Erfolgreiche Operation
Verfasst: 21.12.2015, 18:23
Sehr geehrte Damen und Herren !
Jetzt kann ich endlich meinen Schwur erfüllen, den ich mir im August 2015
selbst auferlegte : nach der erfolgten Entfernung per Operation meines
Akustikusneurinoms meinen Fall in diesem Forum darzulegen und so zu einer
Informationsquelle für andere Betroffene zu werden.
Zur Vorgeschichte : vor fast genau 2 Jahren hatte ich eine lustige
Ranglerei mit meinem Neffen. Nach einem für mich überraschenden Stoß
geriet ich aus dem Gleichgewicht und erlangte es erst nach ca. 1 Stunde
wieder. Ein paar Monate später hatte ich ab und zu heftige Schwindelanfälle,
die aber nach ca. 3 Monaten so plötzlich verschwanden, wie sie gekommen
waren. Einzig beim Gehen kam es vor, das ich leicht aus dem Gleichgewicht
geriet. Mit dieser Situation lernte ich mich zu arrangieren und dachte mir
noch nicht viel dabei.
Aber Angang April 2015 setzte plötzlich ein Tinnitus im linken Ohr ein.
Kurz darauf eine deutliche Hörminderung. Speziell bei lauteren
Umgebungsgeräuschen tat das Hören auf der linken Seite
fast weh. Ich suchte sofort meinen HNO Arzt auf, der mir eine
durchblutungsfördernde Behandlung mit Laser und Wärme angedeihen ließ,
die aber trotz wochenlanger Anwendungen keine Besserung brachte.
Nur ein Tipp : nach einem Gespräch mit meinem HNO Operateur weiß ich
nun, das mein HNO Arzt nicht richtig vorgegangen ist. Er hätte, wenn keine
Besserung des Tinitus und auch des Hörvermögens nach einem vermuteten
Hörsturz eintritt, nach dem Ausschlußprinzip vorgehen und ein MRT anordnen
müssen. Bitte unbedingt darauf bestehen !
Mitte Mai dann der nächste Vorfall : beim Bücken ereilte mich plötzlich
ein Krampf vom linken Auge bis zum linken Mundwinkel. Dieser Krampf
entzog sich vollkommen meiner Kontrolle und löste sich erst auf, als ich
instinktiv den Mund so weit wie möglich öffnete. Nun war mir klar, hier liegt
etwas ernstes vor ! Ich brach die Behandlung beim HNO Arzt ab und ließ
mich von einem Neurologen zu einem MRT überweisen. Auch hier mußte
ich auf dieser Untersuchung bestehen.
MRT fand dann am 3.8.2015 statt und am 7.8. hielt ich dann meine
Diagnose in Händen :
Platzbedarf durch Akustikusneurinom, 15 x 11 mm, links !
Noch nie davon gehört ! Sofortige Internetrecherche. Dieses Forum gefunden.
Fallbeispiele durchgelesen und schon hatte ich Klarheit, was auf mich zukommt.
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen, die an diesem Forum mitarbeiten,
herzlich bedanken - ganz toll, nach so einer doch im ersten Moment
erschreckender Diagnose so eine Hilfestellung geboten zu bekommen !!!
Nun waren die Vorfälle der letzten beiden Jahre plötzlich erklärbar.
Der Tumor löste die Hörminderung aus. Der Schwindel war so lange da,
bis die rechte Seite das Gleichgewicht auch für die linke Seite übernahm !
Durch das Forum fand ich "mein" Krankenhaus : das AKH in Wien,
Abteilung Neurochirurgie, durch das Forum fand ich meinen Operateur :
Hr.Prof. Matula. Und schon lief es wie am Schnürchen:
Termin in der Privatordination samt Operationsterminvereinbarung
für den 18.11.2015.
Es klingt vielleicht überheblich, ich möchte aber versichern, es war so:
ich hatte keinen Moment Angst, brauchte keine Beruhigungstherapie.
Der Weg war für mich klar vorgezeichnet. Bestrahlung kam für mich nicht in
Frage. Einzig die zweimalige Verschiebung der OP machte mich etwas unrund.
Zwar wurde ich darauf hingewiesen, das so etwas passieren könne,
trotzdem war das belastend.
Am 3.12. mittags meldete ich mich dann in der Neurochirurgie, machte
dort noch ein CT und ein MRT. Am 4.12. wurde mir dann in einer 6 stündigen
OP der Tumor entfernt. Da das Hörvermögen links schon sehr beeinträchtigt
war, wurde nach Absprache mit mir translabyrinthär operiert.
