Gute Nachricht aus Bern
Verfasst: 15.12.2008, 21:30
Gute Nachricht aus Bern:
Akustikusneurinom-Operation sehr erfolgreich
Liebe Forumsmitglieder
Heute vor 14 Tagen wurde ich im Lindenhofspital in Bern von Dr. Anton Lukes operiert. Nach einer Operationszeit von ca 3½ - 4 Stunden durfte ich von Dr. Lukes in der Intensivpflegestation folgende positive Meldung entgegennehmen.
- AN rechts komplett entfernt
- Hörnerv intakt
- Schwache Fazialisparese
Ich nahm ebenso zur Kenntnis das der Tinnitus noch vorhanden ist aber „stiller“. Auch das Erwachen aus der Vollnarkose war angenehmer als ich erwartet hatte. Keine Übelkeit und auch kein Erbrechen. Einzig Muskelschmerzen im Nackenbereich plagten mich in den folgenden 48 Stunden die aber langsam ausklangen. Noch in der Intensivpflegestation sagte mir Dr. Lukes das ich grosses Glück hatte. Der Hörnerv war nicht mit dem Tumor verwachsen sondern lag frei.
Trotz dieses Glücks brauchte es auch einen guten Neurochirurgen um die Operation erfolgreich durchzuführen, ist meine persönliche Meinung. Dr. Lukes hat auf ein MRT vor der Operation verzichtet da die letzten Bilder für ihn genug Anhaltspunkte für die Operation gaben. Er bemerkte nur das der Tumor ziemlich gross war, geschätzte 2,5cm oder mehr.
Seit 10. Dezember bin ich wieder zuhause und erhole mich von den Spitalstrapazen. Ausser ein paar kleine Unannehmlichkeiten geht es mir schon ziemlich gut. Diese Unannehmlichkeiten sind z.B. morgens ein ausgetrockneter Rachen, aber ohne Halsschmerzen (hatte ich auch schon im Spital), laut Dr. Lukes kann es einen Zusammenhang mit dem betroffenen Gesichtsnerv haben. Ebenso habe ich anscheinend plötzlich eine Allergie auf Früchte wie Kiwi, Ananas, Orangen usw, auch auf rezenten Käse oder pikante Saucen. Ich bekomme sofort Ausschläge auf der Zunge, sowas kannte ich vor der OP nicht. Auch das anscheinend Nachwirkungen aus der Narkose oder Medikamenten.
Die betroffenen Nerven machen mir im Moment keine grossen Probleme. Der Hörnerv ist zwar noch intakt, aber sehr geschwächt. Es gibt Tage da höre ich fast nichts. Dr. Lukes meint das der Hörnerv sich wieder erholen wird, das kann jedoch 6 Monate oder länger dauern. Der „geplagte“ Fazialisnerv betrifft nur mein rechtes Augenlid das nicht ganz schliesst, hier muss ich mehrmals im Tag Augentropfen verwenden. Die ersten Spaziergänge habe ich gut überstanden, der Gang ist noch unsicher, vor allem muss ich aufgrund meines niedrigen Blutdrucks aufpassen das ich nicht einen Schwächeanfall bekomme. Zusammengefasst kann ich sagen das die Operation und die Zeit danach besser verlief als ich erwartet hatte.
