Nach Beobachtungsphase steht Entscheidung an
Verfasst: 03.02.2017, 21:18
Hallo liebe Forumsmitglieder,
ich habe, wie viele andere hier, schon eine ganze Weile in diesem Forum mitgelesen. Ich finde die Informationen dieser Internetseite sehr hilfreich und verständlich.
Ich denke jetzt ist für mich der richtige Zeitpunkt, mich auch aktiv zu beteiligen. Ich bin gerade in einer Entscheidungskrise zum Thema „OP oder Abwarten“. Aber zuerst möchte ich mein AKN und seine Geschichte kurz vorstellen:
Von meinem AKN weiß ich seit letztem Sommer. Im Herbst 2015 hatte ich anhaltende Schwindelprobleme, die mich erstmal zu meinem Orthopäden geführt haben. Dieser war der Meinung, dass die Beschwerden von meiner Halswirbelsäule kommen könnten, was wohl auch die Röntgenaufnahmen bestätigt hatten. Mit dieser Aussage habe ich mich erstmal zufriedengegeben und eine längere Zeit Spritzen im Schulter-und Nackenbereich bekommen. Es wurde leider nicht besser und im Frühjahr habe ich meinen Neurologen, bei dem ich wg. meiner Migräne in Behandlung war, um Rat gefragt. Der wusste auch nicht so richtig weiter und gab mir zum Ausprobieren das Medikament Arlevert mit und empfahl mir einen HNO Arzt aufzusuchen, wenn es nicht besser wird. Das Medikament bewirkte nichts und ich hatte mittlerweile, außer dem Schwindel, auch noch leichte Gleichgewichtsstörungen. Das wurde mir langsam unheimlich und ich ging zum HNO Arzt. Dieser nahm meine Beschwerden ernst und führte diverse Tests durch, bei denen der Schwindel erkennbar war. Zur endgültigen Abklärung veranlasste er noch ein MRT. Dort wurde auf der linken Seite ein AKN in Größe von ca. 9 x 6 mm festgestellt, das den Meatus praktisch völlig ausfüllt. Ich war erstmal erschrocken und noch ein bisschen mehr, als mich mein HNO Arzt am nächsten Abend zu Hause anrief. Er hatte den Bericht schon erhalten und wollte mir ein bisschen die Sorgen nehmen. In der Sprechstunde macht er dann noch weitergehenden Untersuchungen (BERA, vHIT, Kalorik, VNG, cVEMP) und bat mich, einen Spezialisten aufzusuchen. Er empfahl mir einen Professor für HNO in einer Klinik in der Nähe, den er für kompetent hielt.
Der empfohlene Professor war auch ein Fachmann und empfahl mir nach Sichtung meiner Unterlagen und kurzer Untersuchung noch abzuwarten und nach einem Jahr ein neues MRT zu machen. Im seinem Bericht stand „in der Bildgebung fällt ein den Fundus des inneren Gehörganges vollkommen ausfüllender Tumor auf, dessen Entfernung aufgrund dieser Tatsache nach meiner Einschätzung hinsichtlich der Chance des Hörerhaltes als kritisch einzuschätzen ist“. Da ich noch eine zweite Meinung einholen wollte, habe ich mich bei Professor Strauss in Halle vorgestellt. Hierzu kann ich nur sagen, dass ich relativ schnell in Termin bekam und er sich auch Zeit für die Sichtung der Unterlagen und die Beratung nahm. Er empfahl mir dann eine Behandlung, also eine OP. Er machte aber auch darauf aufmerksam, dass es zwar Chancen gibt, den Hörnerv zu erhalten, er aber nur operiert, wenn man sich vorher damit auseinandergesetzt hat, dass man durch die OP auch Taub werden kann. Zum damaligen Zeitpunkt hatte ich noch ein „gutes“ Hörvermögen mit einer Hörklasse A.
Mit diesen zwei Ergebnissen bin ich dann wieder zu meinem HNO Arzt. Wir haben uns dann verständigt, ein weiteres MRT nach 6 Monaten zu machen. Im September habe ich dann nochmal einen Hörtest machen lassen, weil ich schon den Eindruck hatte, dass mein Gehör schlechter wurde. Der Hörtest war aber ok und ich war vielleicht durch die ganze Aufregung etwas sehr sensibel, was mein Hörvermögen angeht.
