Meine Cyberknife-Behandlung in München (Dr. Muacevic)
Verfasst: 17.05.2016, 21:47
Liebe LeidensgenossInnen,
ich hatte ja schon in einem anderen Beitrag meine Entscheidungsfindung beschrieben - am Ende eben für Cyberknife in München. Am 10.05.2016 war es dann soweit - und ich bisher kann ich sagen, dass für mich diese Entscheidung genau richtig war.
Insgesamt war die Behandlung ein "Spaziergang", das liegt ja auch in der Natur der Sache.
Am Tag vor der Behandlung wurde noch eine aktuelle CT-Aufnahme mit Kontrastmittel erstellt, um eine genaue Behandlungs- und Bestrahlungsplanung durchführen zu können. Angeblich ist der Tumor seit der letzten MRT-Aufnahme vor 2 Monaten nicht mehr gewachsen.
Meine Fragen wurden im Vorfeld auch immer kurzfristig oder auch in einem persönlichen Gespräch geklärt - da kann ich nur empfehlen, gut vorbereitet mit Fragen "bewaffnet" hineinzugehen.
Im Vorfeld hatte ich schon einige Punkte abgeklärt bzgl. Hörverschlechterung usw. unmittelbar nach der Behandlung. Ich hatte darüber ja einiges bereits gelesen und wollte selbst konkret eine Aussage des behandelnden Arztes haben. Es sollte nichts dergleichen zu erwarten sein - soweit die Auskunft. Das hat mich prinzipiell natürlich gefreut - aber ich war skeptisch!
Die Behandlung selbst war gar nicht zu spüren - da kann ich allen ggf. Ängste nehmen: man spürt definitiv nichts! Ich konnte mir auch noch Musik aussuchen, die während der gut 30 Minuten Behandlungszeit lief
Es ist generell nicht sehr laut - kein Vergleich zu einem MRT!!!
Anschließend gab es noch ein Abschlussgespräch und ich konnte wieder nach Hause.
In der Natur der Behandlung (ambulant!!!) liegt natürlich auch, dass die Nachsorge nicht vorgegeben ist und man sich darum selbst kümmern muss, was mir aber auch sehr entgegen gekommen ist.
Bereits eine Stunde nach der Behandlung habe ich eine deutliche Hörverschlechterung (subjektiv!) festgestellt - so dass ich mein seit einer Woche getestetes Hörgerät nicht mehr verwenden konnte.
Mein Schwindel hat auch minimal zugenommen.
Nach weiteren 2 Stunden kamen dann ein Druck/Zug hinter und unter dem Ohr mit dazu; allerdings nicht in einem schmerzhaften Ausmaß. Das hat mir dann gezeigt, dass es doch eine Behandlung gab (was ich zuerst fast gar nicht glauben konnte). Auch beim Schlucken hatte ich ein komisches Gefühl in der Kehle.
Ansonsten war mein Allgemeinbefinden wunderbar - fast so gut wie vor der Behandlung. Das war's dann auch schon - mehr gab es nicht und ich musste noch nicht einmal zu Schmerzmitteln greifen. Ich habe es dann ruhig angehen lassen und mir im wahrsten Sinn des Wortes Ruhe gegönnt.
Nach einer sofortigen Rücksprache mit Dr. Muacevic war er auch überrascht, dass mein Gehör bereits nach einer Stunde reagiert hat - das ist nicht zu erwarten gewesen und soll wohl nicht von Dauer sein. Er hat mir dann Kortison empfohlen, das ich aber aus verschiedenen Gründen nicht einnehmen wollte (ich bin Veganer und in den Tabletten ist Lactose: ausserdem hatte ich eine Woche zuvor bereits Kortison in Zäpfchenform für 3 Tage "getestet" - ohne jeglichen Effekt). Dafür habe ich ein homöopatisches Präparat genommen, das eine ähnliche Wirkung wie Kortison hat. Aber das hat wenigstens keine Nebenwirkungen, selbst wenn es nicht wirken sollte.
Moderatorenhinweis:
Bitte hierzu die Kommentierung im nachfolgenden Beitrag des Mitglieds elf beachten !
snowdog (Moderator)
02.06.2016
In der Nacht vor dem Einschlafen (bei völliger Ruhe) hatte ich dann komische Geräusche im Ohr: Pfeifen, Zischen, Töne - aber nur sehr leise; das kannte ich bisher noch gar nicht.