Ich möchte noch etwas zu meiner Vorbereitung auf die Operation beifügen. Da ich 4 Wochen vor der OP alle Medikamente absetzen musste (vor allem Tabletten mit blutverdünnender Wirkung gegen meine Rückenschmerzen) suchte ich eine Möglichkeit dies zu kompensieren. Ich meldete mich bei einer Naturheiltherapeutin, und beim ersten längeren Gespräch wählten wir eine Behandlungsmethode die mir die nötige Entspannung für die bevorstehende Operation geben soll. Unter den Methoden waren je nach Sitzung z.B. Craniosacral Therapie, Chinesische Akupunkturmassage und Viszerale Therapie. Ziel der Therapien war Einfluss zu nehmen in muskuläre Verspannungen, Stärkung des Immunsystems, tiefer Entspannung und Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens. Einige Sitzungen dauerten bis zu 2 Stunden mit einer Wirkung die mich teilweise tagelang in einer völligen Entspannung versetzten. Vor allem für die Vollnarkose seien diese Entspannungen sehr wichtig, sagte sie mir, da jegliche Verspannung oder Verkrampfung der Gefässe und Muskeln bei einer Vollnarkose ein ungemütliches und schmerzhaftes Aufwachen mit sich bringt. Es war mir somit möglich bis zur letzten Minute vor der Narkose diese Entspannungsphase mitzunehmen. In der Nacht vor der OP konnte ich dann noch meine frühe-ren Kenntnisse in Autogenem Training anwenden. Für mich waren diese Therapien eine ausgezeichnete Vorbereitung, welchen Einfluss sie schlussendlich auf die OP hatten kann ich nicht sagen, jedenfalls geschadet hat es nicht.
Abschliessend noch ein paar Sätze zum Lindenhofspital. Es ist eine Privatklinik, bestehend aus ca. 250 Betten und einem Ärztekollegium das aus über 130 frei praktizierenden Spezialärztinnen-und Ärzte besteht und Zimmerkategorien für alle Versicherungsklassen (wichtig bei Allgemeiner Versicherung - Zusatz: ganze Schweiz). Der hervorragende Pflegedienst, der rund um die Uhr für den Patienten da ist, macht den Auftenthalt mehr als angenehm. Nicht vergessen zu erwähnen möchte ich die Verdienste von Dr. Lukes. Als Patient kann ich mir keine bessere ärztliche Betreuung vorstellen, die Visiten fanden manchmal in einem freundschaftlichen und kollegialen Umfeld statt.
Ich bin froh und es freut mich auch, etwas Positives über eine Schweizer Klinik und einen Schweizer Arzt zu berichten (wie es ANFux in seinem Antwortschreiben auf meinen Eintrag vom 11.11. erhoffte). Ich hoffe auch das ich mit meinem Beitrag viele Betroffene erreichen und ihnen eine Hilfe sein kann.
Mit Weihnachtlichen Grüssen
Tivat
Akustikusneurinom-Operation sehr erfolgreich
Liebe Forumsmitglieder
Heute vor 14 Tagen wurde ich im Lindenhofspital in Bern von Dr. Anton Lukes operiert. Nach einer Operationszeit von ca 3½ - 4 Stunden durfte ich von Dr. Lukes in der Intensivpflegestation folgende positive Meldung entgegennehmen.
- AN rechts komplett entfernt
- Hörnerv intakt
- Schwache Fazialisparese
Ich nahm ebenso zur Kenntnis das der Tinnitus noch vorhanden ist aber „stiller“. Auch das Erwachen aus der Vollnarkose war angenehmer als ich erwartet hatte. Keine Übelkeit und auch kein Erbrechen. Einzig Muskelschmerzen im Nackenbereich plagten mich in den folgenden 48 Stunden die aber langsam ausklangen. Noch in der Intensivpflegestation sagte mir Dr. Lukes das ich grosses Glück hatte. Der Hörnerv war nicht mit dem Tumor verwachsen sondern lag frei.
Trotz dieses Glücks brauchte es auch einen guten Neurochirurgen um die Operation erfolgreich durchzuführen, ist meine persönliche Meinung. Dr. Lukes hat auf ein MRT vor der Operation verzichtet da die letzten Bilder für ihn genug Anhaltspunkte für die Operation gaben. Er bemerkte nur das der Tumor ziemlich gross war, geschätzte 2,5cm oder mehr.
Seit 10. Dezember bin ich wieder zuhause und erhole mich von den Spitalstrapazen. Ausser ein paar kleine Unannehmlichkeiten geht es mir schon ziemlich gut. Diese Unannehmlichkeiten sind z.B. morgens ein ausgetrockneter Rachen, aber ohne Halsschmerzen (hatte ich auch schon im Spital), laut Dr. Lukes kann es einen Zusammenhang mit dem betroffenen Gesichtsnerv haben. Ebenso habe ich anscheinend plötzlich eine Allergie auf Früchte wie Kiwi, Ananas, Orangen usw, auch auf rezenten Käse oder pikante Saucen. Ich bekomme sofort Ausschläge auf der Zunge, sowas kannte ich vor der OP nicht. Auch das anscheinend Nachwirkungen aus der Narkose oder Medikamenten.
