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BeitragVerfasst: 26.06.2018, 13:25 
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Hallo zusammen,

sehr viel passiert in den letzten 2 Jahren! Nach meiner Operation habe ich mich sehr schnell wieder auf meine Leistungsfähigkeit konzentriert. Hinsichtlich des Leistungssports aber für die Berufswelt. Im ersten Jahr nach Operation habe ich mir einen neuen Job gesucht und diesen auch ohne meine Vorgeschichte zu nennen gefunden. Gleichzeitig habe ich daran gearbeitet wieder in den Leistungssport zurückzukehren. Dieser Prozess läuft allerdings noch, derzeit fahre ich wieder im Elite-Bereich Radrennen und hier teilweise mit einem Schnitt von 42-46 km/h um die Ecken. Anfangs war es sehr schwer unter Maximalbelastung im Formel 1 Tempo mit 50-120 Rennfahrern um die Ecken zu fahren. Doch der Körper gewöhnt sich daran und ich werde von Rennen zu Rennen stärker.

Leider ist mein Leistungsstand noch lange nicht da wo ich hin möchte! Und hier fangen meine Fragen an, denn ich habe bis heute niemanden gefunden, der mir sagen kann inwieweit die Operation mit dem Verlust meines Hörsinns (Links) sowie die Durchtrennung des Vestibularisnervs Einfluss auf die maximale Leistungsfähigkeit haben.

Aus meiner Sicht sollte die Leistungsfähigkeit auch nach einer solchen Operation wieder völlig hergestellt werden können. Bis auf Einschränkungen, die eine höhere Konzentration vordern, müsste man seinen Körper wieder auf 100% bekommen? Gibt es irgendjemanden der sich auskennt!


Viele Grüße, Markus


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Markus Koob Rennen.JPG [246.08 KiB]
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26.06.13 MRT AKN li 5mm Raumforderung
01.08.16 MRT teils intra- teils extrameatales AN 11x11x8 mm links
05.09.16 OP Tübingen Prof. Dr. Ebner kompl. Entfernung / links taub
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BeitragVerfasst: 26.06.2018, 23:11 
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Wenn keine direkte Korrelation deiner vermuteten Leistungsminderung zur Hörleistung oder zum Gleichgewichtsvermögen bestehen, würde ich meinen, das eher andere OP-Schädigungen eine Rolle spielen (Auszeit vom Training, Narbenbildung, etc.).

Ich weiß nicht ob es noch mehr zu beachten gibt wenn, mal isoliert betrachtet vom Rest, ein Nerv durchgetrennt wird, aber im Normalfall sollte dies beim Hörnerv und beim Gleichgewichtsnerv nur bewirken, dass keine Information mehr vom betroffenen Nerv ins Gehirn geschickt wird. Das bedeutet, am Beispiel Gleichgewichtsnerv, die Aufgabe, eine Art Gleichgewichtssinn herzustellen, wird dann über die Augen und die andere Seite bewerkstelligt. Je nach Vorschädigung kann dies beim Durchtrennen bedeuten, dass korrekte Ortslagen (bei noch nicht beschädigtem Gleichgewichtsnerv) oder Fehlinformationen (bei geschädigtem Gleichgewichtsnerv) nicht mehr von der einen Seite ankommen, und deshalb nach der OP das Schwindelgefühl ausgelöst wird. Studien meinen dazu, dass umso mehr der Gleichgewichtsnerv vorgeschädigt war, umso schneller legt sich dieses Schwindelgefühl nach der Op (Korrelation Größe Tumor zu Schwindeldauer nach OP). Sozusagen übernimmt dann die andere Seite alles, bei vorgeschädigtem Nerv ist die Seite bereits zur Übernahme trainiert. Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit sollten also da nicht herkommen.
Dies gilt wenn der Nerv komplett durchtrennt wird, wie es bei einigen Operateuren gang und gebe ist. Einige meinen, das Äste des Nervs stehen gelassen worden sind bei ihnen (z.B. hier schwindel-nach-op-f5/extremer-schwindel-nach-tw-erhalt-des-gleichgewich-t533.html), was dann bedeutet, dass immer noch richtige oder Fehlinformationen im Gehirn ankommen können, mit entsprechenden Symptomen wie Schwindel. Sollten dadurch Symptome auftreten gibt es Möglichkeiten, diese Nervenweiterleitung zu unterbinden. Das hört sich bei dir nicht so an als wäre das der Fall. (Ausser du hast mit Schwindel zu kämpfen)

Eine Korrelation Leistungsfähigkeit zu Funktion Gleichgewichtsnerv habe ich bei meinen Recherchen nirgends gefunden, vor allem da das Erhalten von Teilen des Gleichgewichtsnerves eher neu ist. Mal von mir ausgehend, bei mir ist das Gleichgewichts-dingens auf der AKN-Seite (vor OP) bereits vollkommen ausgefallen. HNO macht da diese Wasserspültests, und da gibt es bei mir auf der betroffenen Seite weder Reaktion auf kaltes noch auf warmes Wasser. Diesen Ausfall habe ich nicht mal bemerkt! Kein Schwindel, kein nix (und durfte mir den Test auch mehrmals gefallen lassen aus Unglauben des Durchführenden heraus). Keine Einbuße Leistungsfähigkeit deshalb oder irgendein Anzeichen, das da was fehlt. Auch das Fehlen des Hörsinns sollte eher wenig Einfluss auf Leistungsfähigkeit haben.

Das heißt jetzt nicht das man selbst bei vorheriger Übernahme der anderen Seite nicht noch Schwindel verspüren kann oder alles nach der OP wieder erlernbar ist, aber mit deinem Fortschritt solltest du mehr als zufrieden sein.

Mit freundlichen Grüßen
Harald


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BeitragVerfasst: 28.06.2018, 11:09 
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ANimkopf hat geschrieben:
Leider ist mein Leistungsstand noch lange nicht da wo ich hin möchte! Und hier fangen meine Fragen an, denn ich habe bis heute niemanden gefunden, der mir sagen kann inwieweit die Operation mit dem Verlust meines Hörsinns (Links) sowie die Durchtrennung des Vestibularisnervs Einfluss auf die maximale Leistungsfähigkeit haben.

Also:
Weil meine Ausdauer und mein Leistungsvermögen ebenfalls erniedrigt erscheinen, habe ich -wie Du- Nachforschungen angestellt.
Ich habe meinen HNO-Professor gefragt und er hat sofort geantwortet, weil es ein Problem ist, welches sehr oft auftritt.

Selbstverständlich ist die Leistungsfähigkeit erniedrigt, weil bei Einohrigkeit die Ortung nicht mehr möglich ist und durch Mehrarbeit des Gehirns viel Leistung erforderlich ist, die dann woanders fehlt.

Was das Gleichgewichts-Empfinden angeht: Da gilt das Gleiche.
Da gilt auch das, was Harald geschrieben hat.

_________________
1944,m, AN 21 x16 x 13mm, T3,
CyberKnife 06.06.2016.
MRT Nov.2016: therapieinduzierte Schwellung des AN, regressive Veränderungen,
MRT 01.06.2017: Weiter geschrumpft ...
MRT 15.06.2018: Größe unverändert


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