Resttumor -stereotaktische Bestrahlung

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Zahra65
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Resttumor -stereotaktische Bestrahlung

Beitrag von Zahra65 » 13.04.2020, 12:47

Hallo,

bei meiner Tochter, 19 Jahre, wurde im Herbst 2019 ein sehr großes AN festgestellt, das teilweise im Dez. 2019 in der TUM München operativ entfernt wurde.
Um den Gesichtsnerv zu schonen wurde der Tumor nicht vollständig entfernt.
Postoperativ: Hörverlust einseitig, Sinusvenenthrombose und Fazialisparese Grad V.
Anschließend Reha und Blutverdünnung subcutan.
Die Fazialisparese hat sich ca. 3 Wochen nach der OP gebessert und ist nun kaum noch sichtbar.
Nun steht die Entscheidung über die Anschlußtherapie an.
Wegen Corona wurden vorerst alle Beratungstermine auf Mai 2020verschoben.
Wir wissen derzeit nicht, wie groß der Resttumor noch ist. (Es wurden ca. 95% des Tumors entfernt.)
Bei der Nachuntersuchung im Februar wurde angeraten bald mit der Strahlentherapie zu beginnen.
Unser Hausarzt hat zwischenzeitlich die MRT-Bilder, die 3 Monate nach der OP gemacht wurden, einem befreundeten Neurochirurgen gezeigt und dann, aufgrund der Nähe des Tumors zum Hirnstamm, dazu geraten abzuwarten und zu überwachen. Also vorerst nicht zu bestrahlen. (Wait and scan)
Wir werden aber auf jeden Fall die Beratungstermine, die hoffentlich im Mai 2020 stattfinden können, wahrnehmen.
Meine Fragen an das Forum:
-Durch die Bestrahlung kann es zu einer induzierten Schwellung kommen, gibt es jemanden der damit Erfahrungen gemacht hat? Welche Symptome treten da dann auf?
-Hat jemand Erfahrungen mit stereotaktischer Bestrahlung?
-Hat jemand Erfahung mit Biologischer Tumortherapie mit den Mitteln Dichloacetat und Artesunat intravenös?
-Der Tumor ist nahe am Hirnstamm. Gibt es im Forum Menschen, bei denen es auch so war/ist und die erklären können, was das bedeutet?

Vielen Dank im Voraus und vielen Dank an snowdog für die Unterstützung.
Zahra65
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Harald87
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Re: Resttumor -stereotaktische Bestrahlung

Beitrag von Harald87 » 30.05.2020, 02:11

Hallo,

Die bei einer Bestrahlung auftretenden Schwellungen sind durch die vorhergehende OP an sich nicht das vorherrschende Problem. Bei der Münchner Methode mit Teilexpiration und nachträglicher Bestrahlung wird dies als positiver Aspekt geführt. Das zu bestrahlende Volumen wird verkleinert und es ist Platz, falls es bei der Bestrahlung zu Schwellungen kommt. Ansonsten ja, bei mehr als der Hälfte können die vorkommen und ist neben dem größeren Rezidivraten der Grund warum extrem grosse Tumore nicht bestrahlt werden.

Stereotaktische Bestrahlung wird bei AKN eher weniger angewandt, aber ist möglich. Da muss der Patient aber dachte ich über längere Zeit jeden Tag in die Behandlung, was belastend ist. Gamma und cyberknife sind einfacher und gleichwertig.

Chemische Stoffe zur Bekämpfung von gutartigen Tumoren... Noch nicht gehört. Da die anders wie die meisten bösartigen nicht erhöhten Stoffwechsel haben meistens zu komplikationsbelastet.

Hirnstammnähe ist bei ausreichend Platz für Schwellungen, was nach OP gegeben ist, nicht das Problem. Gut genug zu gesunden Gewebe lässt sich das auch heutzutage abgrenzen. Gefährlich sind die Gesamtdosis, welche aber bei deinem Fall gering sein sollte da 95 Prozent des Tumors weg sind. Nähe zum Hirnstamm hat jedes AKN ab einer gewissen Größe. Das ist nicht ungewöhnlich. Direkt heftige Strahlendosen oder opverletzungen am Hirnstamm sind natürlich gefährlich.


Zusammenfassend kommt es bei deiner Tochter eher darauf an was das MRT sagt. Ist beim Resttumor eine Kontrastmittel Aufnahme und Wachstum zu erkennen? Dann ist Stand der Technik an sich Bestrahlung möglich und sollte zeitnah geschehen um die Behandlungserfolgschancen zu erhöhen. Ist keine kmaufnahme und kein Wachstum zu sehen ist eher abzuwarten, das deutet auf abgestorbenen Rest.
Besteht km Aufnahme aber es ist kein Wachstum zu sehen kann es auch eine Narbe sein. Dann kann evtl. abgewartet werden was passiert.

Dank Corona da erschwert am ärztliche Meinungen zu kommen ist natürlich schlecht.


Beste Grüße
Harald87
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Re: Resttumor -stereotaktische Bestrahlung

Beitrag von Zahra65 » 04.06.2020, 13:09

Hallo Harald,
vielen Dank für deine Antwort.
Du hast das schön zusammengefasst.
Ja tatsächlich wird bei meiner tochter die fraktionierte stereotaktische Bestrahlung, dauert 6 Wochen,
empfohlen.
Der Tumor befindet sich wohl in einer längeren aber dünnen Schicht um den Fazialis. Deswegen
ist eine einmalige Besttrahlung ein zu großes Risiko für den Gesichtsnerv.

Ja, im August ist das nächste MRT und dann sehen wir weiter.
LG
Zahra65
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