Liebe Akusti, liebe Forenbesucher,
es tut mir leid, dass ich jetzt erst die Gelegenheit ergreife auf deinen Eröffnungsbeitrag zu antworten -
(es gab bereits einen kurzen Austausch per Email/VN), da es zu deinen Fragen bisher aber keine Forenrückmeldung gegeben hat, möchte ich das an dieser Stelle nachholen.
Da Du einen treffenden Titel für deinen Beitrag gewählt und vorangestellt hast, an dieser Stelle ein paar Anmerkungen:
Leider kommt es immer wieder vor, dass Beiträge scheinbar unbeachtet im Forum verharren. Dieser Eindruck entsteht, weil das Fehlen einer direkten Antwort dem Verfasser den Eindruck vermittelt, sein Anliegen werde nicht wahrgenommen. Dem ist nicht so - wofür die Anzahl der Aufrufe einen Beleg liefert.
Warum aber bleibt mein Beitrag ohne Resonanz ?
Die nicht erschöpfende Antwort darauf verweist auf mehrere "Ursachen" - und keine davon liegt wohl in der Person
oder dem Beitrag selbst. Doch genau diese persönliche "Empfangsbestätigung" ist es, die schmerzlich vermisst wird -
habe ich etwas falsch gemacht, missachtet oder bin ich nur falsch gelandet ? Nichts von dem trifft zu, manchmal braucht es
Zeit und die Antworten kommen etwas später.
Wer das IGAN Forum entdeckt hat, hat als AN-Betroffene(r) eine konkrete Anlaufstelle gefunden. Alles wichtige an Informationen
und Hintergründen zum Thema Akustikusneurinom stehen offen und sind frei zugänglich - Begriffserklärungen, Therapieformen,
Kompetenzzentren - auf den Infoseiten detailliert aufbereitet, im Forenbereich nach Themen diskutiert und im Austausch mit
Mitbetroffenen geteilt.
Für die aktive Teilnahme im Forum, also das Stellen von Fragen oder Einstellen von Erfahrungsberichten ist eine Registrierung
und Freischaltung erforderlich - dieser "technische" Teil obliegt dem Moderator, nach Prüfung der Registrierungs-voraussetzungen erhält jedes freigeschaltete Neumitglied eine Begrüßungsnachricht. Im vertraulichen Bereich (persönliches Postfach) und nur angemeldet abrufbar - damit die Positivrückmeldung, das alles geklappt hat, der registrierte Forenzugang funktioniert und kein(e) Hilfesuchende(r) verloren geht. Bis zum ersten Hallo im Forum kann es dennoch manchmal dauern, was wiederum den verschiedenen Kommunikations-wegen geschuldet ist.
Diese "Hürde" muss sein und liegt in der Vertraulichkeit (Datenschutz) begründet - als persönliches Willkommen soll die Nachricht eine erste Orientierung geben, was ich denn nun tun kann und wie weiter vorzugehen ist.
Tatsächlich lernt die Forengemeinschaft jeden Neuankömmling erst mit dem ersten Beitrag kennen, namentlich erscheinen Neuzugänge zwar auf der
Forenübersichtsseite (ganz unten unter
Statistik: "Unser neuestes Mitglied"), je nach "Andrang" aber nur für eine kurze Zeit. Und tatsächlich ist die Freischaltung der Schlüssel zum Austausch mit der Foren-gemeinschaft.
Ab sofort besteht die Möglichkeit, mit jedem anderen Mitglied in direkten vertraulichen Kontakt zu treten. Jeder Verfasser eines konkreten Beitrags kann angefragt werden - bevor ein Erscheinen mit einem eigenen Beitrag überhaupt erfolgt ist. Auch dieser Weg wird regelmäßig genutzt. Sei es, weil es unter den Nägeln brennt und man eine direkte konkrete Frage an ein ganz bestimmtes Mitglied richten will, oder man seine Ausgangslage ganz bewusst erst zu einem anderen Zeitpunkt durch einen offenen Beitrag an die Gemeinschaft richten möchte.