Dieser Operationsweg ist zwar der schonendste für das Gehirn, aber das
Gehör ist auf der operierten Seite weg. Ich möchte hier meine Operateure
Hr.Prof.Matula (Neurochirurg) und Hr. Prof. Arnoldner (HNO) in höchsten
Tönen loben. Operationsvorbereitung, Durchführung, Nachbehandlung waren
perfekt !
Der Tumor wurde komplett entfernt. Der in Aussicht gestellte Schwindel
nach der OP trat nicht ein. Ich hatte keine Schmerzen, der Gesichtsnerv
konnte zu 100% erhalten werden und vor allem : mein geringes Restgehör
links blieb erhalten !!! Wie das geschehen konnte, ist mir ein Rätsel ...
Ich weiß nicht, wie oft das vorkommt. Wahrscheinlich hatte ich einfach
Glück. Hr. Prof. Matula meinte nur, das der Tumor relativ leicht abzulösen war.
10 Stunden nach der Operation konnte ich bereits aufstehen und ohne Hilfe
gehen. Ich war glücklich ! Einzig der Gesichtsnerv war etwas beleidigt.
Ich konnte das linke Auge nicht ganz schließen, der Nasenbereich war
gefühllos und der linke Mundwinkel war ohne Funktion. Die sofort einsetzende
Therapie mit einer Logopädin brachte bereits in 3 Tagen gute Fortschritte.
Die verschriebenen Übungen führe ich jeden Tag durch, da die 100 %ige
Funktionsfähigkeit der oben beschriebenen Bereiche noch immer nicht
hergestellt ist. Wird aber jeden Tag ein Stück besser und ist wirklich im
Vergleich zu den möglichen Komplikationen eine Kleinigkeit.
Nach 3 Tagen Intensivstation und 6 Tagen auf der Normalstation konnte
ich das Krankenhaus verlassen. Weiteres Procedere: nach 5 Wochen
ambulante Kontrolle bei Hr.Prof. Matula und Hr. Prof. Arnoldner.
Nach 3 Monaten MRT-Kontrolle.
Hoffentlich ist mein Text nicht zu lange. Wollte aber unbedingt alle Aspekte
unterbringen.
Ich wünsche allen Betroffenen eine klare Entscheidung für die
Vorgehensweise gegen den Tumor, starke Nerven und vor allem Zuversicht -
der Tumor ist gutartig !
Herzliche Grüße aus Wien,
goodnews = Karl
Beitrag Verfasst: 21.12.2015, 17:11
Jetzt kann ich endlich meinen Schwur erfüllen, den ich mir im August 2015
selbst auferlegte : nach der erfolgten Entfernung per Operation meines
Akustikusneurinoms meinen Fall in diesem Forum darzulegen und so zu einer
Informationsquelle für andere Betroffene zu werden.
Zur Vorgeschichte : vor fast genau 2 Jahren hatte ich eine lustige
Ranglerei mit meinem Neffen. Nach einem für mich überraschenden Stoß
geriet ich aus dem Gleichgewicht und erlangte es erst nach ca. 1 Stunde
wieder. Ein paar Monate später hatte ich ab und zu heftige Schwindelanfälle,
die aber nach ca. 3 Monaten so plötzlich verschwanden, wie sie gekommen
waren. Einzig beim Gehen kam es vor, das ich leicht aus dem Gleichgewicht
geriet. Mit dieser Situation lernte ich mich zu arrangieren und dachte mir
noch nicht viel dabei.
Aber Angang April 2015 setzte plötzlich ein Tinnitus im linken Ohr ein.
Kurz darauf eine deutliche Hörminderung. Speziell bei lauteren
Umgebungsgeräuschen tat das Hören auf der linken Seite
fast weh. Ich suchte sofort meinen HNO Arzt auf, der mir eine
durchblutungsfördernde Behandlung mit Laser und Wärme angedeihen ließ,
die aber trotz wochenlanger Anwendungen keine Besserung brachte.
Nur ein Tipp : nach einem Gespräch mit meinem HNO Operateur weiß ich
nun, das mein HNO Arzt nicht richtig vorgegangen ist. Er hätte, wenn keine
Besserung des Tinitus und auch des Hörvermögens nach einem vermuteten
Hörsturz eintritt, nach dem Ausschlußprinzip vorgehen und ein MRT anordnen
müssen. Bitte unbedingt darauf bestehen !
Mitte Mai dann der nächste Vorfall : beim Bücken ereilte mich plötzlich
ein Krampf vom linken Auge bis zum linken Mundwinkel. Dieser Krampf
entzog sich vollkommen meiner Kontrolle und löste sich erst auf, als ich
instinktiv den Mund so weit wie möglich öffnete. Nun war mir klar, hier liegt
etwas ernstes vor ! Ich brach die Behandlung beim HNO Arzt ab und ließ
mich von einem Neurologen zu einem MRT überweisen. Auch hier mußte
ich auf dieser Untersuchung bestehen.
