Neuvorstellung und Fragen zur weiteren Vorgehensweise
Verfasst: 30.11.2023, 09:59
Liebe Mitforisten,
zunächst mal...ich finde es toll, daß es dieses Forum gibt. Ich bin sehr glücklich es gefunden zu haben. So viel geballte Expertise.
Ich möchte Euch nun meine Geschichte erzählen und bitte Euch um Rat und weitere Infos.
Ich bin fränzi79=Angelika, lebe in Wien, bin selbständige Layouterin, Mutter eines Sohnes (geb. 02/2022) und bin alleinerziehend/alleinverdienend.
Soweit so gut. Bin glücklich mit meinem Leben baue mir gerade Existenz als selbständige Layouterin im Bereich barrierefreie Designs für blinde und sehbehinderte Menschen auf. Bin 44 Jahre alt.
Nun wurde am Montag 27.11. per Zufallsbefund im MRT ein Akustikusneurinom rechts diagnostiziert. Ich stehe noch vollkommen unter Schock. Es ist 12 mm. Symptome habe ich keine. Ich war im September beim HNO und höre gut (also altersentsprechend gut) habe auch keinen Schwindel oder OHrgeräusche in dem Ohr.
Hatte August und September eine schlimme Bronchitis (mit Verdacht auf Asthma, nicht sicher, ob ich Asthma habe) und eine Haemophilus influaenze Infektion verbunden mit einer ziemlichen Arzt-Odyssee. Da hat auch ein pulssynchrones Ohrgeräusch - aber Achtung: am linken Ohr!! begonnen. Daher das MRT. Aber abgesehen vom Akustikusneurinom rechts - werde es jetzt AN abkürzen - ist alles wie es scheint roger in meinem Kopf. Auch die Angiographie war ohne Befund.
Mein Neurologe hat mir zu wait and scan geraten. Der befundende Radiologe vom MRT Institut ebenso. Habe aber vom Neurologen eine Überweisung zur neurochirurgischen Ambulanz im AKH. Dort möchte ich mir telefonisch einen TErmin ausmachen, wenn ich denn dort endlich mal durchkomme. Probiere schon seit Dienstag....mühsam....
Habe hier im Forum quergelesen und so weiß ich, daß für OP Prof Matula eine gute Adresse ist (AKH Wien). Habe mir für Ende Jänner Termin in seiner Privatpraxis ausgemacht um mit ihm den Fall zu besprechen. Ich habe gelesen er soll auch sehr empathisch sein. DAs ist in meiner Situation sehr wichtig.
Ja die Frage ist, wie geht es nun weiter? Wait and scan, OP oder Bestrahlung (AKH hat Gammaknife).
Das habe ich dazu vom AKH gefunden: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8837524/
Wäre ich alleine ohne Kind, würde ich mich sofort für die OP entscheiden.
Wäre ich 20 Jahre älter, sofort für die Bestrahlung.
Aber nun ist die Situation so. Ich bin alleinerziehend, habe keine Eltern mehr und keine Geschwister. Ich ziehe meinen Sohn mit seiner Wahltante gemeinsam auf. Sie wohnt im selben Haus. Die könnte notfalls mal eine Woche oder so auf ihn auch ganz aufpassen wenn ich im Spital bin oder von mir aus auch 10 Tage, aber Problem: Sie arbeitet als Reinigungskraft, verdient nicht viel und hat unregelmäßige Dienstzeiten. Dh ich muß die beiden mit genügend Geld dann ausstatten und so bald wie möglich wieder fit sein, damit sie ihre Kunden nicht verliert. (Er geht in den Kindergarten, aber sie hat nun mal keinen 9 to 5 Job, das macht es so schwierig). Das setzt mich schon sehr unter Druck. Von einer Reha ganz zu schweigen. Das geht einfach nicht. Auch unter dem Aspekt, daß ich mir gerade eine neue berufliche Existenz aufbaue und so viel Reserven auch nicht habe.
Auch weiß ich nicht, würde mich Matula als Kassenpat überhaupt selbst operieren?
PRivat kann ich mir das vermutlich kaum leisten.
Wie funktioniert eine ambulate Reha?
Wie wird mein Zustand nach OP sein? Ich muß mein kleines Kind versorgen können (er wird im Feber 2024 2 Jahre alt) Viel Unterstützung habe ich da nicht.
