Erfahrungsbericht OP nach Bestrahlung
Verfasst: 17.06.2020, 17:51
Liebe Forumsmitglieder,
bisher habe ich hier nur mitgelesen, nun möchte ich meine Erfahrungen einmal teilen:
Nachdem ich in 2016 wegen schlechter Hörleistung rechts und Tinnitus mehrmals beim HNO vorstellig wurde, hat dieser ein MRT angeordnet, das Anfang 2017 die Diagnose Akustikusneurinom stellte (T3a, ca. 24x18 mm).
Abwarten kam leider nicht in Frage. So informierte ich mich zunächst in Krefeld beim Gamma Knife Zentrum. Man empfahl eine Einmal-Bestrahlung, wies allerdings darauf hin, dass der Tumor dafür schon recht groß sei. Die möglichen Nebenwirkungen einer Schwellung schreckten mich jedoch ab. Eine Operation kam für mich zu diesem Zeitpunkt nicht in Frage. Letztendlich entschied ich mich für eine fraktioniert stereotaktische Bestrahlung an der Uniklinik in Aachen. Diese wurde Mitte 2017 in 25 Einheiten à 2 Gray durchgeführt.
Die ersten Kontroll-MRT’s nach 3 Monaten und 1 Jahr zeigten zunächst ein größenkonstantes AN, doch nach 2 Jahren, im Juli 2019, war das AN leicht gewachsen. Eine Nachfrage in der Strahlentherapie an der Uniklinik Aachen ergab, dass eine 2. Bestrahlung nicht möglich sei. Sofern keine sonstigen Symptome (außer der schon vorhandenen hochgradigen Schwerhörigkeit rechts) auftreten, könne ich erstmal abwarten.
Anfang 2020 meldeten sich dann aber weitere Symptome. Neben einer weiteren Verschlechterung des Hörtests spürte ich ab und zu ein leichtes Kribbeln und Taubheitsgefühl in der rechten Gesichtshälfte. Tage später folgte ein starkes, einige Sekunden anhaltendes Zucken des Facialisnerven, zunächst nur 3-5 mal am Tag. Dies steigerte sich in den nächsten Wochen kontinuierlich, sowohl in der Intensität (das rechte Auge war sekundenlang verschlossen) als auch im Rhythmus auf bis zu 50mal am Tag. Dieser Hemispasmus facialis führt dann dazu, dass ich mich mit dem Thema Operation intensiv auseinandersetzte. Ein weiteres MRT zeigte zudem eine weitere Größenzunahme des Tumors, mit deutlichem Heranreichen an den Hirnstamm.
Ich entschied mich für eine Operation in Essen im Alfried-Krupp-Krankenhaus, weil mich Prof. Ebner bei einem Termin in der AN-Sprechstunde überzeugte.
Bedingt durch den Coronavirus musste der erste OP-Termin verschoben werden. Glücklicherweise konnte ich dann aber Ende April 2020 erfolgreich operiert werden. Prof. Ebner konnte 99% des Tumors entfernen, ein minimaler Rest musste verbleiben, um den Facialisnerv zu schonen. Da der Tumor vorbestrahlt war, hatte ich auch nicht mit einer Komplettentfernung gerechnet.
Nach einer Nacht auf der Intensivstation wurde ich wieder auf die Normalstation verlegt. Zunächst zeigte sich eine leichte Facialisparese, die jedoch schnell deutlich besser wurde. Zu meiner großen Erleichterung war der Hemispasmus facialis komplett verschwunden. Alles verlief komplikationslos und ich konnte nach 8 Tagen nach Hause entlassen werden.
In den ersten Tagen verlangte der Kopf viel Schonung, aber nach wenigen Wochen verbesserte sich auch die Konzentrationsfähigkeit deutlich.
Ich bin froh, dass ich alles hinter mir habe und die OP so gut verlaufen ist. Das Alfried-Krupp-Krankenhaus und Prof. Ebner mit seinem Team kann ich nur empfehlen.