Am Morgen dann hatte sich alles weiter zum Positiven entwickelt - bis auf meine Hörleistung: Druck/Zug hinter/unter dem Ohr fast weg, Tinnitus fast weg, Schwindel besser. Ich konnte dann eigentlich schon wieder alles machen - habe es aber sehr ruhig angehen lassen.
Ein Besuch bei der Akustikerin zum Anpassen der Hörgerates auf die neue Situation war erst mal ernüchternd: meine Verzerrschwelle ist weiter deutlich gesunken und auch die hohen Frequenzen waren eher fast nicht mehr vorhanden. So konnte das Hörgerät die Geräusche zwar verstärken, aber besser gemacht hat es die Situation nicht - im Gegenteil: nach 30 Minuten habe ich es weggelegt, weil es nur noch meinen Hörnerv irritiert hat. Dadurch kam auch verstärkt Schwindel auf und auch der Tinnitus kommt dann wieder verstärkt - diesen Zusammenhang habe ich dann die nächsten Tage sehr deutlich immer wieder wahrgenommen und habe deshalb dann versucht, meinen Hörnerv so gut es geht durch Ruhe und Oropax zu schonen.
Das hat auch Früchte getragen (schätze ich mal) und nach fast einer Woche ist meine Hörleistung leicht besser - allerdings nicht die Verzerrung und die Hohen Frequenzen ab 3kHz.
Ich hatte den Behandlungstermin bewusst so gelegt, dass ich danach noch etwas Ruhe haben kann - was sich als sehr gute Entscheidung herausgestellt hat. Das würde ich jedem bei dieser Behandlung empfehlen, auch wenn es heißt, man könnte am nächsten Tage wieder arbeiten. Wenn es nicht sein muss, würde ich das nicht so planen!
Nach dem langen Wochenende mit viel Ruhe bin ich nun wieder fast normal in "Action" - war auch schon wieder beim Sport und das hat sehr gut funktioniert.
Morgen geht es dann zum HNO, um einige Dinge zu klären, u.a. auch, wie es mit dem Thema Hörgerät weitergehen kann (vermutlich Cros-Versorgung) - das ist ja für mich sehr wichtig!
Ich werde dann nach einiger Zeit nochmal ein "Update" geben, wie es sich weiter entwickelt hat.
Ich selbst hatte ja zu dieser Form der Behandlung (hier und auch generell) recht wenig Details gefunden ... und hoffe, das kann dem ein oder anderen hier etwas Hilfestellung geben. Wenn jemand noch mehr Details haben möchte, dann gerne einfach fragen ...
Noch etwas generelles: ich habe mir alle Beobachtungen sehr genau aufgeschrieben, um für mich selbst eine Entwicklung zu haben und zu dokumentieren. Ich habe auch selbst (mit einer Smartphone-App) Hörtests durchgeführt, die zwar nicht geeicht sind, aber doch eine sehr gute Tendenz geben; das hatte ich auch schon vor der Behandlung und parallel zu "echten" Hörtests gemacht, so dass ich eine gute Orientierung hatte. Hörtests haben allerdings ja sowieso immer eine subjektive Komponente, weil sie vom Probanden und dessen Reaktion abhängig sind. Ausserdem lässt sich das Verzerrverhalten leider nur schwer messen - ist aber eine ziemliche Belastung im täglichen Leben, vor allem für mich, der ich mit Sprache und Gesang zu tun habe.
Meine anfängliche Hörverschlechterung lag bei ca. 10%-Punkten, was in Anbetracht der Werte, die ich vorher schon bei Recherchen gefunden hatte (bis 20%-Punkte), recht gut liegt. Ich hoffe mal, dass sich da noch ein bisschen etwas tut - und die "richtige" Richtung!
Zusammenfassend kann ich sagen, dass sich durch meine Akzeptanz der Tatsache, dass mein Zustand nicht mehr besser wird, sondern bestensfalls gleich bleibt, sich die Situation entspannt hat und ich auch leichter damit umgehen kann. Genau vor diesem Hintergrund war die Entscheidung für die Cyberknife-Behandlung auch genau die richtige - auch weil ich schon darauf vorbereitet war, dass sich die Situation kurzfristig auch leicht verschlechtern kann. Ich schätze es momentan so ein, dass der Zustand nach der Behandlung insgesamt bis auf die kleine Hörverschlechterung recht konstant geblieben ist. Nachdem die Bestrahlung eher langfristige Auswirkungen hat, sehe ich dem auch sehr positiv entgegen.