WAnn kann ich wieder arbeiten? (im wesentlichen Schreibtisch Job).
Entscheidet im AKH ein Tumorboard ob Bestrahlung oder OP besser ist?
Für die Bestrahlung spricht dass ich weniger aus meinem Leben gerissen werde und normal weiterarbeiten und mich um mein Kind kümmern kann. Dagegen spricht so ich das verstehe, dass es sein kann, dass der Tumor nicht schrumpft und dann eine Salvage OP schwieriger ist?
Und wie ist es mit der Krebsgefahr nach der GAmmaknife Bestrahlung? Gibt es da Studien?
Ich möchte natürlich nicht ewig wait and scan machen. Aber vielleicht mal 6 Monate warten damit man sieht, ob und wie das Ding wächst.
Um dann eine bessere Entwscheidungsbasis zu haben. Hoffe das ist vertretbar?
Sorgen macht mir natürlich auch Erhalt meines Gehörs. Da ich Layouts für blinde MEnschen mache (ich selbst sehe normal) lese ich auch viel mit dem Screenreader. Das ist wichtig.
Auch...wie sollte ich mit meinem Sohn kommunizerein, wenn ich taub bin? Ich meine schwerhörig wäre ja noch irgendwie ok. Aber auf beiden Ohren taub wäre schrecklich.
Habe gelesen, nach Bestrahlung ertaubt man langsamer, da hätten wir beide dann zumindest Zeit, die Gebärdensprache zu lernen.
Und zur Facialisparese...das wäre auch nciht schön...bin selbständig und habe viel Kundenkontakt.
Und natürlich macht es mir Sorgen dass man für meinen Puls im linken Ohr lange alle möglichen Ursachen abgeklappert hat und alles (?) ausgeschloossen hat, ich aber nun rechts das AN habe. Daher die Angst vor beidseitigem totalem Hörverlust.
Wie kann ich mein Leben weiterleben?
Habe ich eine normale Lebenserwartung?
ICh möchte erleben, wie mein Kind aufwächst, zumindest seine Volljährigkeit...
Sollte mir etwas zustoßen ist testamentarisch geregelt, dass obige Wahltante die Pflegschaft übernimmt.
In 2 Jahren wäre es mit OP einfacher, weil die Wahltante dann einen anderen Reinigungsob in normalem Angestelltenverhältnis hat (Vorgängerin geht dann in Pension). Aber Reha wäre dann vermutlich auch nicht drin. Weil sie wird ja für mein Kind keine Pflegefreistellunng bekommen.
Ich schwanke zwischen Mut iSv Gott sei Dank nix Bösartiges! und Angst: was mache ich nur? Ich schaffe das nicht. Macht es überhaupt noch Sinn an meiner neuen Selbständigkeit zu arbeiten?
Ich bin für jeden Hinweis, Tipp, Rat, für jedes Mutmachen von Euch schon im voraus extrem dankbar!
Ich habe eben auch keine Familie die mich stützt. Bin ganz alleine. Will meine guten FReunde auch nciht damit belasten.
Und die Wahltante ist eine ganz ganz liebe, aber die hat als Muttersprache nicht deutsch, so daß wir so hochkomplexe Dinge nicht auf einer emotionalen Ebene besprechen können. Bin natürlich froh und dankbar, dass es sie gibt.
Habe seit der Diagnose auch weniger Hunger und kämpfe ganz schön mit mir. Bin eigentlich sehr sportlich und optimistisch sonst.
Vielleicht noch Zusatzinfo. Ich war 15 Mal schwanger, viel medizinische Hilfe und Hormone und IVFs etc. Habe gelesen, die ANs sind Östrogen-/Progesteronsensibel. Ev hat das das Wachstum getriggert?
Nun, hoffe, das war alles nicht zu verwirrt. Wenn was unklar ist, bitte nachfragen.
Ich freue mich schon von Euch zu hören!
Danke Euch und LG
Eure fränzi79 = Angelika
PS: Ich möchte noch hinzufügen, dass ich mit meinem Leben sonst echt mega glücklich bin, auch wenns nicht immer einfach ist und so. War gerade eigentlich eine zwar sehr anstrengende aber auch sehr glückliche Phase in meinem Leben. Um so mehr macht mich der Befund traurig und läßt mich ziemlich verzweifeln.
zunächst mal...ich finde es toll, daß es dieses Forum gibt. Ich bin sehr glücklich es gefunden zu haben. So viel geballte Expertise.
