Erfahrung mit dem AN
Verfasst: 09.07.2012, 21:17
Hallo,
ich bin neu hier im Forum, aber da es mir während meiner Erkrankung sehr weitergeholfen hat und weil ich wohl zu den „jüngeren“ Fällen gehöre, wollte ich über meine Erfahrung mit einem AN berichten.
Vor einigen Jahren (ca. ab 2008) merkte ich, dass ich besonders auf meinem linken Ohr schlechter hören konnte. Zunächst dachte ich (oder eher: hoffte ich), dass ich mir den Hörverlust nur einbilde. Nachdem ich aber immer öfter Dinge verstand, die bei meinen Mitmenschen auf Unverständnis oder zu Lachanfällen führten, suchte ich 2009 eine HNO-Ärztin auf. Zunächst wollte die gute Frau überhaupt keinen Hörtest bei mir durchführen, weil Menschen in meinem Alter (damals 24 Jahre) ihrer Ansicht nach nicht schlecht hören. Nachdem ich aber auf einen Test bestanden hatte, stellte sie völlig überrascht fest, dass ich tatsächlich nicht gut hören kann. Meine Hörkurve hat die typische „Badewannenform“, d.h. dass ich hohe und tiefe Frequenzen besser hören kann als mittlere. Das Hörvermögen auf der linken Seite war allerdings schlechter als auf der rechten Seite. Aufgrund dieser Ergebnisse diagnostizierte die Ärztin eine angeborene Schwerhörigkeit, die besonders auf der linken Seite schneller voranschreitet. Ohne weitere Untersuchungen verschrieb sie mir Hörgeräte, für die ich einen ziemlich hohen Eigenanteil zahlen musste. In den ersten Monaten hörte ich damit auch tatsächlich besser. Besonders in meinem Beruf (damals begann ich gerade mein Referendariat) halfen mir die Hörgeräte. Allerdings fiel mir nach einiger Zeit auf, dass sich mein Hörvermögen auf der linken Seite verschlechterte. Die Tests bei meinem Akustiker bestätigten meinen Eindruck. Nach einigen Monaten und mehreren Test riet mir mein (zum Glück sehr fähiger) Akustiker, vielleicht den HNO-Arzt zu wechseln, da meine Ärztin keine weiteren Tests durchführte. Daher suchte ich Ende 2010 einen anderen HNO-Arzt auf, der sich die Verschlechterung auch nicht erklären konnte. Er wollte jedoch einige „exotische Dinge“ (wie er sich ausdrückte) ausschließen und schickte mich zum MRT. Dabei wurde ein AN (0,5x0,5x0,3cm) festgestellt, das zum Glück noch relativ klein war, bzw. vermutete der HNO-Arzt, dass es sich um ein AN handelt. Mein HNO-Arzt verwies mit daraufhin an Prof. Dr. Lang an der Uniklinik Essen. Dort begann für mich eine kleine Odyssee, denn ich musste alle Tests, die ich bereits bei meinem HNO-Arzt gemacht hatte, noch einmal machen. Anschließend sagte mir Herr Lang, dass ich ja 100% auf beiden Ohren hören könne und kein Hörgerät brauche. Als ich ihm sagte, dass ich bereits ein Hörgerät habe, weil ich so schlecht höre, stellte er fest, dass ich den ganzen Vormittag über falsche Tests gemacht hatte und ganz andere Tests nötig wären. Also begann alles von vorne. Daraufhin sah ich Herrn Lang wieder für ca. 1 Minute, in der er mir mitteilte, dass er die Testergebnisse und MRT-Aufnahmen an eine spezielle Radiologengruppe weitergeben würde, die feststellen könne, ob es sich tatsächlich um ein AN handelt. Man würde sich dann bei mir melden. Da dies nicht der Fall war, versuchte ich mehrfach, Herrn Lang oder seinen Assistenzarzt Dr. Zander telefonisch zu erreichen, wobei mir mitgeteilt wurde, dass Herr Zander mich zurückrufen würde. Das war jedoch auch erst wieder einige Tage später der Fall. Er sagte mir, dass es ein AN ist und ich sollte Anfang 2011 noch einmal vorbeikommen. Bei diesem Termin teilte er mir mit einem Lachen (!!!) im Gesicht mit, dass das AN an der Uniklinik Essen operiert werden könne, aber danach wäre ich auf jeden Fall auf dem linken Ohr taub. Geschockt fuhr ich nach Hause und recherchierte im Internet, wo ich dieses Forum fand. Da Prof. Dr. Tatagiba aus Tübingen sehr gelobt wurde, schrieb ich ihm eine Email, auf die er persönlich noch am gleichen Tag antwortete. Er schrieb mir, dass ich mit allen