Chronologie des AN von lueckge - Teil (5)
Verfasst: 01.11.2011, 12:06
Chronologie des AN von lueckge
verteilt auf die Rubriken
Entscheidung für Operation oder nicht? - Teil (1), Teil (2), Teil (3)
Kliniken/Operateure - Teil (4)
Rehabilitation/Rehakliniken - Teil (5)
Lebensqualität nach einer Therapie - Teil (6)
Diese ungewöhnliche Darstellung unseres Forumsmitgliedes lueckge wurde auf Anraten des Moderators nachträglich thematisch gruppiert, mit Zwischentiteln versehen und auf die o.g. vier Rubriken verteilt.
Wir hoffen, daß dadurch die Attraktivität nicht gelitten, sondern zugenommen hat.
ANFux, Moderator
Chronologie des AN von lueckge - Teil (5)
AHB in Bad Windsheim
25.)
AHB in Bad Windsheim oder Fränkisches Exil:
Die Fahrt nach Bad Windsheim ist ähnlich anstrengend wie die Fahrt von Würzburg nach Hause und ich bin mehr als froh, daß die Distanz nur ¼ von der Distanz zu der von uns ursprünglich ausgesuchten Klinik beträgt.
Unser Zimmer dort ist geräumig (eben auch rollstuhlgerecht) und wir teilen uns mit dem Nachbarzimmer einen kleinen Südbalkon, der genau in Richtung Kurgarten geht.
(Was aber an einem Sonntagmittag bei der dort dargebotenen Rumtata-Musik durchaus auch zum Nachteil mutieren kann...) Aber ansonsten genießen wir dort den goldenen Oktober, wobei ich noch nicht ahne, daß die Bäume und der noch sommerlich, wunderschön bepflanzte Kurgarten, sich noch erheblich verändern werden, bis wir endlich Anfang November nach Hause dürfen...
Allgemein:
Mit dem Dialekt kann man sich arrangieren, auch wenn das Fränkische Alphabet kein „T“ (ist generell ein „D“) und kein „P“ (wird immer durch ein „B“ ersetzt) enthält.
Dafür muß es darin mindestens drei „Rrrr...“ geben!
Aber als mir eine Logopädin einen „Schpiiieschl“ in die Hand drückte, muß das Fragezeichen in meinem Gesicht doch ziemlich groß gewesen sein als ich den gereichten Spiegel verdutzt in der Hand hin und her drehte...
Preise für Telefon, Fernseher (den brauch ich sowieso nicht) und Internet sind schlichtweg astronomisch zu nennen, aber das hatte ich vorher schon gelesen und entsprechend mit Handy und UMTS-Stick vorgesorgt. (Achtung, nicht alle Netzte haben hier kurz vor dem Ende der Welt Empfang!)
Alle Anwendungen sind im Haus, und das Gebäude der Kiliani-Klinik ist recht neu bzw. modernisiert und dabei recht geschmackvoll gemacht.
Im Speisesaal sind Neuro- und Orthopädiepatienten bunt gemischt und das was man zum Teil sieht, und wie manche Patienten trotzdem mit ihrem Handicap umgehen, lässt einem immer wieder spüren, daß es einem selbst doch gar nicht so schlecht geht...
Trotzdem brauche ich die erste Woche, bis ich alles finde.
Dafür gibt es aber die „gelben Engel“, ein Hol- und Bringdienst dessen Damen alle ein gelbes T-Shirt tragen, die hoffentlich irgendwann auch nach Kilometer bezahlt werden und die man hier schon mal mit mehreren Rollstühlen gleichzeitig durch die Gänge flitzen sieht. Immer mit einem riesigen Plan in Händen der einem Busfahrplan ähnelt, mit all den Daten wann, wo, wer, wohin zu bringen ist.
Hut ab vor deren Leistung, ich würde auf jeden Fall öfter mal jemanden übersehen oder vergessen...
Um die für mich passenden Anwendungen herauszufinden und alle auch verordnet zu bekommen brauche ich noch mal eine Woche.
Dabei stellen sich allerdings die Therapeuten, Psychologen und Patienten mit ähnlichen Krankheitsbildern, die schon länger hier sind, meist als größere Hilfe heraus, als der eigentliche Stationsarzt.
Ab der dritten Woche hat man sich an alles gewöhnt und alles läuft soweit...
Allerdings werden die anfänglich schnellen Fortschritte langsamer und bei mir beginnt sich die Ungeduld zu regen.
In dem anfangs gezeigten Tempo, hätte ich eigentlich nach den vier Wochen gleich wieder arbeiten gehen können, aber irgendwie werden die Fortschritte langsamer und weniger deutlich.
Mein rechtes Auge macht mir Sorgen, da es neben dem Effekt, daß es nicht richtig schließt (auch wenn ich das selbst nicht merke), zudem auch bewegte Bilder nicht richtig verarbeitet.
Auch wenn ich nach der zweiten Woche bereits den Rollator bei Seite gestellt habe, hatte ich doch noch mehrmals Schwindelattacken, bei denen ich für ein paar Sekunden nicht weiß was oben oder unten ist und ich mich ganz schnell irgendwo gut festhalten muß. Auf freiem Feld im Rentnerfreilauf (Kurgarten) darf mir das jedenfalls nicht passieren!
Ich werde von allen Seiten zur Geduld gemahnt:
„Das Gehirn muß hier neue Verknüpfungen bilden und wenn man da etwas erzwingen will, könnten sich falsche Dinge festsetzen, bei denen man dann seine liebe Not hat um sie wieder abzustellen...“
Ja, ja... Das bekomme ich andauernd zu hören, aber ich bin nun mal nicht geduldig!