Jetzt war ich erneut beim MRT, das keine signifikante Größenveränderung am Befund ergab (jetzt transversale Ebene 6 x9,5mm, versus 5,5x9,6mm und coronarer Ebene ca. 5mm), was ja auch erstmal erfreulich ist. Weniger erfreulich war der erneute Hörtest, der jetzt eine deutliche Verschlechterung auf der linken Seite zeigt, die ich natürlich auch schon gemerkt hatte. Daher wurde mir ein Hörgerät verordnet. Ich hatte schon gemerkt, dass mein Gehör nachgelassen hatte, war dann aber doch ziemlich traurig, durch den Test nochmal die Bestätigung zu bekommen. Durch das schlechtere Hören fühlte ich mich schon seit einiger Zeit eingeschränkt. Ich kann die Worte nicht verstehen, wenn jemand auf der linken Seite von mir spricht. Ich kann laute Außengeräusche überhaupt nicht ab und ich merke, dass sich hier etwas in meinem Leben verändert, mit dem ich gerade überhaupt nicht gut umgehen kann. Außer dem schlechteren Hören plagt mich seit einigen Monaten noch ein Tinnitus auf der linken Seite, der in Abhängigkeit von den Außengeräuschen schon ziemlich lästig ist. Der Schwindel hat sich übrigens irgendwann von alleine wieder verabschiedet.
Mein Problem ist im Moment einfach der Gedanke, dass, wenn ich mich jetzt nicht operieren lasse, ich vielleicht die Chance verpasse, meinen Hörnerv zu retten. Oder, dass ich mich operieren lasse und dadurch jetzt gleich mein Gehör verliere und dass ich ohne OP vielleicht noch eine gewisse Zeit mein beidseitiges Hören erhalten hätte.
Dazu kommt natürlich auch die Angst vor einer OP und natürlich vor dem, wie es danach sein wird. Ich würde da jetzt als „gesunder“ Mensch ins Krankenhaus gehen und würde dann vielleicht mit größeren Schwierigkeiten wieder rauskommen. Es ist mir schon klar, dass das AKN irgendwann da raus muss, weil es mich auch psychisch belastet, aber eigentlich bin ich noch nicht bereit mein Hören zu opfern. Ich glaube, ich brauch noch eine Weile, bis ich mich entschließen kann. Der Plan ist ein neues MRT in 9 Monaten, dann nochmal Hörtest und dann neu überlegen. Ist das AKN dann größer geworden und/oder das Hören nochmal schlechter, dann würde ich mich wohl auf den Weg ins Krankenhaus machen. Vielleicht gibt es im Forum noch andere Mitglieder, die gerade im selben Gewissenkonflikt sind. Wann oder in welchem Stadium würdet ihr eine OP in Angriff nehmen?
Danke für Eure Geduld beim Lesen! Beim Schreiben habe ich gemerkt, dass es echt guttut, dies alles mal loszuwerden und das bei den Menschen, die es bestimmt gut verstehen, weil sie selbst betroffen sind.
Viele Grüße an alle Leser und ein schönes Wochenende
ich habe, wie viele andere hier, schon eine ganze Weile in diesem Forum mitgelesen. Ich finde die Informationen dieser Internetseite sehr hilfreich und verständlich.
Ich denke jetzt ist für mich der richtige Zeitpunkt, mich auch aktiv zu beteiligen. Ich bin gerade in einer Entscheidungskrise zum Thema „OP oder Abwarten“. Aber zuerst möchte ich mein AKN und seine Geschichte kurz vorstellen:
Von meinem AKN weiß ich seit letztem Sommer. Im Herbst 2015 hatte ich anhaltende Schwindelprobleme, die mich erstmal zu meinem Orthopäden geführt haben. Dieser war der Meinung, dass die Beschwerden von meiner Halswirbelsäule kommen könnten, was wohl auch die Röntgenaufnahmen bestätigt hatten. Mit dieser Aussage habe ich mich erstmal zufriedengegeben und eine längere Zeit Spritzen im Schulter-und Nackenbereich bekommen. Es wurde leider nicht besser und im Frühjahr habe ich meinen Neurologen, bei dem ich wg. meiner Migräne in Behandlung war, um Rat gefragt. Der wusste auch nicht so richtig weiter und gab mir zum Ausprobieren das Medikament Arlevert mit und empfahl mir einen HNO Arzt aufzusuchen, wenn es nicht besser wird. Das Medikament bewirkte nichts und ich hatte mittlerweile, außer dem Schwindel, auch noch leichte Gleichgewichtsstörungen. Das wurde mir langsam unheimlich und ich ging zum HNO Arzt. Dieser nahm meine Beschwerden ernst und führte diverse Tests durch, bei denen der Schwindel erkennbar war. Zur endgültigen Abklärung veranlasste er noch ein MRT. Dort wurde auf der linken Seite ein AKN in Größe von ca. 9 x 6 mm festgestellt, das den Meatus praktisch völlig ausfüllt. Ich war erstmal erschrocken und noch ein bisschen mehr, als mich mein HNO Arzt am nächsten Abend zu Hause anrief. Er hatte den Bericht schon erhalten und wollte mir ein bisschen die Sorgen nehmen. In der Sprechstunde macht er dann noch weitergehenden Untersuchungen (BERA, vHIT, Kalorik, VNG, cVEMP) und bat mich, einen Spezialisten aufzusuchen. Er empfahl mir einen Professor für HNO in einer Klinik in der Nähe, den er für kompetent hielt.