Ich möchte Euch nun meine Geschichte erzählen und bitte Euch um Rat und weitere Infos.
Ich bin fränzi79=Angelika, lebe in Wien, bin selbständige Layouterin, Mutter eines Sohnes (geb. 02/2022) und bin alleinerziehend/alleinverdienend.
Soweit so gut. Bin glücklich mit meinem Leben baue mir gerade Existenz als selbständige Layouterin im Bereich barrierefreie Designs für blinde und sehbehinderte Menschen auf. Bin 44 Jahre alt.
Nun wurde am Montag 27.11. per Zufallsbefund im MRT ein Akustikusneurinom rechts diagnostiziert. Ich stehe noch vollkommen unter Schock. Es ist 12 mm. Symptome habe ich keine. Ich war im September beim HNO und höre gut (also altersentsprechend gut) habe auch keinen Schwindel oder OHrgeräusche in dem Ohr.
Hatte August und September eine schlimme Bronchitis (mit Verdacht auf Asthma, nicht sicher, ob ich Asthma habe) und eine Haemophilus influaenze Infektion verbunden mit einer ziemlichen Arzt-Odyssee. Da hat auch ein pulssynchrones Ohrgeräusch - aber Achtung: am linken Ohr!! begonnen. Daher das MRT. Aber abgesehen vom Akustikusneurinom rechts - werde es jetzt AN abkürzen - ist alles wie es scheint roger in meinem Kopf. Auch die Angiographie war ohne Befund.
Mein Neurologe hat mir zu wait and scan geraten. Der befundende Radiologe vom MRT Institut ebenso. Habe aber vom Neurologen eine Überweisung zur neurochirurgischen Ambulanz im AKH. Dort möchte ich mir telefonisch einen TErmin ausmachen, wenn ich denn dort endlich mal durchkomme. Probiere schon seit Dienstag....mühsam....
Habe hier im Forum quergelesen und so weiß ich, daß für OP Prof Matula eine gute Adresse ist (AKH Wien). Habe mir für Ende Jänner Termin in seiner Privatpraxis ausgemacht um mit ihm den Fall zu besprechen. Ich habe gelesen er soll auch sehr empathisch sein. DAs ist in meiner Situation sehr wichtig.
Ja die Frage ist, wie geht es nun weiter? Wait and scan, OP oder Bestrahlung (AKH hat Gammaknife).
Das habe ich dazu vom AKH gefunden: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8837524/
Wäre ich alleine ohne Kind, würde ich mich sofort für die OP entscheiden.
Wäre ich 20 Jahre älter, sofort für die Bestrahlung.
Aber nun ist die Situation so. Ich bin alleinerziehend, habe keine Eltern mehr und keine Geschwister. Ich ziehe meinen Sohn mit seiner Wahltante gemeinsam auf. Sie wohnt im selben Haus. Die könnte notfalls mal eine Woche oder so auf ihn auch ganz aufpassen wenn ich im Spital bin oder von mir aus auch 10 Tage, aber Problem: Sie arbeitet als Reinigungskraft, verdient nicht viel und hat unregelmäßige Dienstzeiten. Dh ich muß die beiden mit genügend Geld dann ausstatten und so bald wie möglich wieder fit sein, damit sie ihre Kunden nicht verliert. (Er geht in den Kindergarten, aber sie hat nun mal keinen 9 to 5 Job, das macht es so schwierig). Das setzt mich schon sehr unter Druck. Von einer Reha ganz zu schweigen. Das geht einfach nicht. Auch unter dem Aspekt, daß ich mir gerade eine neue berufliche Existenz aufbaue und so viel Reserven auch nicht habe.
Auch weiß ich nicht, würde mich Matula als Kassenpat überhaupt selbst operieren?
PRivat kann ich mir das vermutlich kaum leisten.
Wie funktioniert eine ambulate Reha?
Wie wird mein Zustand nach OP sein? Ich muß mein kleines Kind versorgen können (er wird im Feber 2024 2 Jahre alt) Viel Unterstützung habe ich da nicht.
