Hallo menzel,
ANFux hat zum Thema
Größenbestimmung eines AN
an verschiedenen Stellen hilfreiche Ausführungen geschrieben, u.a.
hier.
Im Zuge der Tumorkontrolle, ob in einer wait-and-scan-Phase vor
einer Therapie oder nach einer OP, wird klar, dass die Auswahl des
Radiologen Beachtung verdient. Zunächst einmal ist der Patient hier
hilflos, vom Facharzt zum MRT geschickt bedeutet in der Praxis eine
Auswahl nach dem schnellsten verfügbaren Termin.
Da es im bestätigten Verdachtsfall aber nicht bei einem MRT-Termin
bleibt, werden nachfolgend weitere Aufnahmen (Verlaufskontrolle)
hinzukommen. Jeder Operateur beurteilt anhand der Aufnahmen und
der radiologischen Befundung das AN, aus der Erfahrung „liest“ er die
Aufnahmen möglicherweise anders, als dies der Radiologe macht.
Der Radiologie muss also „gute“ Aufnahmen liefern, die die Raumforderung
möglichst exakt abbilden und dies neutral beschreiben. Der Operateur
beurteilt anhand der Lage, der Symptomatik und des Befundes mögliche
Therapieoptionen.
Für die Nachsorge bedeutet das, dass Aufnahmen vergleichbar sein
müssen – also möglichst gleiche Schnittführung, gleicher Radiologe,
chronologische Befundung. Hier ist der Operateur der Ansprechpartner,
er muss mit der Qualität der Aufnahmen zufrieden sein –
oder gegebenenfalls Vorgaben machen.
Die Aussage „i.d.R. so tief wie breit“ impliziert nicht nur mögliche
Ausnahmen von der Regel, zusammen mit der Frage „warum eine
3-dimensionale Größenangabe“, liegt die Vermutung fehlender spezieller
AN-Erfahrung nahe.
Die vielen Erfahrungsberichte sind ein Beleg dafür, dass die absolute
Größe eines AN nichts über die auslösende Symptomatik aussagt.
Erst mit der spezifischen Lage wird eine Raumforderung beurteilbar –
intra- oder extrameatal, möglich Zugangswege, Ausdehnungsmöglichkeiten –
dies alles ist von Bedeutung. Es gibt mehrere Zentimeter große AN,
die erst in der Spätphase durch Hörverlust Verdachtsmomente auslösten,
und es gibt wenige mm große Tumore, die eine ganze Palette an
Symptomen in Gang setzen.
Grundsätzlich ist die Größenbestimmung notwendig, um die
Therapieoptionen zu sondieren – nach welchen Kriterien das geschieht,
ist auf den Infoseiten beschrieben. Ab einer bestimmten Größe ist eine
Bestrahlung nicht mehr angezeigt, dann kommt es auf den Zugangsweg
einer neurochirurgischen oder der klassischen HNO-OP an.
Bitte den Radiologen um die gewünschten Angaben und schaue,
wie er darauf reagiert. Auf Kopfschütteln kannst Du ihm z.B. deine
Sorgen offen darlegen, warum Du danach fragst. Vertrauen ist ein
grundsätzliches Thema bei jedem Arztbesuch.
Beste Grüße
snowdog