Der empfohlene Professor war auch ein Fachmann und empfahl mir nach Sichtung meiner Unterlagen und kurzer Untersuchung noch abzuwarten und nach einem Jahr ein neues MRT zu machen. Im seinem Bericht stand „in der Bildgebung fällt ein den Fundus des inneren Gehörganges vollkommen ausfüllender Tumor auf, dessen Entfernung aufgrund dieser Tatsache nach meiner Einschätzung hinsichtlich der Chance des Hörerhaltes als kritisch einzuschätzen ist“. Da ich noch eine zweite Meinung einholen wollte, habe ich mich bei Professor Strauss in Halle vorgestellt. Hierzu kann ich nur sagen, dass ich relativ schnell in Termin bekam und er sich auch Zeit für die Sichtung der Unterlagen und die Beratung nahm. Er empfahl mir dann eine Behandlung, also eine OP. Er machte aber auch darauf aufmerksam, dass es zwar Chancen gibt, den Hörnerv zu erhalten, er aber nur operiert, wenn man sich vorher damit auseinandergesetzt hat, dass man durch die OP auch Taub werden kann. Zum damaligen Zeitpunkt hatte ich noch ein „gutes“ Hörvermögen mit einer Hörklasse A.
Mit diesen zwei Ergebnissen bin ich dann wieder zu meinem HNO Arzt. Wir haben uns dann verständigt, ein weiteres MRT nach 6 Monaten zu machen. Im September habe ich dann nochmal einen Hörtest machen lassen, weil ich schon den Eindruck hatte, dass mein Gehör schlechter wurde. Der Hörtest war aber ok und ich war vielleicht durch die ganze Aufregung etwas sehr sensibel, was mein Hörvermögen angeht.
Jetzt war ich erneut beim MRT, das keine signifikante Größenveränderung am Befund ergab (jetzt transversale Ebene 6 x9,5mm, versus 5,5x9,6mm und coronarer Ebene ca. 5mm), was ja auch erstmal erfreulich ist. Weniger erfreulich war der erneute Hörtest, der jetzt eine deutliche Verschlechterung auf der linken Seite zeigt, die ich natürlich auch schon gemerkt hatte. Daher wurde mir ein Hörgerät verordnet. Ich hatte schon gemerkt, dass mein Gehör nachgelassen hatte, war dann aber doch ziemlich traurig, durch den Test nochmal die Bestätigung zu bekommen. Durch das schlechtere Hören fühlte ich mich schon seit einiger Zeit eingeschränkt. Ich kann die Worte nicht verstehen, wenn jemand auf der linken Seite von mir spricht. Ich kann laute Außengeräusche überhaupt nicht ab und ich merke, dass sich hier etwas in meinem Leben verändert, mit dem ich gerade überhaupt nicht gut umgehen kann. Außer dem schlechteren Hören plagt mich seit einigen Monaten noch ein Tinnitus auf der linken Seite, der in Abhängigkeit von den Außengeräuschen schon ziemlich lästig ist. Der Schwindel hat sich übrigens irgendwann von alleine wieder verabschiedet.
Mein Problem ist im Moment einfach der Gedanke, dass, wenn ich mich jetzt nicht operieren lasse, ich vielleicht die Chance verpasse, meinen Hörnerv zu retten. Oder, dass ich mich operieren lasse und dadurch jetzt gleich mein Gehör verliere und dass ich ohne OP vielleicht noch eine gewisse Zeit mein beidseitiges Hören erhalten hätte.
Dazu kommt natürlich auch die Angst vor einer OP und natürlich vor dem, wie es danach sein wird. Ich würde da jetzt als „gesunder“ Mensch ins Krankenhaus gehen und würde dann vielleicht mit größeren Schwierigkeiten wieder rauskommen. Es ist mir schon klar, dass das AKN irgendwann da raus muss, weil es mich auch psychisch belastet, aber eigentlich bin ich noch nicht bereit mein Hören zu opfern. Ich glaube, ich brauch noch eine Weile, bis ich mich entschließen kann. Der Plan ist ein neues MRT in 9 Monaten, dann nochmal Hörtest und dann neu überlegen. Ist das AKN dann größer geworden und/oder das Hören nochmal schlechter, dann würde ich mich wohl auf den Weg ins Krankenhaus machen. Vielleicht gibt es im Forum noch andere Mitglieder, die gerade im selben Gewissenkonflikt sind. Wann oder in welchem Stadium würdet ihr eine OP in Angriff nehmen?
Danke für Eure Geduld beim Lesen! Beim Schreiben habe ich gemerkt, dass es echt guttut, dies alles mal loszuwerden und das bei den Menschen, die es bestimmt gut verstehen, weil sie selbst betroffen sind.
Viele Grüße an alle Leser und ein schönes Wochenende