Alles Gute für Euch
JoKai66
ich hatte ja schon in einem anderen Beitrag meine Entscheidungsfindung beschrieben - am Ende eben für Cyberknife in München. Am 10.05.2016 war es dann soweit - und ich bisher kann ich sagen, dass für mich diese Entscheidung genau richtig war.
Insgesamt war die Behandlung ein "Spaziergang", das liegt ja auch in der Natur der Sache.
Am Tag vor der Behandlung wurde noch eine aktuelle CT-Aufnahme mit Kontrastmittel erstellt, um eine genaue Behandlungs- und Bestrahlungsplanung durchführen zu können. Angeblich ist der Tumor seit der letzten MRT-Aufnahme vor 2 Monaten nicht mehr gewachsen.
Meine Fragen wurden im Vorfeld auch immer kurzfristig oder auch in einem persönlichen Gespräch geklärt - da kann ich nur empfehlen, gut vorbereitet mit Fragen "bewaffnet" hineinzugehen.
Im Vorfeld hatte ich schon einige Punkte abgeklärt bzgl. Hörverschlechterung usw. unmittelbar nach der Behandlung. Ich hatte darüber ja einiges bereits gelesen und wollte selbst konkret eine Aussage des behandelnden Arztes haben. Es sollte nichts dergleichen zu erwarten sein - soweit die Auskunft. Das hat mich prinzipiell natürlich gefreut - aber ich war skeptisch!
Die Behandlung selbst war gar nicht zu spüren - da kann ich allen ggf. Ängste nehmen: man spürt definitiv nichts! Ich konnte mir auch noch Musik aussuchen, die während der gut 30 Minuten Behandlungszeit lief
Anschließend gab es noch ein Abschlussgespräch und ich konnte wieder nach Hause.
In der Natur der Behandlung (ambulant!!!) liegt natürlich auch, dass die Nachsorge nicht vorgegeben ist und man sich darum selbst kümmern muss, was mir aber auch sehr entgegen gekommen ist.
Bereits eine Stunde nach der Behandlung habe ich eine deutliche Hörverschlechterung (subjektiv!) festgestellt - so dass ich mein seit einer Woche getestetes Hörgerät nicht mehr verwenden konnte.
Mein Schwindel hat auch minimal zugenommen.
Nach weiteren 2 Stunden kamen dann ein Druck/Zug hinter und unter dem Ohr mit dazu; allerdings nicht in einem schmerzhaften Ausmaß. Das hat mir dann gezeigt, dass es doch eine Behandlung gab (was ich zuerst fast gar nicht glauben konnte). Auch beim Schlucken hatte ich ein komisches Gefühl in der Kehle.
Ansonsten war mein Allgemeinbefinden wunderbar - fast so gut wie vor der Behandlung. Das war's dann auch schon - mehr gab es nicht und ich musste noch nicht einmal zu Schmerzmitteln greifen. Ich habe es dann ruhig angehen lassen und mir im wahrsten Sinn des Wortes Ruhe gegönnt.
Nach einer sofortigen Rücksprache mit Dr. Muacevic war er auch überrascht, dass mein Gehör bereits nach einer Stunde reagiert hat - das ist nicht zu erwarten gewesen und soll wohl nicht von Dauer sein. Er hat mir dann Kortison empfohlen, das ich aber aus verschiedenen Gründen nicht einnehmen wollte (ich bin Veganer und in den Tabletten ist Lactose: ausserdem hatte ich eine Woche zuvor bereits Kortison in Zäpfchenform für 3 Tage "getestet" - ohne jeglichen Effekt). Dafür habe ich ein homöopatisches Präparat genommen, das eine ähnliche Wirkung wie Kortison hat. Aber das hat wenigstens keine Nebenwirkungen, selbst wenn es nicht wirken sollte.
Moderatorenhinweis:
Bitte hierzu die Kommentierung im nachfolgenden Beitrag des Mitglieds elf beachten !
snowdog (Moderator)
02.06.2016
In der Nacht vor dem Einschlafen (bei völliger Ruhe) hatte ich dann komische Geräusche im Ohr: Pfeifen, Zischen, Töne - aber nur sehr leise; das kannte ich bisher noch gar nicht.
