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Angst vor der Op

Verfasst: 12.11.2025, 13:33
von Josie
Ich glaube , ich werde noch verrückt :)
Meine Op soll jetzt im November stattfinden.
Es ist so schwer für mich mal an etwas anderes zu denken & nachts träume ich fast immer davon.
Ich kann gar nicht erklären warum ich mir hier soviele Gedanken drum mache,
wahrscheinlich weil es ein Eingriff am Kopf ist.
Ich hab schon einige andere Eingriffe hinter mir, darunter auch 2 am Herzen und bei keiner war ich so
ängstlich wie jetzt vor dieser Op.
Habt ihr Ideen wie ich diese schlimmen Gedanken (was alles passieren könnte) ausblenden und positiv denken kann ?

Danke und liebe Grüße

Re: Angst vor der Op

Verfasst: 13.11.2025, 20:48
von snowdog
Liebe Josie,

hier gibt es eigentlich kein Patentrezept, eine Ablenkung gelingt
um so weniger, je mehr die Gedanken um den bevorstehenden Eingriff kreisen.

Zunächst solltest Du versuchen, aus der Gedankenschleife zu kommen. Du kennst vielleicht das Beispiel, dass es unmöglich ist, der Negativaufforderung "denke nicht an eine schwarze Katze..." Folge zu leisten. Sich zu zwingen, an etwas nicht zu denken, funktioniert eben nicht.

Im Falle der bevorstehenden OP ist es die Summe der Ängste und Befürchtungen, die alle den Termin im Fokus haben - "abschalten" ist dann nicht möglich.

Mir hat geholfen, die Entscheidung zur OP und die Festlegung des Termins als etwas positives zu begreifen. Es waren die ersten gegangenen Schritte ( = Erfolge) im Kampf gegen den Tumor. Gleichzeitig war es eine "erledigte Aufgabe", der Ball war jetzt im Feld der Spezialisten und ich nicht am Zug. Natürlich stieg die Unruhe mit jedem Tag, den die OP näher rückte - aber es stärkte auch die Hoffnung, dass es danach wieder besser wird und die Entscheidung richtig gewesen ist.

Zur Vorbereitung auf den Eingriff gehört aber neben der mentalen Verfassung auch die körperliche. Nutze die Tage bewusst, Erholung und Entspannung oder positive Unternehmungen (Kino, Theater, Wellness) und Sport, Bewegung, Spaziergänge an der frischen Luft, ausreichend Schlaf - das alles hilft Körper und Geist. Das Forum kann warten und ist zugleich eine Anlaufstelle für die Zeit danach ;)

Mache Dir bewusst: Du hast deinen Teil getan, jetzt vertraue den Ärzten und denke positiv ! Es wird schon schief gehen, die vielen Berichte von Betroffenen geben Grund zum Optimismus.

Ich wünsche Dir viel Kraft und einen guten Verlauf. Du schaffst das schon.

Beste Grüße
snowdog

Re: Angst vor der Op

Verfasst: 14.11.2025, 09:35
von Felipina
Liebe Josie,

ich glaube viele hier, wenn nicht alle, können verstehen, dass die OP Dir Angst macht. Ich finde snowdogs Tipps sehr gut.
Ich kann Dir sagen, was mir half, nämlich das Lesen hier im Forum, obwohl andere von zu vielen Informationen (wenn sie beängstigend wirken) abraten. Und mir, und vielleicht vielen, hat es geholfen, über die Angst zu sprechen, daher finde ich es gut, dass Du hier schreibst.
Natürlich kann ich Dich zum Glück auch beruhigen, dass Du bei Deinem Professor in sehr guten Händen bist, und er sich, wie Du auch, genaustens auf die Operation vorbereitet. Bevor ich operiert wurde, bastelte oder schnitt ich etwas, und als ich mich um ein möglichst gutes Ergebnis bemühte, dachte ich, dass so sicher auch die geduldig stundenlang operierenden Neurochirurgen vorgehen (Ich möchte damit beruhigen). Ich würde, wenn es Dir möglich ist, auch mit Deiner ÄrztIn vor Ort sprechen, und nachfragen, ob sie anschließend für Dich da ist. Ist vielleicht selbstverständlich, aber womöglich tut Dir das offene Gespräch gut.

