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von ANFux » 08.02.2011, 12:17
Liebe Forumsleser,
ab und zu (ehrlich gesagt: sehr oft) ist es zweckmäßig bis notwendig, im Forum einiges umzusortieren, weil nicht immer diszipliniert zum Thema geschrieben wird, aber auch deshalb, weil die Themen bzw. die Ausagen darin vernetzt werden müssen. So ein Fall liegt jetzt wieder vor.
Deshalb kopiere ich an dieser Stelle in dieses Thema einen Auszug aus meinem Beitrag "Ein paar Tips für Geduld und Fleiß" aus dem Thema "Mein Zustand 5 Monate nach OP" in der Rubrik "Lebensqualität ...".
Es war ein Beitrag, der sich an unser Forumsmitglied an richtete, nachdem diese ihren Fall ausführlich dargelegt hatt.
Zitat:
Zum Augenreflex und der Tatsache, dass Dein „Blick immer noch bei jeder Bewegung wackelt“ noch ein paar Sätze. In meinem Erfahrungsbericht gleich am Beginn der Rubrik "Lebensqualität nach einer OP" habe ich u.a. geschieben:
Meine Empfindungen beim Gehen schilderte ich meinem Operateur damals so: Mir ist, als ob mein Kopf wie ein übermäßig großer Kürbis auf einem langen dünnen Besenstiel sitzt und beim Gehen wackelt, federt. Die Welt vor mir sehe ich so, wie sie eine Kamera sieht, die am Helm eines Skifahrers befestigt ist, der für das Fernsehen eine wellige Abfahrtspiste hinabfährt.
Ich habe mir wegen anfangs fehlendem Therapeuten selbst Uebungen dagegen ausgedacht und gemacht, mit Erfolg:
Ich habe mich zu Hause vor die Wand gestellt und ein Bild angeschaut. So hatte ich eine Senkrechte und eine Waagerechte (wenn das Bild gut aufgehängt ist). Nun habe ich den Kopf bewegt. Drehen um die Hals-Achse. Seitliches Neigen durch Beugen auf eine Schulter. Nach vorn kippen durch Fallenlassen und Heben des Kopfes. Alles mit wechselnder Schwierigkeit: Langsam, dann schnell. Mit offenen, dann mit geschlossenen Augen. Im Stand, dann immer eine ganze Körperdrehung. Das alles im fortgeschrittenem Zustand kombiniert, d.h. also als Schwierigstes auch mal schnell drehen mit geschlossenen Augen.
Ich habe die Zeit gemessen (einfaches Zählen reicht), die vergeht, wenn ich z.B. nach dreimaligem Kopfdrehen die Augen auf den senkrechten Bildrahmen fixiere, bis das Bild ruhig steht. Der Bilderrahmen zuckte eine Weile, bis er ein gerader, ruhiger Strich war. Genauer gesagt, hat mir meine Frau dabei geholfen. Durch das Notieren der Zeiten habe ich gesehen, dass ich durch Ueben besser wurde. Das ist moralisch sehr wichtig.
Diese Uebungen mögen manchem albern vorkommen, aber ich habe sie durch rationales Denken mir erarbeitet, und sie haben geholfen. Es kommt nicht auf besonders raffinierte Dinge an, sondern auf effektive. Wie ich in oben zitierten Beiträgen schon schrieb: Der Körper muss genügend oft in alle nur denkbaren Lagen und Situationen versetzt werden, dann lernt er auch wieder, damit umzugehen. Er lernt, die Fehlinterpretationen von einer kranken bzw. defekten Seite mit den richtigen Informationen der gesunden Seite und den anderen Informationen von Gelenken, Muskeln und Sehnen in Einklang zu bringen, sie richtig einzuordnen, so dass die körperliche nreaktionen wieder die alten sind. Geduld und Fleiss sind wichtiger als raffinierte Kombinationen mit irgendeinem patentierten Namen. Wie ich Dich einschätze, wirst Du es probieren. Ich wünsche Dir Erfolg.
Ende des Zitats.
Den Erfolg wünsche ich natürlich allen Lesern, nicht nur an.
Beste Grüße
ANFux
1939, m. '94 transtemp. OP (15 mm) in Magdeburg/Prof. Freigang, einseitig taub, kein Tinnitus, keine Fazialispar. Rehakur in Bad Gögging. '96-'04 im Vorstand d. VAN in D, seitdem Beratungen zum AN. Ab '07 Moderator, ab '08 Homepage-Verantwortl.(bis 2012)