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OP in der Kopfklinik Heidelberg
Verfasst: 02.08.2026, 17:29
von Tinetaps
Hallo,
Ist jemand von euch in den letzten 2 Jahren in Heidelberg operiert worden und kann seine Erfahrungen teilen? U.a Grösse An.
Ich habe im Forum gesucht, aber nichts aktuelles gefunden, da sie aber jährlich ca 800 AN operieren, habe ich die Hoffnung, dass sich jemand meldet.
Danke und lg
Re: OP in der Kopfklinik Heidelberg
Verfasst: 10.08.2026, 22:24
von Katha
Hallo,
ich wurde am 15.01. in Heidelberg von Dr. Haux operiert. Der Tumor war 1,6 x 1,5 cm groß, lag relativ kompliziert hinter dem Nerv und hat den Hirnstamm bereits etwas komprimiert. Aufgrund der komplizierten Lage hat die Op deutlich länger gedauert, verlief aber trotzdem ohne Komplikationen. Die Klinik und das gesamte Team, insbesondere aller Neurochirurgen, die ich kennenlernen durfte, waren sehr professionell, fachlich und menschlich super. Ich konnte bereits Ende Februar wieder ins Fußballtraining starten und habe jetzt, 7 Monate später, fast keine Probleme mehr. Um den Hörnerv zu schützen, wurde ein wirklich kleiner Resttumor belassen. Allerdings habe ich stand jetzt auf der Seite kein Hörvermögen mehr. Das kann leider vorkommen und könnte sich theoretisch auch noch etwas verändern. Ich würde mich jederzeit wieder für Heidelberg entscheiden und habe mich dort wirklich sehr sicher und gut aufgehoben gefühlt. Falls du bestimmte Fragen hast, stell sie mir gerne
Alles Gute und liebe Grüße
Katha
Re: OP in der Kopfklinik Heidelberg
Verfasst: 11.08.2026, 12:50
von Tinetaps
Hi Kathi,
Vielen lieben Dank dir für deine Antwort und die ganzen Details, das weiß ich sehr zu schätzen.
Es beruhigt zu wissen, dass jemand vor kurzer Zeit eine gute Erfahrung dort gemacht hat und ich freue mich zu lesen, dass du so kurz nach OP fast keine Probleme mehr hast.
Darf ich fragen wie lange du auf der Intensivstation/ in der Klinik warst insgesamt?
Hattest du vor der OP noch Hörvermögen auf der AN Seite? Und wie lief bei dir der ganze Reha Prozess ab?
Knapp 8 Wochen nach OP wieder mit dem Sport anfangen zu können, gibt mir große Hoffnung - hattest du das dann mit den Neurochirurgen besprochen oder ist das im Laufe der Reha zum Thema geworden, wann / wie du wieder in deinen Sport einsteigst?
Und wie lang war bei dir die Zeit zwischen Erstgespräch und OP? Hattest du einen Einfluss auf den OP Termin? Ich frage nur, da ich noch stille und etwas Vorlaufzeit bräuchte, um mein Kleinkind abzustillen.
Ganz lieben Dank und viele Grüße,
Tinetaps
Re: OP in der Kopfklinik Heidelberg
Verfasst: 11.08.2026, 22:21
von Katha
Liebe Tine,
die Op war donnerstags gegen 17:45 zu Ende. Bis 23 Uhr war ich auf der Intensivstation und anschließend bis Freitag Morgen auf einer Aufwach-/ Beobachtungsstation. Montag morgen wurde ich dann entlassen (das wollte ich auch so). Die ersten Tage, bin ich ehrlich, ging es mir wirklich sehr schlecht. Ich hatte starke Kopfschmerzen, dadurch dass bei der OP recht viel Nervenwasser verloren ging und auch Luft eingetreten ist. Ich konnte auch erst Samstag mobilisiert werden und habe erste Schritte auf der Station gemacht, Sonntag dann ein paar durch die Klinik. Dies wurde aber dann wirklich von Tag zu Tag deutlich besser. Auch hatte ich ein paar Tage nach dem ich zu Hause angekommen bin, keine Kopfschmerzen mehr.
Vor der Op hatte ich tatsächlich noch ein sehr gutes Hörvermögen, ich hatte lediglich Einschränkungen beim telefonieren mit der betroffenen Seite. Eine bestimmte Reha habe ich tatsächlich nicht gemacht, die Neurochirurgen meinten, dass der Alltag die beste Reha sei. Du musst deinen Körper nach einer gewissen Zeit allerdings auch fordern, wieder mit allen Reizen konfrontieren. Das ist erstmal nicht so leicht, weil viele Sachen einem erstmal wirklich schwer fallen. Ich habe mich ca. 3 Monate wie in einem fremden Körper gefühlt. Viele Reize auf die man anfangs sehr empfindlich reagiert. Auch Fußball spielen hat mir anfangs keinen Spaß gemacht aber durch die Übung konnte ich dort relativ schnell wieder reinfinden. Auf die Frage, wann ich wieder Fußball spielen könnte, meinten die Neurochirurgen, dass ich rein theoretisch nach 2-3 Wochen wieder joggen gehen könnte, das ging aber dann doch noch nicht. Wenn du ambulant zur Ergo- Oder Physiotherapie gehst, kannst du den Prozess der Kompensation natürlich auch nochmal beschleunigen. Ich war einmal da und habe ein paar Übungen gezeigt bekommen, die ich zusätzlich machen konnte.
Mein Erstgespräch hatte ich am 10.12. Mir wurde gesagt dass die Op jetzt nicht so akut ist, ich Weihnachten abwarten soll und sie dann aber in den nächsten 3 Monaten durchführen sollte. Man bekommt innerhalb von 3 Wochen einen Termin. In der selben Woche musste ich zu den Voruntersuchungen, wie EKG, Blutentnahme und Anästhesiegespräch.
Anders als leider in diesem Forum oft beschrieben, hatte ich keine Probleme mit dem Facialisnerven. Man hat es nach der Op lediglich minimal gesehen (der Mundwinkel beim Lachen), was sich allerdings sehr schnell rückläufig gezeigt hat. Der Nerv wird bei der Op permanent überwacht. Mir wurde mehrfach gesagt, dass es unter anderem deren höchste Priorität ist diesen Nerv zu schützen.
Ich kann dir aus meiner Erfahrung sagen, dass ich wirklich große Angst vor diesem Eingriff hatte, jetzt aber fast alles (bis auf das Hören und ein paar minimale Einschränkungen beim Sport, die aber auch noch weggehen werden) wieder beim Alten ist.
Liebe Grüße Katha