AN 2,5 × 2,7 × 2,4 cm - Cyber-Knife noch möglich?

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lozanec
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AN 2,5 × 2,7 × 2,4 cm - Cyber-Knife noch möglich?

Beitrag von lozanec » 16.02.2020, 12:17

Hallo liebe Leute,

ich wollte euch die Geschichte meiner Mutter (geb. 1962) erzählen und würde mich über hilfreiche Ratschläge freuen.

Vor ca. 8 Jahren - Hörsturz und Tinnitus
Nach einem Hörsturz auf dem linken Ohr und dem darauf folgenden Tinnitus ist meine Mutter in einer HNO-Praxis in Essen vorstellig geworden. Nach einigen Tests, an deren Bezeichnungen sie sich nicht mehr erinnert, bekam Sie Ginkgo-Tabletten und eine Infusion, die sie selbst teuer bezahlen musste.

Obwohl der Tinnitus nicht aufhörte, hat sie erstmal keine Versuche mehr gemacht, sich deswegen ärztlich behandeln zu lassen. Sie nahm an, das sei so 'normal' und sie müsse damit leben.

19.11.2019 - Hörtest und Verdacht auf Akustikusneurinom
Da das Hörvermögen immer schlechter wurde, machte meine Mutter einen Hörtest. Der nun behandelnde HNO-Arzt äußerte den Verdacht eines Tumors und überwies sie an die Radiologie.

15.12.2019 - MRT
Befund
... Dagegen zeigt sich im linken Kleinhirnbrückenwinkel eine 2,5 × 2,7 cm große Raumforderung mit zystischen Anteilen, die in den soliden Anteilen homogen das Kontrastmittel anreichert und das Mittelhirn und die Kleinhirnhemisphäre komprimiert. Keine Infiltrationszeichen. 5 mm kleiner intrameataler Anteil. In der Schädelbasis/Kalotte keine Destruktion.

Beurteilung
Ca. 2,5 × 2,7 × 2,4 cm Akustikusschwannom im Kleinhirnbrückenwinkel links mit 5 mm intrameatalem Anteil. Keine frischen Hämatome/Ischämien oder postentzündliche Veränderungen.
15.01.2020 - Uniklinik Essen
Beim Termin an der Uniklinik wurden weiter diverse Untersuchungen gemacht. Es wurde gesagt, dass eine OP notwendig sei und diese wahrscheinlich in Hannover durchgeführt werden müsse. Allerdings wollten sich die Ärzte bei einem Meeting am 12.02.2020 beraten und sich melden.

12.02.2020 - Telefonanruf aus der Uniklink
Nach dem besagten Meeting wurde meine Mutter zu einem Termin am 18.02.2020 beim Prof. Dr. Sure gebeten. Der Anrufer wiederholte mehrfach, der Tumor sei "sehr groß". Sie könne bereits am 19.02.2020 operiert werden.

Nun sind wir etwas überrascht, dass so schnell eine OP angesetzt werden soll. Zumal es erst hieß, solche OPs würden in Hannover durchgeführt. Nachdem ich hier ein bisschen die Suche benutzt habe, bezweifele ich nicht die Fähigkeiten von Prof. Dr. Sure, dennoch finde ich die OP etwas überstürzt.

Meine Mutter hat Angst vor der OP. Nicht unbegründet, wie ich finde. Sollte bei der Größe eine Behandlung mit Cyber-Knife möglich sein, würde meine Mutter diese Behandlungsmethode vorziehen. Soest ist auch um die Ecke. Deshalb wollten wir beim Termin am 18.02.2020 um etwas mehr Bedenkzeit bitten.

Vielen Dank für das Lesen und viele Grüße aus Essen
snowdog
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Re: AN 2,5 × 2,7 × 2,4 cm - Cyber-Knife noch möglich?

Beitrag von snowdog » 16.02.2020, 14:23

Lieber lozanec,

um die direkte Eingangsfrage zu beantworten:
falls noch nicht geschehen, bitte umgehend einen Termin vereinbaren.
Die Hoffnung auf eine Antwort aus dem Forum zu setzen, ist für den
Entscheidungsprozess trügerisch.

Auf den IGAN Infoseiten finden sich wichtige Hinweise für die
grundsätzliche Therapiewahl, eine Entscheidung zur Strahlentherapie
ist dabei von einigen Voraussetzungen abhängig, die gegeben sein
müssen. I.d.R. bedeutet das, dass die Tumorgröße (mittlerer
Durchmesser 2,5 bis max 3,0 cm) die Grenze für diese Option darstellt.
Tatsächlich muss aber ein Spezialist sämtliche Faktoren beurteilen,
die Lage und eine aktuelle Symptomatik des AN kann eine Bestrahlung
bereits bei kleinerem Volumen als nicht mehr favorisierbar
herausstellen.

Der MRT-gesicherte Befund gibt hier wichtige Hinweise. Etwa die
Lage im Kleinhirnbrückenwinkel mit intra- und extrameataler
Raumforderung, die bei einer zu erwartenden Anschwellung des
Tumors eine Bestrahlung in diesem Stadium möglicherweise
ausschließen könnte.

Die Beunruhigung angesichts eines OP-Termins einen Tag
nach dem Vorstellungstermin ist nachvollziehbar. Eine solche
Terminierung setzt einen abgeschlossenen Entscheidungsprozess
voraus, welcher nach deinen Schilderungen noch nicht getroffen
wurde. Es gehört zum vertrauensbegründenden Gespräch mit
dem Operateur, sämtliche offenen Fragen, Ängste und Unklarheiten
offen anzusprechen. Und hier solltet ihr die Option Cyber-Knife
und den Wunsch nach einer Zweitmeinung direkt ansprechen.

Der in diesem Fall buchstäblich frühestmögliche OP-Termin
tags darauf sollte allerdings eingehend begründet werden und
mit einem möglichen Ausweichtermin belegt werden können.

Alles Gute für den anstehenden Termin und den weiteren Verlauf.

Beste Grüße
snowdog
snowdog (Moderator seit 4.12) Jg.62,m,verh.,2 Söhne,
AN re.5x8 mm,n-c. suboccipital AN-OP in Offenbach 4.08,
postoperativ Liquorfistel,keine Fazialisparese, einseitig taub,chron.Kopfschmerzen,jährl.Kontroll-MRT f.d.ersten 5 J.
lozanec
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Re: AN 2,5 × 2,7 × 2,4 cm - Cyber-Knife noch möglich?

Beitrag von lozanec » 16.02.2020, 14:43

Hallo snowdog,

vielen Dank für deinen Beitrag. Ich werde sofort morgen um einen Termin in Soest bitten.

Viele Grüße,
lozanec
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