Das Forum, also wir alle Betroffenen, erfahren allerdings erst mit den Beiträgen von den Fragen und Sorgen. Erst dann kann es dem begründendem Zweck, Hilfe auf Gegenseitigkeit zu offerieren, gerecht werden. Jeder Beitrag und die Antworten darauf sind also eine Form der Hilfestellung. Das Gefühl, mit den Problemen und Sorgen wahrgenommen zu werden, ist wichtig für die persönliche Auseinandersetzung mit der Erkrankung AN. Das Stöbern im Forum wie das exakte Recherchieren anhand der Infoseiten vermittelt Sicherheit im Umgang -
ich bin nicht allein und ich finde Antworten auf meine Fragen.
Nun aber zu deinen Fragen:
Welche Symptome haben zu deiner Diagnose geführt und wie lange begleiten Dich diese schon?
Mit der (MRT ?) Bestätigung "2 cm AN links außerhalb des Gehörgangs" hast Du eine Diagnose, die zum Handeln aufruft -
es stellt sich also die Therapiefrage: OP oder Bestrahlung. Um festzustellen, ob der Tumor wächst, ist eine zweite MRT-Untersuchung (mit Kontrastmittelgabe) notwendig - aussagekräftig sind allerdings die bestehenden Symptome und ihre kurzfristigen Veränderungen. "Aktuell höre ich noch sehr gut" lässt einen Interpretationsspielraum - gibt es bereits einen gemessenen Hörverlust auf der betroffenen Seite oder ist der subjektiv gering empfunden ? Ein AN in dieser Größe wird mit großer Wahrscheinlichkeit zur Beeinträchtigung des Hör-vermögens führen, Abwarten ist also keine wirkliche Option.
Hörverlust bzw. einseitige Ertaubung führt zu Einschränkungen, das Hörempfinden verändert sich zwangsläufig und kann durch technische Hilfsmittel (Hörgeräte, Implantate, Crossversorgung) nicht identisch wiederhergestellt werden. Musik hören unterscheidet sich von selbst musizieren, letzteres ist ja nicht nur auf die Sinneswahrnehmung "Hören" beschränkt. Prognosen sind schwierig bis unmöglich, ein Gewöhnungsprozess nach eingetretener Ertaubung verläuft individuell. Leider ist die Folge "Ertaubung" mit Blick auf den Verlauf nicht verhandelbar.
Zur Unterscheidung der unterschiedlichen Strahlentherapien findest Du Erklärungen auf den
Infoseiten und/oder mit Hilfe der
Suchfunktion im Forum. Das Cyberknife (Photonenstrahlung) als radiochirurgisches Instrument gilt als Weiterentwicklung des Gammaknifes (Cobalt-Strahlung), beide sind sog. Einmalbestrahlungen und unterscheiden sich damit von der fraktionierten Bestrahlung (mehrere Einzeldosen). Ergänzend ist der neue Therapieansatz der ZAP-X Therapie zu nennen, auch gibt es hierzu bereits Erfahrungsberichte im Forum (z.B
toensd,
tim69,
schaba u.a.)
Tinnitus ist ein besonderes Thema in Verbindung mit einem Akustikusneurinom. Unabhängig von der gewählten Therapie können Beschwerden auftreten, sich verändern oder sogar verschwinden. Operierte wie Bestrahlte haben ganz individuelle Erfahrungen - die Wahl einer Therapie mit Blick auf Tinnitusbeschwerden ist dahingehend nur stark eingeschränkt von Empfehlungen zu treffen. Ob der Tumor Auslöser eines Tinnitus ist oder als Katalysator seines Auftretens in Erscheinung tritt, ist kaum zu beurteilen. Eine vollständige operative Entfernung oder eine erfolgreiche Inaktivierung durch Bestrahlung garantiert keine Aufhebung der Symptome.
Falls noch nicht geschehen, wirst Du bei einer gründlichen Recherche (Ein- und Querlesen im Forum) zu allen Frage-stellungen sicherlich hilfreiche Ansatzpunkte finden können. Das muss nicht zwingend über die Suchfunktion gehen, das Stöbern im Forum (bewusst viel Zeit nehmen) stellt den so wichtigen "Beifang" an notwendigen Informationen bereit. Und bitte nicht von vermeintlich überholten, da länger zurückliegenden Beiträgen abhalten lassen, sie unterliegen keinem Ablauf qua Aktualität.
Ich wünsche Dir einen guten Verlauf und hilfreiche Erkenntnisse hier im Forum, Du bist hier buchstäblich nicht alleine
Beste Grüße
snowdog