MRT fand dann am 3.8.2015 statt und am 7.8. hielt ich dann meine
Diagnose in Händen :
Platzbedarf durch Akustikusneurinom, 15 x 11 mm, links !
Noch nie davon gehört ! Sofortige Internetrecherche. Dieses Forum gefunden.
Fallbeispiele durchgelesen und schon hatte ich Klarheit, was auf mich zukommt.
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen, die an diesem Forum mitarbeiten,
herzlich bedanken - ganz toll, nach so einer doch im ersten Moment
erschreckender Diagnose so eine Hilfestellung geboten zu bekommen !!!
Nun waren die Vorfälle der letzten beiden Jahre plötzlich erklärbar.
Der Tumor löste die Hörminderung aus. Der Schwindel war so lange da,
bis die rechte Seite das Gleichgewicht auch für die linke Seite übernahm !
Durch das Forum fand ich "mein" Krankenhaus : das AKH in Wien,
Abteilung Neurochirurgie, durch das Forum fand ich meinen Operateur :
Hr.Prof. Matula. Und schon lief es wie am Schnürchen:
Termin in der Privatordination samt Operationsterminvereinbarung
für den 18.11.2015.
Es klingt vielleicht überheblich, ich möchte aber versichern, es war so:
ich hatte keinen Moment Angst, brauchte keine Beruhigungstherapie.
Der Weg war für mich klar vorgezeichnet. Bestrahlung kam für mich nicht in
Frage. Einzig die zweimalige Verschiebung der OP machte mich etwas unrund.
Zwar wurde ich darauf hingewiesen, das so etwas passieren könne,
trotzdem war das belastend.
Am 3.12. mittags meldete ich mich dann in der Neurochirurgie, machte
dort noch ein CT und ein MRT. Am 4.12. wurde mir dann in einer 6 stündigen
OP der Tumor entfernt. Da das Hörvermögen links schon sehr beeinträchtigt
war, wurde nach Absprache mit mir translabyrinthär operiert.
Dieser Operationsweg ist zwar der schonendste für das Gehirn, aber das
Gehör ist auf der operierten Seite weg. Ich möchte hier meine Operateure
Hr.Prof.Matula (Neurochirurg) und Hr. Prof. Arnoldner (HNO) in höchsten
Tönen loben. Operationsvorbereitung, Durchführung, Nachbehandlung waren
perfekt !
Der Tumor wurde komplett entfernt. Der in Aussicht gestellte Schwindel
nach der OP trat nicht ein. Ich hatte keine Schmerzen, der Gesichtsnerv
konnte zu 100% erhalten werden und vor allem : mein geringes Restgehör
links blieb erhalten !!! Wie das geschehen konnte, ist mir ein Rätsel ...
Ich weiß nicht, wie oft das vorkommt. Wahrscheinlich hatte ich einfach
Glück. Hr. Prof. Matula meinte nur, das der Tumor relativ leicht abzulösen war.
10 Stunden nach der Operation konnte ich bereits aufstehen und ohne Hilfe
gehen. Ich war glücklich ! Einzig der Gesichtsnerv war etwas beleidigt.
Ich konnte das linke Auge nicht ganz schließen, der Nasenbereich war
gefühllos und der linke Mundwinkel war ohne Funktion. Die sofort einsetzende
Therapie mit einer Logopädin brachte bereits in 3 Tagen gute Fortschritte.
Die verschriebenen Übungen führe ich jeden Tag durch, da die 100 %ige
Funktionsfähigkeit der oben beschriebenen Bereiche noch immer nicht
hergestellt ist. Wird aber jeden Tag ein Stück besser und ist wirklich im
Vergleich zu den möglichen Komplikationen eine Kleinigkeit.
Nach 3 Tagen Intensivstation und 6 Tagen auf der Normalstation konnte
ich das Krankenhaus verlassen. Weiteres Procedere: nach 5 Wochen
ambulante Kontrolle bei Hr.Prof. Matula und Hr. Prof. Arnoldner.
Nach 3 Monaten MRT-Kontrolle.
Hoffentlich ist mein Text nicht zu lange. Wollte aber unbedingt alle Aspekte
unterbringen.
Ich wünsche allen Betroffenen eine klare Entscheidung für die
Vorgehensweise gegen den Tumor, starke Nerven und vor allem Zuversicht -
der Tumor ist gutartig !
Herzliche Grüße aus Wien,
goodnews = Karl
Beitrag Verfasst: 21.12.2015, 17:11