, kürzer habe ich es nicht geschafft.
Liebe Grüße
Regina49
schon vor einiger Zeit habe ich dieses Forum gefunden und hier sehr viel gelesen. Vielen Dank! Jetzt möchte ich mich vorstellen und auch um Rat fragen. Ich (w) bin 56 Jahre alt und lebe in Frankfurt / M.
In 03/2013 hatte es Rahmen eines MRT der Halswirbelsäule als zufälligen Nebenbefund gegeben: „Läsion im Hypoglossuskanal“. Dies wurde jetzt im MRT des Schädel konkretisiert zu „Raumforderung im Foramen jugulare links … DD in erster Linie Schwannom des F. jugulare ausgehend von Nn. IX, X oder XI“.
Am 30.04.2013, also gestern, habe ich mich in der Uniklinik Frankfurt / M. in der Neurochirurgie vorgestellt. Dazu gleich mehr, auch meine Fragen. Zunächst aber eine kurze Beschreibung meines „Ist-Zustands“. Vor Erhalt des Befunds habe ich keinerlei Symptome registriert, jetzt, nachdem ich weiß, was dort ist, habe ich meine „Zipperlein“ gesammelt:
- ganz minimal nach links abweichende Zunge
- leichte Neigung gelegentlich nicht ganz zügig schlucken zu können
- zeitweilig leichter Hochfrequenzton in den Ohren
- zeitweilig leichtes Kribbeln im Gesicht, linke Wange / Kinn bis Nasenspitze
Nun zu der Vorstellung heute. Ich war eigentlich durch dieses Forum ganz gut vorbereitet, dachte es geht um die Frage OP ja / nein und Risikoabschätzung, aber alles lief anders.
Zu meiner Überraschung konnte ich nur mit einer sehr jungen Assistenzärztin sprechen, offensichtlich sehr unerfahren und dann durch meine Nachfragen auch noch sehr verunsichert. Sie befragte mich hinsichtlich meiner Symptome und sagte dann „Damit sie wissen, wofür ich hier bin: um mit Ihnen ein Angebot für Gamma Knife zu besprechen“. Bitte? Kein Wort zur Beurteilung, kein Wort über OP, aus der Nase ziehen musste ich ihr dann, dass der Tumor auf Grund seine Lage am Foramen schon bei geringem Wachstum ein großes Bedrängungspotential hat. Bei Nachfrage bzgl. OP: „wenn keine Beschwerden, operieren wir nicht“. Bei Nachfrage, warum dann Gamma Knife: „damit nicht noch mehr neurologische Ausfälle auftreten“. Bei Hinweis darauf, dass ich ja eigentlich keine oder kaum neurologische Ausfälle hätte: „da muß ich mal bei meiner Oberärztin nachfragen“. Raus war sie aus dem Zimmer und kann wieder mit „ich schicke sie jetzt mal zum Gamma Knife, da können Sie das mit Dr. Wolff besprechen, der ist da und auch hat Zeit“. Ende der Veranstaltung.
Dr. Wolff (Neurochirurg) hatte dann doch keine Zeit und ich konnte „nur“ mit dem Radiologen sprechen. Der hat sich Mühe gegeben, Gamma Knife darzustellen, er hat auch Fragen beantwortet, blieb aber insgesamt sehr allgemein (Therapieziel Wachstumstop kann zu 80–90% erreicht werden, 10% der Tumore sprechen gar nicht an, 2-3% Ausfall der Hirnnerven gegenüber ca. 5% bei OP, Tumorgröße von knapp über 2 cm kein Problem, vorbestrahlter Tumor kann schlechter operiert werden genauso wie ein Resttumor nach OP Probleme machen kann). Die 2-3% Ausfall der Hirnnerven konkret zu hinterfragen, war ich zu durcheinander. Resümee:
- wenn keine neuen Symptome hinzukommen besteht jetzt kein Zeitdruck, Kontroll MRT in ca. 4 - 6 Monaten, dann neu entscheiden
- behandelt werden muß der Tumor auf jeden Fall, er wird irgendwann auf Grund seiner Lage Ärger machen
- Bestrahlung verbaut nichts, ist aber eine Chance und vorzuziehen, da „schonender“
- und Gamma Knife wird auch von meiner Krankenkasse (Techniker) übernommen
Es leuchtet mir ja ein, dass es nicht unbedingt Sinn macht, einen chirurgischen Weg zum Tumor zu suchen, wenn man nicht eine vorhandene Kompression beseitigen will (oder kann). Aber kann man so allgemein sagen:
- wenn keine / wenig Beschwerden, dann keine OP
- wenn keine / wenig Beschwerden, dann besser Bestrahlung
Und:
- gibt es hier jemanden mit ähnlicher Ausgangssituation (großer Tumor, wenig Symptome, Behandlung aber erforderlich …)
Und vielleicht hat jemand eine Empfehlung für eine
- Zweitmeinung
für dieses „N“, dass von seiner Lage her eher selten und so gar nicht typisch „AN“ ist. Nach den Beiträgen hier im Forum komme ich auf Tübingen, Erfurt oder auch Mainz, aber dort steht wohl das „A“ im Vordergrund? Und: muß man dort einen Privattermin vereinbaren, wenn man nicht auch beim Assistenzarzt landen will?
Entschuldigung, dass es so lang geworden ist, kürzer habe ich es nicht geschafft.
Liebe Grüße
Regina49