WAnn kann ich wieder arbeiten? (im wesentlichen Schreibtisch Job).
Entscheidet im AKH ein Tumorboard ob Bestrahlung oder OP besser ist?
Für die Bestrahlung spricht dass ich weniger aus meinem Leben gerissen werde und normal weiterarbeiten und mich um mein Kind kümmern kann. Dagegen spricht so ich das verstehe, dass es sein kann, dass der Tumor nicht schrumpft und dann eine Salvage OP schwieriger ist?
Und wie ist es mit der Krebsgefahr nach der GAmmaknife Bestrahlung? Gibt es da Studien?
Ich möchte natürlich nicht ewig wait and scan machen. Aber vielleicht mal 6 Monate warten damit man sieht, ob und wie das Ding wächst.
Um dann eine bessere Entwscheidungsbasis zu haben. Hoffe das ist vertretbar?
Sorgen macht mir natürlich auch Erhalt meines Gehörs. Da ich Layouts für blinde MEnschen mache (ich selbst sehe normal) lese ich auch viel mit dem Screenreader. Das ist wichtig.
Auch...wie sollte ich mit meinem Sohn kommunizerein, wenn ich taub bin? Ich meine schwerhörig wäre ja noch irgendwie ok. Aber auf beiden Ohren taub wäre schrecklich.
Habe gelesen, nach Bestrahlung ertaubt man langsamer, da hätten wir beide dann zumindest Zeit, die Gebärdensprache zu lernen.
Und zur Facialisparese...das wäre auch nciht schön...bin selbständig und habe viel Kundenkontakt.
Und natürlich macht es mir Sorgen dass man für meinen Puls im linken Ohr lange alle möglichen Ursachen abgeklappert hat und alles (?) ausgeschloossen hat, ich aber nun rechts das AN habe. Daher die Angst vor beidseitigem totalem Hörverlust.
Wie kann ich mein Leben weiterleben?
Habe ich eine normale Lebenserwartung?
ICh möchte erleben, wie mein Kind aufwächst, zumindest seine Volljährigkeit...
Sollte mir etwas zustoßen ist testamentarisch geregelt, dass obige Wahltante die Pflegschaft übernimmt.
In 2 Jahren wäre es mit OP einfacher, weil die Wahltante dann einen anderen Reinigungsob in normalem Angestelltenverhältnis hat (Vorgängerin geht dann in Pension). Aber Reha wäre dann vermutlich auch nicht drin. Weil sie wird ja für mein Kind keine Pflegefreistellunng bekommen.
Ich schwanke zwischen Mut iSv Gott sei Dank nix Bösartiges! und Angst: was mache ich nur? Ich schaffe das nicht. Macht es überhaupt noch Sinn an meiner neuen Selbständigkeit zu arbeiten?
Ich bin für jeden Hinweis, Tipp, Rat, für jedes Mutmachen von Euch schon im voraus extrem dankbar!
Ich habe eben auch keine Familie die mich stützt. Bin ganz alleine. Will meine guten FReunde auch nciht damit belasten.
Und die Wahltante ist eine ganz ganz liebe, aber die hat als Muttersprache nicht deutsch, so daß wir so hochkomplexe Dinge nicht auf einer emotionalen Ebene besprechen können. Bin natürlich froh und dankbar, dass es sie gibt.
Habe seit der Diagnose auch weniger Hunger und kämpfe ganz schön mit mir. Bin eigentlich sehr sportlich und optimistisch sonst.
Vielleicht noch Zusatzinfo. Ich war 15 Mal schwanger, viel medizinische Hilfe und Hormone und IVFs etc. Habe gelesen, die ANs sind Östrogen-/Progesteronsensibel. Ev hat das das Wachstum getriggert?
Nun, hoffe, das war alles nicht zu verwirrt. Wenn was unklar ist, bitte nachfragen.
Ich freue mich schon von Euch zu hören!
Danke Euch und LG
Eure fränzi79 = Angelika
PS: Ich möchte noch hinzufügen, dass ich mit meinem Leben sonst echt mega glücklich bin, auch wenns nicht immer einfach ist und so. War gerade eigentlich eine zwar sehr anstrengende aber auch sehr glückliche Phase in meinem Leben. Um so mehr macht mich der Befund traurig und läßt mich ziemlich verzweifeln.