Gruß lueckge
verteilt auf die Rubriken
Entscheidung für Operation oder nicht? - Teil (1), Teil (2), Teil (3)
Kliniken/Operateure - Teil (4)
Rehabilitation/Rehakliniken - Teil (5)
Lebensqualität nach einer Therapie - Teil (6)
Diese ungewöhnliche Darstellung unseres Forumsmitgliedes lueckge wurde auf Anraten des Moderators nachträglich thematisch gruppiert, mit Zwischentiteln versehen und auf die o.g. vier Rubriken verteilt.
Wir hoffen, daß dadurch die Attraktivität nicht gelitten, sondern zugenommen hat.
ANFux, Moderator
Chronologie des AN von lueckge - Teil (5)
AHB in Bad Windsheim
25.)
AHB in Bad Windsheim oder Fränkisches Exil:
Die Fahrt nach Bad Windsheim ist ähnlich anstrengend wie die Fahrt von Würzburg nach Hause und ich bin mehr als froh, daß die Distanz nur ¼ von der Distanz zu der von uns ursprünglich ausgesuchten Klinik beträgt.
Unser Zimmer dort ist geräumig (eben auch rollstuhlgerecht) und wir teilen uns mit dem Nachbarzimmer einen kleinen Südbalkon, der genau in Richtung Kurgarten geht.
(Was aber an einem Sonntagmittag bei der dort dargebotenen Rumtata-Musik durchaus auch zum Nachteil mutieren kann...) Aber ansonsten genießen wir dort den goldenen Oktober, wobei ich noch nicht ahne, daß die Bäume und der noch sommerlich, wunderschön bepflanzte Kurgarten, sich noch erheblich verändern werden, bis wir endlich Anfang November nach Hause dürfen...
Allgemein:
Mit dem Dialekt kann man sich arrangieren, auch wenn das Fränkische Alphabet kein „T“ (ist generell ein „D“) und kein „P“ (wird immer durch ein „B“ ersetzt) enthält.
Dafür muß es darin mindestens drei „Rrrr...“ geben!
Aber als mir eine Logopädin einen „Schpiiieschl“ in die Hand drückte, muß das Fragezeichen in meinem Gesicht doch ziemlich groß gewesen sein als ich den gereichten Spiegel verdutzt in der Hand hin und her drehte...
Preise für Telefon, Fernseher (den brauch ich sowieso nicht) und Internet sind schlichtweg astronomisch zu nennen, aber das hatte ich vorher schon gelesen und entsprechend mit Handy und UMTS-Stick vorgesorgt. (Achtung, nicht alle Netzte haben hier kurz vor dem Ende der Welt Empfang!)
Alle Anwendungen sind im Haus, und das Gebäude der Kiliani-Klinik ist recht neu bzw. modernisiert und dabei recht geschmackvoll gemacht.
Im Speisesaal sind Neuro- und Orthopädiepatienten bunt gemischt und das was man zum Teil sieht, und wie manche Patienten trotzdem mit ihrem Handicap umgehen, lässt einem immer wieder spüren, daß es einem selbst doch gar nicht so schlecht geht...
Trotzdem brauche ich die erste Woche, bis ich alles finde.
Dafür gibt es aber die „gelben Engel“, ein Hol- und Bringdienst dessen Damen alle ein gelbes T-Shirt tragen, die hoffentlich irgendwann auch nach Kilometer bezahlt werden und die man hier schon mal mit mehreren Rollstühlen gleichzeitig durch die Gänge flitzen sieht. Immer mit einem riesigen Plan in Händen der einem Busfahrplan ähnelt, mit all den Daten wann, wo, wer, wohin zu bringen ist.
Hut ab vor deren Leistung, ich würde auf jeden Fall öfter mal jemanden übersehen oder vergessen...
Um die für mich passenden Anwendungen herauszufinden und alle auch verordnet zu bekommen brauche ich noch mal eine Woche.
Dabei stellen sich allerdings die Therapeuten, Psychologen und Patienten mit ähnlichen Krankheitsbildern, die schon länger hier sind, meist als größere Hilfe heraus, als der eigentliche Stationsarzt.
Ab der dritten Woche hat man sich an alles gewöhnt und alles läuft soweit...
Allerdings werden die anfänglich schnellen Fortschritte langsamer und bei mir beginnt sich die Ungeduld zu regen.
In dem anfangs gezeigten Tempo, hätte ich eigentlich nach den vier Wochen gleich wieder arbeiten gehen können, aber irgendwie werden die Fortschritte langsamer und weniger deutlich.
Mein rechtes Auge macht mir Sorgen, da es neben dem Effekt, daß es nicht richtig schließt (auch wenn ich das selbst nicht merke), zudem auch bewegte Bilder nicht richtig verarbeitet.
Auch wenn ich nach der zweiten Woche bereits den Rollator bei Seite gestellt habe, hatte ich doch noch mehrmals Schwindelattacken, bei denen ich für ein paar Sekunden nicht weiß was oben oder unten ist und ich mich ganz schnell irgendwo gut festhalten muß. Auf freiem Feld im Rentnerfreilauf (Kurgarten) darf mir das jedenfalls nicht passieren!
Ich werde von allen Seiten zur Geduld gemahnt:
„Das Gehirn muß hier neue Verknüpfungen bilden und wenn man da etwas erzwingen will, könnten sich falsche Dinge festsetzen, bei denen man dann seine liebe Not hat um sie wieder abzustellen...“
Ja, ja... Das bekomme ich andauernd zu hören, aber ich bin nun mal nicht geduldig!
Gruß lueckge