"Wait and scan" oder OP - bei jungen Betroffenen

renco61
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Re: "Wait and scan" oder OP - bei jungen Betroffenen

Beitrag von renco61 » 21.11.2022, 11:12

Liebe Anna (annanna)

Wie geht es dir heute? Haben sich der Schwankschwindel und die damit verbundene Gangunsicherheit gelegt?
Ich wünsche dir weiterhin gute Genesung und dass das AN deine Lebensplanung nicht weiter beeinflusst.

Liebe Grüsse
renco61
annanna
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Re: "Wait and scan" oder OP - bei jungen Betroffenen

Beitrag von annanna » 22.11.2022, 09:30

Hallo renco61,
Seit der OP sind über 8 Monate vergangen.
Mir geht es alles in allem sehr gut. Ich habe durch Einzelphysio mein Gleichgewicht weitgehend wiederherstellen können. Meine körperliche und kognitive Kondition habe ich ebenfalls schnell zurückgewonnen.
Eine Reha habe ich nicht gemacht, die Einzelphysio und das Training zuhause in Eigenregie haben gereicht, um wieder fit zu werden und so konnte ich zuhause bei meinem Freund (und jetzigen Ehemann) bleiben. (Funfact am Rande: Während die Beihilfe mir dir Reha, die ich vorsorglich schon im Krankenhaus beantragt hatte, ohne zu murren genehmigt hätte, habe ich von der privaten KK eine Absage bekommen - nach dem Entlassungsbericht sei nicht ersichtlich, wieso Bedarf für eine Reha bestünde, mein Zustand sei danach ja soweit in Ordnung gewesen. Das fand ich dann doch ganz schön dreist. Schließlich konnte ich anfangs kaum 50m ohne Stütze gehen.)

Nach 8 Wochen habe ich mit der beruflichen Wiedereingliederung begonnen (erst 2-3 Wochen 4 Stunden, dann 2-3 Wochen 6 Stunden), seit Mitte Juni arbeite ich wieder in Vollzeit, achte aber darauf, nicht zu viel zu machen.
Die Hochzeit konnte wie geplant stattfinden und wir haben bis in die Nacht hinein gefeiert und getanzt.
Im Juli stand dann die erste Kontrolluntersuchung an. Hörtest war in Ordnung, der Kontroll-MRT ergab wie erwartet einen kleinen Resttumor, der Großteil konnte aber entfernt werden. Genaueres lässt sich wohl erst bei der nächsten Kontrolle im Februar sagen, da die OP noch zu "frisch" war.
Grundsätzlich aber erst mal gute Aussichten und schön zu sehen, dass die OP nicht umsonst war!

Im September ging es zum Wanderurlaub in die Berge. 5-6 Stunden wandern, auch auf unwegsamem Gelände klappte erstaunlich gut, solange ich den Kopf nicht zu schnell hin und her gedreht habe. Wir konnten tatsächlich alle Wege gehen, die wir 2021 vor meiner Symptomatik auch gehen konnten, was mich überrascht und gefreut hat.

Einige Einschränkungen bleiben allerdings nach wie vor. Schnelle Kopfbewegungen z.B. bringen meine Wahrnehmung immer noch etwas aus dem Konzept. Ich habe allgemein das Gefühl, dass meine Wahrnehmung minimal verzögert ist. Gerade gegen Abend kommt auch das "Schwindelgefühl" zurück, allerdings in deutlich abgeschwächter Form. Das Wort "Schwindel" beschreibt es eigentlich mehr schlecht als recht. Wirklich schwindelig ist mir ja nicht, ich weiß aber einfach keinen passenderen Ausdruck dafür. Am ehesten könnten man es noch als komisches Gefühl im Kopf bezeichnen, dass ich (deutlich stärker) schon vor der OP hatte.

Wenn mich Leute fragen "wie geht es dir inzwischen? Merkst du noch etwas?" Müsste ich ehrlicherweise antworten: klar merke ich noch etwas. Man kann sicher auch nicht erwarten, dass 8 Monate nach so einer OP alles wieder paletti ist. Vielleicht wird es das auch nie sein. Deshalb nervt mich diese Frage inzwischen auch ziemlich. Ja, ich spüre noch immer einige Einschränkungen. Aber es muss mir damit ja nicht unbedingt schlechter gehen, als vor der Symptomatik. Denn in meiner Lebensführung und Lebensqualität schränken mich die fortbestehenden Beeinträchtigungen praktisch kaum noch ein. Selbst wenn keine weiter Besserung eintreten sollte, kann ich mit meinem momentanen Zustand sehr gut leben. Ich bin froh, dass alles so gut verlaufen ist und hoffe, dass Hugo (wie ich den kleinen Kerl in meinem Kopf inzwischen getauft habe) jetzt erst mal ein paar Jahre Ruhe gibt. Wie es dann weiter geht, falls Hugo doch noch mal wachsen sollte, darüber mache ich mir dann erst Gedanken, wenn es so weit ist...
LG, Anna (=annanna)
renco61
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Re: "Wait and scan" oder OP - bei jungen Betroffenen

Beitrag von renco61 » 22.11.2022, 10:04

Liebe Anna

Vielen Dank für deine Rückmeldung und nachträglich meinen Glückwunsch zur Hochzeit. Super, wie du dich mit Hugo arrangiert hast! Wünsche dir von Herzen alles Gute für deinen weiteren Lebensweg.
Liebe Grüsse
renco61
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