Mangelnde ärztliche Erfahrung in Diagnose und Therapie
Verfasst: 01.04.2009, 10:45
Mangelnde ärztliche Erfahrung in Diagnose und Therapie
erster Titel:
Erfahrung des Chirurgen und Lebensqualität nach OP
Liebe Forumsmitglieder!
Zu allererst will ich festhalten das ich einen Teil eurer Beiträge gelesen habe und dieses Forum grossartig finde, besonders dazu um jene wichtigen Informationen zu erhalten die bei so manchen Betroffenen von diversen Medizineren unerwähnt bleiben. Ich habe lange überlegt, ob ich meine bisherige Geschichte hier publizieren soll oder nicht, da doch so viele positive Beiträge gezeigt werden, und mein Beitrag dieses Bild etwas trüben könnte.
Meine Erfahrungen und Zweifel:
Mein Vertrauen in die Schulmedizin ist etwas angeschlagen was die Verbesserung meiner Beschwerden (Tinitus und Kopfschmerzen seit ca. 10 Jahren, sehr extrem seit ca. 2 Jahren - ein konzentriertes Arbeiten ist fast unmöglich) betrifft.
Aus den Gesprächen mit österreichischen Experten musste ich zur Kenntnis nehmen, das es nach einer Operation zu einer weiteren Verschlechterung meines Zustandes kommen kann (dies abgesehen von den bei einer AN - Operation üblichen Risken). Ich bin eigentlich ratlos und unschlüssig wie es weitergehen soll.
Ein Einblick in meine Geschichte:
Ich leide seit ca. 10 Jahren an den Begleiterscheinungen (extrem starker Tinitus, Kopfdruck- schmerzen) eines linksseitigen Akustikusneurionoms mit einer aktuellen Ausdehnung von knapp 2cm. Leider wurde das AN bei den zahlreichen Untersuchungen von verschiedenen Ärzten und in verschiedenen Kliniken nicht diagnostiziert, und mit dem Hinweis auf "Einbildung,...." abgetan.
Selbst bei der Suche nach meinen Beschwerden durch das spezialisierte Landesnervenklinikum in GUGGING (Donauklinikum Tulln) im Jänner 2003 wurde nur ein CT ohne Kontrastmittel durchgeführt - und (natürlich) eine Fehldiagnose gestellt.
Mitte 2007 gelangte ich aufgrund massivster Kopfbeschwerden in die Notaufnahme der Wiener Universitätsklinik (AKH). Dies war auch nur Zufall, da ich damals in Wien unterwegs war. Es folgten unverzüglich zahlreiche Untersuchungen durch Notfallsambulanz, Radiologie, Neurologie und HNO. Entlassen wurde ich mit dem Befund Bluthochdruck, Hörsturz, Hochtonschwerhörigkeit, Tinitus links, Neurologisch O.B.
Da sich die seit diesem Ereignis eingestellte Hörschwäche links nicht besserte, wurde ein weiterer HNO Spezialist aufgesucht. Dr. Wirtinger (er war der erste wahre Profi) aus Wien führte umfangreiche Untersuchungen, Audiogramme, etc. durch und veranlasste danach zum Ausschluss eines AN eine MR Untersuchung des Kopfes unter besonderer Berücksichtigung des Kleinhirnbrückenwinkels. Doz. Dr. Steiner, St. Pölten stellte die MR Diagnose: Tumor im linken Kleinhirnbrückenwinkel teils zystisch, teils solid, Dimension knapp 2cm.
Es erfolgte eine Zuweisung an die Neurochirurgische Ambulanz der Wiener Rudolfsstiftung. Wartezeit auf Untersuchungstermin ca. 3 Monate! Ergebnis Operation wird empfohlen, Aufklärung über Risken. Während der Wartezeit suchte ich mangels Terminen an öffentlichen Krankenanstalten die empfohlenen Spezialisten als Privatpatient in ihren Ordinationen auf:
Prof. Knosp (Leiter der Neurochirurgie an der UNI - Klinik Wien)
Prof. Czech (Chirurg an der Neurochirurgie der UNI - Klinik Wien sowie Wiener Privatklinik)
Prof. Unger (Gammaknife an der UNI - Klinik Graz)
Ergebnis: Gammaknife sei aufgrund der zystischen Anteile nur zweite Wahl, Microchirurgie durch einen erfahrenen Spezialisten sei erforderlich (wörtliche Aussage von Prof. Czech: wählen Sie nicht einen Guten sondern nur den Besten) er empfahl mir Prof. Knosp.