Bildern und Testergebnissen vorbei kommen sollte, was ich auch tat. Er sagte mir, dass er das AN erst einmal nur beobachten würde. Wenn sich das Gehör verschlechtere oder ich einen Hörsturz bekäme, sollte ich mich noch einmal melden. Leider hatte ich kurze Zeit später (im April 2011) einen Hörsturz und daher fuhr ich wieder nach Tübingen. Nun riet mir Herr Tatagiba zu einer OP, damit das Restgehör erhalten bleiben könne. Die OP fand im Mai 2011 statt und verlief sehr gut. Ich kann auf meinem linken Ohr noch hören (sogar etwas besser als vor der OP) und die Facialisparese war gering. Leider hatte ich große Gleichgewichtsprobleme nach der OP, aber auch diese legten sich nach einigen Monaten. In der folgenden Zeit hatte ich nur manchmal Kopfschmerzen. Die Kontrolluntersuchung nach 3 Monaten zeigte, dass etwas Gewebe erhalten geblieben war. Herr Tatagiba vermutete, dass es Narbengewebe sei, aber er erklärte auch deutlich, dass es sich auch um Resttumorzellen handeln könne. Jetzt (1 Jahr später) fand wieder eine Nachuntersuchung statt, bei der festgestellt wurde, dass der Tumor wieder gewachsen ist. Die genaue Größe weiß ich nicht, aber er ist wieder ähnlich groß wie vor der OP. Herr Tatagiba riet mir zu einer Bestrahlung mit dem Gamma Knife, die ich wohl in Krefeld machen werde. Ich hoffe, dass mein Gehör danach noch erhalten ist. Aber positiv denken hat bereits bei der ersten OP funktioniert!
Wie Ihr seht, war der Verlauf meiner Erkrankung etwas chaotisch, aber bei Herrn Tatagiba fühle ich mich sehr gut aufgehoben. Ich hoffe, dass ich ähnliche Erfahrungen mit Herrn Horstmann in Krefeld machen werde. Einige Beiträge beziehen sich ja auf die Praxis in Krefeld und hören sich positiv an. Ich werde Euch berichten, wie es bei mir weitergeht.
Ich danke allen hier im Forum Beteiligten für Ihre hilfreichen Infos und eigenen Erfahrungen. Obwohl ich bisher nicht im Forum aktiv war, so haben mir Eure Schilderungen sehr geholfen!
Viele Grüße,
Tine
ich bin neu hier im Forum, aber da es mir während meiner Erkrankung sehr weitergeholfen hat und weil ich wohl zu den „jüngeren“ Fällen gehöre, wollte ich über meine Erfahrung mit einem AN berichten.
Vor einigen Jahren (ca. ab 2008) merkte ich, dass ich besonders auf meinem linken Ohr schlechter hören konnte. Zunächst dachte ich (oder eher: hoffte ich), dass ich mir den Hörverlust nur einbilde. Nachdem ich aber immer öfter Dinge verstand, die bei meinen Mitmenschen auf Unverständnis oder zu Lachanfällen führten, suchte ich 2009 eine HNO-Ärztin auf. Zunächst wollte die gute Frau überhaupt keinen Hörtest bei mir durchführen, weil Menschen in meinem Alter (damals 24 Jahre) ihrer Ansicht nach nicht schlecht hören. Nachdem ich aber auf einen Test bestanden hatte, stellte sie völlig überrascht fest, dass ich tatsächlich nicht gut hören kann. Meine Hörkurve hat die typische „Badewannenform“, d.h. dass ich hohe und tiefe Frequenzen besser hören kann als mittlere. Das Hörvermögen auf der linken Seite war allerdings schlechter als auf der rechten Seite. Aufgrund dieser Ergebnisse diagnostizierte die Ärztin eine angeborene Schwerhörigkeit, die besonders auf der linken Seite schneller voranschreitet. Ohne weitere Untersuchungen verschrieb sie mir Hörgeräte, für die ich einen ziemlich hohen Eigenanteil zahlen musste. In den ersten Monaten hörte ich damit auch tatsächlich besser. Besonders in meinem Beruf (damals begann ich gerade mein Referendariat) halfen mir die Hörgeräte. Allerdings fiel mir nach einiger Zeit auf, dass sich mein Hörvermögen auf der linken Seite verschlechterte. Die Tests bei meinem Akustiker bestätigten meinen Eindruck. Nach einigen Monaten und mehreren Test riet mir mein (zum Glück sehr fähiger) Akustiker, vielleicht den HNO-Arzt zu wechseln, da meine Ärztin keine weiteren Tests durchführte. Daher suchte ich Ende 2010 einen anderen HNO-Arzt auf, der sich die Verschlechterung