Am Morgen dann hatte sich alles weiter zum Positiven entwickelt - bis auf meine Hörleistung: Druck/Zug hinter/unter dem Ohr fast weg, Tinnitus fast weg, Schwindel besser. Ich konnte dann eigentlich schon wieder alles machen - habe es aber sehr ruhig angehen lassen.
Ein Besuch bei der Akustikerin zum Anpassen der Hörgerates auf die neue Situation war erst mal ernüchternd: meine Verzerrschwelle ist weiter deutlich gesunken und auch die hohen Frequenzen waren eher fast nicht mehr vorhanden. So konnte das Hörgerät die Geräusche zwar verstärken, aber besser gemacht hat es die Situation nicht - im Gegenteil: nach 30 Minuten habe ich es weggelegt, weil es nur noch meinen Hörnerv irritiert hat. Dadurch kam auch verstärkt Schwindel auf und auch der Tinnitus kommt dann wieder verstärkt - diesen Zusammenhang habe ich dann die nächsten Tage sehr deutlich immer wieder wahrgenommen und habe deshalb dann versucht, meinen Hörnerv so gut es geht durch Ruhe und Oropax zu schonen.
Das hat auch Früchte getragen (schätze ich mal) und nach fast einer Woche ist meine Hörleistung leicht besser - allerdings nicht die Verzerrung und die Hohen Frequenzen ab 3kHz.
Ich hatte den Behandlungstermin bewusst so gelegt, dass ich danach noch etwas Ruhe haben kann - was sich als sehr gute Entscheidung herausgestellt hat. Das würde ich jedem bei dieser Behandlung empfehlen, auch wenn es heißt, man könnte am nächsten Tage wieder arbeiten. Wenn es nicht sein muss, würde ich das nicht so planen!
Nach dem langen Wochenende mit viel Ruhe bin ich nun wieder fast normal in "Action" - war auch schon wieder beim Sport und das hat sehr gut funktioniert.
Morgen geht es dann zum HNO, um einige Dinge zu klären, u.a. auch, wie es mit dem Thema Hörgerät weitergehen kann (vermutlich Cros-Versorgung) - das ist ja für mich sehr wichtig!
Ich werde dann nach einiger Zeit nochmal ein "Update" geben, wie es sich weiter entwickelt hat.
Ich selbst hatte ja zu dieser Form der Behandlung (hier und auch generell) recht wenig Details gefunden ... und hoffe, das kann dem ein oder anderen hier etwas Hilfestellung geben. Wenn jemand noch mehr Details haben möchte, dann gerne einfach fragen ...
Noch etwas generelles: ich habe mir alle Beobachtungen sehr genau aufgeschrieben, um für mich selbst eine Entwicklung zu haben und zu dokumentieren. Ich habe auch selbst (mit einer Smartphone-App) Hörtests durchgeführt, die zwar nicht geeicht sind, aber doch eine sehr gute Tendenz geben; das hatte ich auch schon vor der Behandlung und parallel zu "echten" Hörtests gemacht, so dass ich eine gute Orientierung hatte. Hörtests haben allerdings ja sowieso immer eine subjektive Komponente, weil sie vom Probanden und dessen Reaktion abhängig sind. Ausserdem lässt sich das Verzerrverhalten leider nur schwer messen - ist aber eine ziemliche Belastung im täglichen Leben, vor allem für mich, der ich mit Sprache und Gesang zu tun habe.
Meine anfängliche Hörverschlechterung lag bei ca. 10%-Punkten, was in Anbetracht der Werte, die ich vorher schon bei Recherchen gefunden hatte (bis 20%-Punkte), recht gut liegt. Ich hoffe mal, dass sich da noch ein bisschen etwas tut - und die "richtige" Richtung!
Zusammenfassend kann ich sagen, dass sich durch meine Akzeptanz der Tatsache, dass mein Zustand nicht mehr besser wird, sondern bestensfalls gleich bleibt, sich die Situation entspannt hat und ich auch leichter damit umgehen kann. Genau vor diesem Hintergrund war die Entscheidung für die Cyberknife-Behandlung auch genau die richtige - auch weil ich schon darauf vorbereitet war, dass sich die Situation kurzfristig auch leicht verschlechtern kann. Ich schätze es momentan so ein, dass der Zustand nach der Behandlung insgesamt bis auf die kleine Hörverschlechterung recht konstant geblieben ist. Nachdem die Bestrahlung eher langfristige Auswirkungen hat, sehe ich dem auch sehr positiv entgegen.
Alles Gute für Euch
JoKai66