Das Problem ist, das auch in Österreichs Kliniken umfangreiche Statistiken geführt werden (müssen), aber diese weder der Öffentlichkeit noch den (Haus)ärzten) zugänglich sind. Ich denke das dies wohl daran liegt das es in Österreich einfach zu wenige (erkannte) AN Fälle gibt, da die Bevölkerungsanzahl einfach zu gering ist. Und diese "Wenigen" teilen sich noch auf alle Neurochirurgischen Kliniken auf.
Die unten angeführten Daten stammen von der STATISTIK AUSTRIA: es werden unter der Codierung L87 Medizinische Leistung - Eingriff am inneren Gehörgang (inkl. Akustikusneurinom) (LE=je Ohr) <1706> folgende Operationszahlen für ganz Österreich pro Jahr publiziert:
18, 12, 13, 11, 14, 13, 19, 10, 13, 7 (1997 bis 2006).
Diese offizielle Information erzeugt nicht das Gefühl einer echten Praxis der österreichischen neurochirurgischen Spezialisten mit AN.
Es ist verständlich das sich allgemein sehr renomierte Krankenanstalten wegen einer seltenen Form eines Tumors nicht Blosstellen wollen.
Die Österreichische Sozialversicherung (SVA) lehnt jedoch die Kostenübernahme bei Behandlungen im Ausland prinzipiell ab - es sei denn der Patient kann beweisen, das eine Behandlung im Inland nicht möglich sei.
Ich bin nicht bereit das "Versuchskaninchen" für Chirurgen mit zu wenig AN Praxis zu werden. Das klingt ein wenig hart, wenn man es jedoch mit Forumsbeiträgen in Relation setzt wo 100 Operationen pro Jahr und Neurochirurg genannt werden, scheint es mir gerechtfertigt.
Ich will unter derartigen Umständen keine weitere Verschlechterung meiner Lebensqualität heraufbeschwören.
Ich hoffe, das ich niemanden zu Nahe getreten bin - sollte es doch sein, so entschuldige ich mich dafür schon jetzt.
Herzliche Grüße
Franz58.
erster Titel:
Erfahrung des Chirurgen und Lebensqualität nach OP
Liebe Forumsmitglieder!
Zu allererst will ich festhalten das ich einen Teil eurer Beiträge gelesen habe und dieses Forum grossartig finde, besonders dazu um jene wichtigen Informationen zu erhalten die bei so manchen Betroffenen von diversen Medizineren unerwähnt bleiben. Ich habe lange überlegt, ob ich meine bisherige Geschichte hier publizieren soll oder nicht, da doch so viele positive Beiträge gezeigt werden, und mein Beitrag dieses Bild etwas trüben könnte.
Meine Erfahrungen und Zweifel:
Mein Vertrauen in die Schulmedizin ist etwas angeschlagen was die Verbesserung meiner Beschwerden (Tinitus und Kopfschmerzen seit ca. 10 Jahren, sehr extrem seit ca. 2 Jahren - ein konzentriertes Arbeiten ist fast unmöglich) betrifft.
Aus den Gesprächen mit österreichischen Experten musste ich zur Kenntnis nehmen, das es nach einer Operation zu einer weiteren Verschlechterung meines Zustandes kommen kann (dies abgesehen von den bei einer AN - Operation üblichen Risken). Ich bin eigentlich ratlos und unschlüssig wie es weitergehen soll.
Ein Einblick in meine Geschichte:
Ich leide seit ca. 10 Jahren an den Begleiterscheinungen (extrem starker Tinitus, Kopfdruck- schmerzen) eines linksseitigen Akustikusneurionoms mit einer aktuellen Ausdehnung von knapp 2cm. Leider wurde das AN bei den zahlreichen Untersuchungen von verschiedenen Ärzten und in verschiedenen Kliniken nicht diagnostiziert, und mit dem Hinweis auf "Einbildung,...." abgetan.
Selbst bei der Suche nach meinen Beschwerden durch das spezialisierte Landesnervenklinikum in GUGGING (Donauklinikum Tulln) im Jänner 2003 wurde nur ein CT ohne Kontrastmittel durchgeführt - und (natürlich) eine Fehldiagnose gestellt.