Herzliche Grüße
Mara
bisher habe ich hier nur mitgelesen, nun möchte ich meine Erfahrungen einmal teilen:
Nachdem ich in 2016 wegen schlechter Hörleistung rechts und Tinnitus mehrmals beim HNO vorstellig wurde, hat dieser ein MRT angeordnet, das Anfang 2017 die Diagnose Akustikusneurinom stellte (T3a, ca. 24x18 mm).
Abwarten kam leider nicht in Frage. So informierte ich mich zunächst in Krefeld beim Gamma Knife Zentrum. Man empfahl eine Einmal-Bestrahlung, wies allerdings darauf hin, dass der Tumor dafür schon recht groß sei. Die möglichen Nebenwirkungen einer Schwellung schreckten mich jedoch ab. Eine Operation kam für mich zu diesem Zeitpunkt nicht in Frage. Letztendlich entschied ich mich für eine fraktioniert stereotaktische Bestrahlung an der Uniklinik in Aachen. Diese wurde Mitte 2017 in 25 Einheiten à 2 Gray durchgeführt.
Die ersten Kontroll-MRT’s nach 3 Monaten und 1 Jahr zeigten zunächst ein größenkonstantes AN, doch nach 2 Jahren, im Juli 2019, war das AN leicht gewachsen. Eine Nachfrage in der Strahlentherapie an der Uniklinik Aachen ergab, dass eine 2. Bestrahlung nicht möglich sei. Sofern keine sonstigen Symptome (außer der schon vorhandenen hochgradigen Schwerhörigkeit rechts) auftreten, könne ich erstmal abwarten.
Anfang 2020 meldeten sich dann aber weitere Symptome. Neben einer weiteren Verschlechterung des Hörtests spürte ich ab und zu ein leichtes Kribbeln und Taubheitsgefühl in der rechten Gesichtshälfte. Tage später folgte ein starkes, einige Sekunden anhaltendes Zucken des Facialisnerven, zunächst nur 3-5 mal am Tag. Dies steigerte sich in den nächsten Wochen kontinuierlich, sowohl in der Intensität (das rechte Auge war sekundenlang verschlossen) als auch im Rhythmus auf bis zu 50mal am Tag. Dieser Hemispasmus facialis führt dann dazu, dass ich mich mit dem Thema Operation intensiv auseinandersetzte. Ein weiteres MRT zeigte zudem eine weitere Größenzunahme des Tumors, mit deutlichem Heranreichen an den Hirnstamm.
Ich entschied mich für eine Operation in Essen im Alfried-Krupp-Krankenhaus, weil mich Prof. Ebner bei einem Termin in der AN-Sprechstunde überzeugte.
Bedingt durch den Coronavirus musste der erste OP-Termin verschoben werden. Glücklicherweise konnte ich dann aber Ende April 2020 erfolgreich operiert werden. Prof. Ebner konnte 99% des Tumors entfernen, ein minimaler Rest musste verbleiben, um den Facialisnerv zu schonen. Da der Tumor vorbestrahlt war, hatte ich auch nicht mit einer Komplettentfernung gerechnet.
Nach einer Nacht auf der Intensivstation wurde ich wieder auf die Normalstation verlegt. Zunächst zeigte sich eine leichte Facialisparese, die jedoch schnell deutlich besser wurde. Zu meiner großen Erleichterung war der Hemispasmus facialis komplett verschwunden. Alles verlief komplikationslos und ich konnte nach 8 Tagen nach Hause entlassen werden.
In den ersten Tagen verlangte der Kopf viel Schonung, aber nach wenigen Wochen verbesserte sich auch die Konzentrationsfähigkeit deutlich.
Ich bin froh, dass ich alles hinter mir habe und die OP so gut verlaufen ist. Das Alfried-Krupp-Krankenhaus und Prof. Ebner mit seinem Team kann ich nur empfehlen.
Herzliche Grüße
Mara