auch nicht erklären konnte. Er wollte jedoch einige „exotische Dinge“ (wie er sich ausdrückte) ausschließen und schickte mich zum MRT. Dabei wurde ein AN (0,5x0,5x0,3cm) festgestellt, das zum Glück noch relativ klein war, bzw. vermutete der HNO-Arzt, dass es sich um ein AN handelt. Mein HNO-Arzt verwies mit daraufhin an Prof. Dr. Lang an der Uniklinik Essen. Dort begann für mich eine kleine Odyssee, denn ich musste alle Tests, die ich bereits bei meinem HNO-Arzt gemacht hatte, noch einmal machen. Anschließend sagte mir Herr Lang, dass ich ja 100% auf beiden Ohren hören könne und kein Hörgerät brauche. Als ich ihm sagte, dass ich bereits ein Hörgerät habe, weil ich so schlecht höre, stellte er fest, dass ich den ganzen Vormittag über falsche Tests gemacht hatte und ganz andere Tests nötig wären. Also begann alles von vorne. Daraufhin sah ich Herrn Lang wieder für ca. 1 Minute, in der er mir mitteilte, dass er die Testergebnisse und MRT-Aufnahmen an eine spezielle Radiologengruppe weitergeben würde, die feststellen könne, ob es sich tatsächlich um ein AN handelt. Man würde sich dann bei mir melden. Da dies nicht der Fall war, versuchte ich mehrfach, Herrn Lang oder seinen Assistenzarzt Dr. Zander telefonisch zu erreichen, wobei mir mitgeteilt wurde, dass Herr Zander mich zurückrufen würde. Das war jedoch auch erst wieder einige Tage später der Fall. Er sagte mir, dass es ein AN ist und ich sollte Anfang 2011 noch einmal vorbeikommen. Bei diesem Termin teilte er mir mit einem Lachen (!!!) im Gesicht mit, dass das AN an der Uniklinik Essen operiert werden könne, aber danach wäre ich auf jeden Fall auf dem linken Ohr taub. Geschockt fuhr ich nach Hause und recherchierte im Internet, wo ich dieses Forum fand. Da Prof. Dr. Tatagiba aus Tübingen sehr gelobt wurde, schrieb ich ihm eine Email, auf die er persönlich noch am gleichen Tag antwortete. Er schrieb mir, dass ich mit allen Bildern und Testergebnissen vorbei kommen sollte, was ich auch tat. Er sagte mir, dass er das AN erst einmal nur beobachten würde. Wenn sich das Gehör verschlechtere oder ich einen Hörsturz bekäme, sollte ich mich noch einmal melden. Leider hatte ich kurze Zeit später (im April 2011) einen Hörsturz und daher fuhr ich wieder nach Tübingen. Nun riet mir Herr Tatagiba zu einer OP, damit das Restgehör erhalten bleiben könne. Die OP fand im Mai 2011 statt und verlief sehr gut. Ich kann auf meinem linken Ohr noch hören (sogar etwas besser als vor der OP) und die Facialisparese war gering. Leider hatte ich große Gleichgewichtsprobleme nach der OP, aber auch diese legten sich nach einigen Monaten. In der folgenden Zeit hatte ich nur manchmal Kopfschmerzen. Die Kontrolluntersuchung nach 3 Monaten zeigte, dass etwas Gewebe erhalten geblieben war. Herr Tatagiba vermutete, dass es Narbengewebe sei, aber er erklärte auch deutlich, dass es sich auch um Resttumorzellen handeln könne. Jetzt (1 Jahr später) fand wieder eine Nachuntersuchung statt, bei der festgestellt wurde, dass der Tumor wieder gewachsen ist. Die genaue Größe weiß ich nicht, aber er ist wieder ähnlich groß wie vor der OP. Herr Tatagiba riet mir zu einer Bestrahlung mit dem Gamma Knife, die ich wohl in Krefeld machen werde. Ich hoffe, dass mein Gehör danach noch erhalten ist. Aber positiv denken hat bereits bei der ersten OP funktioniert!
Wie Ihr seht, war der Verlauf meiner Erkrankung etwas chaotisch, aber bei Herrn Tatagiba fühle ich mich sehr gut aufgehoben. Ich hoffe, dass ich ähnliche Erfahrungen mit Herrn Horstmann in Krefeld machen werde. Einige Beiträge beziehen sich ja auf die Praxis in Krefeld und hören sich positiv an. Ich werde Euch berichten, wie es bei mir weitergeht.
Ich danke allen hier im Forum Beteiligten für Ihre hilfreichen Infos und eigenen Erfahrungen. Obwohl ich bisher nicht im Forum aktiv war, so haben mir Eure Schilderungen sehr geholfen!
Viele Grüße,
Tine