Mitte 2007 gelangte ich aufgrund massivster Kopfbeschwerden in die Notaufnahme der Wiener Universitätsklinik (AKH). Dies war auch nur Zufall, da ich damals in Wien unterwegs war. Es folgten unverzüglich zahlreiche Untersuchungen durch Notfallsambulanz, Radiologie, Neurologie und HNO. Entlassen wurde ich mit dem Befund Bluthochdruck, Hörsturz, Hochtonschwerhörigkeit, Tinitus links, Neurologisch O.B.
Da sich die seit diesem Ereignis eingestellte Hörschwäche links nicht besserte, wurde ein weiterer HNO Spezialist aufgesucht. Dr. Wirtinger (er war der erste wahre Profi) aus Wien führte umfangreiche Untersuchungen, Audiogramme, etc. durch und veranlasste danach zum Ausschluss eines AN eine MR Untersuchung des Kopfes unter besonderer Berücksichtigung des Kleinhirnbrückenwinkels. Doz. Dr. Steiner, St. Pölten stellte die MR Diagnose: Tumor im linken Kleinhirnbrückenwinkel teils zystisch, teils solid, Dimension knapp 2cm.
Es erfolgte eine Zuweisung an die Neurochirurgische Ambulanz der Wiener Rudolfsstiftung. Wartezeit auf Untersuchungstermin ca. 3 Monate! Ergebnis Operation wird empfohlen, Aufklärung über Risken. Während der Wartezeit suchte ich mangels Terminen an öffentlichen Krankenanstalten die empfohlenen Spezialisten als Privatpatient in ihren Ordinationen auf:
Prof. Knosp (Leiter der Neurochirurgie an der UNI - Klinik Wien)
Prof. Czech (Chirurg an der Neurochirurgie der UNI - Klinik Wien sowie Wiener Privatklinik)
Prof. Unger (Gammaknife an der UNI - Klinik Graz)
Ergebnis: Gammaknife sei aufgrund der zystischen Anteile nur zweite Wahl, Microchirurgie durch einen erfahrenen Spezialisten sei erforderlich (wörtliche Aussage von Prof. Czech: wählen Sie nicht einen Guten sondern nur den Besten) er empfahl mir Prof. Knosp.
Das Problem ist, das auch in Österreichs Kliniken umfangreiche Statistiken geführt werden (müssen), aber diese weder der Öffentlichkeit noch den (Haus)ärzten) zugänglich sind. Ich denke das dies wohl daran liegt das es in Österreich einfach zu wenige (erkannte) AN Fälle gibt, da die Bevölkerungsanzahl einfach zu gering ist. Und diese "Wenigen" teilen sich noch auf alle Neurochirurgischen Kliniken auf.
Die unten angeführten Daten stammen von der STATISTIK AUSTRIA: es werden unter der Codierung L87 Medizinische Leistung - Eingriff am inneren Gehörgang (inkl. Akustikusneurinom) (LE=je Ohr) <1706> folgende Operationszahlen für ganz Österreich pro Jahr publiziert:
18, 12, 13, 11, 14, 13, 19, 10, 13, 7 (1997 bis 2006).
Diese offizielle Information erzeugt nicht das Gefühl einer echten Praxis der österreichischen neurochirurgischen Spezialisten mit AN.
Es ist verständlich das sich allgemein sehr renomierte Krankenanstalten wegen einer seltenen Form eines Tumors nicht Blosstellen wollen.
Die Österreichische Sozialversicherung (SVA) lehnt jedoch die Kostenübernahme bei Behandlungen im Ausland prinzipiell ab - es sei denn der Patient kann beweisen, das eine Behandlung im Inland nicht möglich sei.
Ich bin nicht bereit das "Versuchskaninchen" für Chirurgen mit zu wenig AN Praxis zu werden. Das klingt ein wenig hart, wenn man es jedoch mit Forumsbeiträgen in Relation setzt wo 100 Operationen pro Jahr und Neurochirurg genannt werden, scheint es mir gerechtfertigt.
Ich will unter derartigen Umständen keine weitere Verschlechterung meiner Lebensqualität heraufbeschwören.
Ich hoffe, das ich niemanden zu Nahe getreten bin - sollte es doch sein, so entschuldige ich mich dafür schon jetzt.
Herzliche Grüße
Franz58.