Frage ruhig, wenn Du Fragen hast,
viel Ruhe
wünscht Dir Felipina

Re: Angst vor der Op

Verfasst: 14.11.2025, 17:41
von Josie
Danke an Euch beide !
Ja ich kümmer mich gut um mich selbst !
An Spaziergänge ist nicht zu denken, jeder einzelne Schritt ist durch den Schwindel eine wahre Kraftanstrengung.
Ich bin so erschöpft und von Kopfschmerzen geplagt das ich 60% des Tages liege/schlafe.

Re: Angst vor der Op

Verfasst: 14.11.2025, 18:30
von Felipina
Guten Abend Josie,

obwohl wir uns nicht kennen, denke ich daran, wie es Dir geht, da ich auch Angst vor der OP hatte, und vielleicht nochmal operiert werden muss.
Falls es Dir möglich ist, oder Du keine anderen Menschen hast, die Dir Hilfe dafür anbieten, kaufe für die 3 Monate mit dem Fahrverbot ein. Vermutlich hast Du dafür vorgesorgt, aber ich erwähne es, vielleicht finden es andere übertrieben.

Mit freundlichen Grüßen,
Felipina

Re: Angst vor der Op

Verfasst: 14.11.2025, 22:01
von Josie
Was meinst Du damit mit dem Fahrverbot für 3 Monate einzukaufen ?

Re: Angst vor der Op

Verfasst: 14.11.2025, 22:58
von Felipina
Hallo Josie,

ich hoffe, Dich damit nicht zu erschrecken, aber nach der Akustikusneurinom-OP galt bei mir ein Fahrverbot für 3 Monate, wegen der Gefahr von Epilepsie (die praktisch nie auftritt, da beruhige ich Dich). Wusstest Du das nicht?

Schönen Abend,
wünscht
Felipina

Re: Angst vor der Op

Verfasst: 15.11.2025, 01:49
von Josie
Ja klar das wusste ich.
Spielt für mich aber keine Rolle da ich eh seit 10 Jahren kein Auto mehr besitze.
Meine (Einkaufs) mobilität ist das Rad und auch das kann ich schon seit Wochen nicht mehr nutzen durch diesen verfluchten Schwindel.
Ich bin gar nicht in der Lage für 3 Monate im voraus einzukaufen, ich muss das alle 2-3 Tage - zu Fuß dann - tun, da ich hier Tiere habe
die täglich frisches Gemüse brauchen.

Re: Angst vor der Op

Verfasst: 15.11.2025, 19:57
von Felipina
Guten Abend Josie,
ok, das ist natürlich dann eine andere Situation wegen dem Fahrverbot. Finde ich toll, dass Du auf das Auto verzichtest, in meinem Umfeld fürchte ich mich da immer vor Kritik deswegen, dabei ist es für die Umwelt besser. Alle betonen ihre Bemühungen um den Umweltschutz, aber auf das Auto verzichtet kaum jemand.
Ich kenne auch einige in meiner Familie, die nicht Auto fahren. Ich hoffe, auch für mich, dass langfristig Mobilität durch billigere Autos und auf dem Land vorhandenen Nahverkehr ausgebaut wird.

Ich hoffe, es geht Dir so gut wie möglich, und, wenn Du Fragen hast, stelle sie sehr gerne. Wegen dem Schwindel würde ich Deine Ärzte immer wieder ansprechen, es gibt Übungen, und Medikamente. Aber vielleicht brauchst Du, wenn hoffentlich der störende Reiz durch den Tumor weg ist, nur Ruhe, damit sich alles beruhigt. Ich hoffe, Du hast Deinem Operateur klargemacht, dass das Dein Hauptproblem ist, denn das könnte wichtig für die Vorgehensweise bei der OP sein, schätze ich als Laie, die allerdings von meinem Chirurgen weiß, dass da individuell in der OP abgewogen wird, was "weg soll".
Ich hoffe, wir im Forum können uns wichtige Tipps weitergeben, wenn man schreibt, was das Problem ist. Bei mir muss in einiger Zeit entscheiden werden, ob ich nochmal operiert oder bestrahlt werde, u. das Risiko einer Facialisparese verdränge ich noch, und lese im Forum manchmal. Daher danke an alle, die hier berichten.
Schreibe gerne, ich freue mich über Austausch, u. wünsche Dir Ruhe oder Kraft,

Felipina