Die betroffenen Nerven machen mir im Moment keine grossen Probleme. Der Hörnerv ist zwar noch intakt, aber sehr geschwächt. Es gibt Tage da höre ich fast nichts. Dr. Lukes meint das der Hörnerv sich wieder erholen wird, das kann jedoch 6 Monate oder länger dauern. Der „geplagte“ Fazialisnerv betrifft nur mein rechtes Augenlid das nicht ganz schliesst, hier muss ich mehrmals im Tag Augentropfen verwenden. Die ersten Spaziergänge habe ich gut überstanden, der Gang ist noch unsicher, vor allem muss ich aufgrund meines niedrigen Blutdrucks aufpassen das ich nicht einen Schwächeanfall bekomme. Zusammengefasst kann ich sagen das die Operation und die Zeit danach besser verlief als ich erwartet hatte.
Ich möchte noch etwas zu meiner Vorbereitung auf die Operation beifügen. Da ich 4 Wochen vor der OP alle Medikamente absetzen musste (vor allem Tabletten mit blutverdünnender Wirkung gegen meine Rückenschmerzen) suchte ich eine Möglichkeit dies zu kompensieren. Ich meldete mich bei einer Naturheiltherapeutin, und beim ersten längeren Gespräch wählten wir eine Behandlungsmethode die mir die nötige Entspannung für die bevorstehende Operation geben soll. Unter den Methoden waren je nach Sitzung z.B. Craniosacral Therapie, Chinesische Akupunkturmassage und Viszerale Therapie. Ziel der Therapien war Einfluss zu nehmen in muskuläre Verspannungen, Stärkung des Immunsystems, tiefer Entspannung und Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens. Einige Sitzungen dauerten bis zu 2 Stunden mit einer Wirkung die mich teilweise tagelang in einer völligen Entspannung versetzten. Vor allem für die Vollnarkose seien diese Entspannungen sehr wichtig, sagte sie mir, da jegliche Verspannung oder Verkrampfung der Gefässe und Muskeln bei einer Vollnarkose ein ungemütliches und schmerzhaftes Aufwachen mit sich bringt. Es war mir somit möglich bis zur letzten Minute vor der Narkose diese Entspannungsphase mitzunehmen. In der Nacht vor der OP konnte ich dann noch meine frühe-ren Kenntnisse in Autogenem Training anwenden. Für mich waren diese Therapien eine ausgezeichnete Vorbereitung, welchen Einfluss sie schlussendlich auf die OP hatten kann ich nicht sagen, jedenfalls geschadet hat es nicht.
Abschliessend noch ein paar Sätze zum Lindenhofspital. Es ist eine Privatklinik, bestehend aus ca. 250 Betten und einem Ärztekollegium das aus über 130 frei praktizierenden Spezialärztinnen-und Ärzte besteht und Zimmerkategorien für alle Versicherungsklassen (wichtig bei Allgemeiner Versicherung - Zusatz: ganze Schweiz). Der hervorragende Pflegedienst, der rund um die Uhr für den Patienten da ist, macht den Auftenthalt mehr als angenehm. Nicht vergessen zu erwähnen möchte ich die Verdienste von Dr. Lukes. Als Patient kann ich mir keine bessere ärztliche Betreuung vorstellen, die Visiten fanden manchmal in einem freundschaftlichen und kollegialen Umfeld statt.
Ich bin froh und es freut mich auch, etwas Positives über eine Schweizer Klinik und einen Schweizer Arzt zu berichten (wie es ANFux in seinem Antwortschreiben auf meinen Eintrag vom 11.11. erhoffte). Ich hoffe auch das ich mit meinem Beitrag viele Betroffene erreichen und ihnen eine Hilfe sein kann.
Mit Weihnachtlichen Grüssen
Tivat