Der Angst Herr werden.
Verfasst: 03.09.2015, 11:00
Liebes Forum,
ich möchte mich nach monatelangem mitlesen nun auch einmal bei euch vorstellen.
Nachdem ich nun schon über ein Jahr die Diagnose AN mit mir herumtrage, stehe ich jetzt vor der Entscheidung, wo ich mich operieren lasse und habe große Probleme damit, meine Angst in den Griff zu kriegen.
Aber vielleicht von Vorne:
Für Doktorarbeit einer lieben Freundin habe ich in der Vergleichsgruppe an einer Studie teilgenommen, für die ich im MRT Bilder bewerten musste. Routinemäßig werden die MRT-Bilder aller Probanden untersucht und bei mir wurde in dem Zuge das Akustikusneurinom festgestellt. Unerfreulich. Fand auch meine Freundin, die mir diese Diagnose mitteilen musste. Das war im Juli 2014.
Der Tumor ist 10x12x13mm groß, liegt hauptsächlich extrameatal und berührt den Hirnstamm.
Auf den Schock habe ich mich relativ bald nach der Diagnose hier in Dortmund in der Klinik vorgestellt und mich sowohl in der HNO, Neurochirurgie und auch zum Thema Strahlentherapie informiert. Die Strahlentherapie konnte ich aufgrund der nicht absehbaren Spätfolgen ausschließen. Die Entscheidung zur Operation habe ich im Grunde sofort getroffen.
Nun war es aber so, dass ich bis auf ein generell schlechtes Gehör (beidseitig, generelle Schwachstelle Ohren, viele Mittelohrentzündungen, geplatzte Trommelfelle, Trommelfellschnitte) wirklich keine Symptome hatte und der Tumor mir durch sein langsames Wachstum auch keine Eile zur Handlung geboten hat. Bei einem weiteren MRT mit Kontrastmittel im Januar 2015 stellte sich heraus, dass er auch nicht weiter gewachsen war.
Der zwingende Handlungsbedarf ließ sich also noch herausschieben.
Die Angst vor dieser Operation war bei mir von Anfang an recht hoch, die Aussicht auf Hörverlust oder eine Facialisparese sehr schlimm für mich.
Daher habe ich mich ziemlich bald nach der Diagnose dazu entschlossen den Jakobsweg zu pilgern, in der Hoffnung da Herr meiner Ängste zu werden (auch wenn ich mir vor der Reise gar nicht klar gemacht habe, dass das der eigentliche Grund sein könnte). Die Reise hat mir auch sehr gut getan und ich konnte viele Ängste dort lassen, aber je näher der vorn mir gesetzte Termin (ich würde mich gerne im November operieren lassen) rückt, desto brachialer kommt die Angst vor der OP zurück.
Vor einigen Wochen war es nun soweit, dass ich rechtsseitig auch noch einen Hörsturz bekommen habe, der bisher leider nicht richtig zurück gegangen ist. Ich kann mich also nicht länger verstecken.
Seither habe ich fast Panikattacken, stark depressive Schübe und verhalte mich destruktiv und kann es einfach nicht abstellen.
Ich habe Angst den falschen Operationsort auszuwählen. In Dortmund habe ich mich gut beraten gefühlt, aber habe im Internet fast nichts über AN-Operationen hier in der Klinik gefunden. Daher will ich mich jetzt noch in Fulda vorstellen, habe es aber immer noch nicht über mich gebracht dort einen Termin zu machen.
Ich weiß, dass es wohl eher schwierig sein dürfte, mir eine Empfehlung zur Klinikwahl zu geben, aber vielleicht hat ja jemand Erfahrungen mit Dr. Deitmer und Dr. Schultheiß in Dortmund, die dort die Operation zusammen durchführen würden. Oder vielleicht auch Erfahrungen mit der Klinik in Fulda?
Gibt es irgendwo die Möglichkeit an Zahlen zu kommen, wo wie oft diese Art von Tumor mit welchen Folgen operiert werden?
Für mich ist diese Zeit gerade sehr schwierig, aber um meiner Psyche willen kann und will ich das Thema auch nicht weiter schieben.
Ich möchte mich hier an der Stelle auch einmal bedanken, dass es das Forum gibt, es hat mir an vielen Stellen schon alleine durch das mitlesen sehr geholfen.
Liebe Grüße aus dem Pott.
Meara
ich möchte mich nach monatelangem mitlesen nun auch einmal bei euch vorstellen.
Nachdem ich nun schon über ein Jahr die Diagnose AN mit mir herumtrage, stehe ich jetzt vor der Entscheidung, wo ich mich operieren lasse und habe große Probleme damit, meine Angst in den Griff zu kriegen.
Aber vielleicht von Vorne:
Für Doktorarbeit einer lieben Freundin habe ich in der Vergleichsgruppe an einer Studie teilgenommen, für die ich im MRT Bilder bewerten musste. Routinemäßig werden die MRT-Bilder aller Probanden untersucht und bei mir wurde in dem Zuge das Akustikusneurinom festgestellt. Unerfreulich. Fand auch meine Freundin, die mir diese Diagnose mitteilen musste. Das war im Juli 2014.
Der Tumor ist 10x12x13mm groß, liegt hauptsächlich extrameatal und berührt den Hirnstamm.
Auf den Schock habe ich mich relativ bald nach der Diagnose hier in Dortmund in der Klinik vorgestellt und mich sowohl in der HNO, Neurochirurgie und auch zum Thema Strahlentherapie informiert. Die Strahlentherapie konnte ich aufgrund der nicht absehbaren Spätfolgen ausschließen. Die Entscheidung zur Operation habe ich im Grunde sofort getroffen.
Nun war es aber so, dass ich bis auf ein generell schlechtes Gehör (beidseitig, generelle Schwachstelle Ohren, viele Mittelohrentzündungen, geplatzte Trommelfelle, Trommelfellschnitte) wirklich keine Symptome hatte und der Tumor mir durch sein langsames Wachstum auch keine Eile zur Handlung geboten hat. Bei einem weiteren MRT mit Kontrastmittel im Januar 2015 stellte sich heraus, dass er auch nicht weiter gewachsen war.
Der zwingende Handlungsbedarf ließ sich also noch herausschieben.
Die Angst vor dieser Operation war bei mir von Anfang an recht hoch, die Aussicht auf Hörverlust oder eine Facialisparese sehr schlimm für mich.
Daher habe ich mich ziemlich bald nach der Diagnose dazu entschlossen den Jakobsweg zu pilgern, in der Hoffnung da Herr meiner Ängste zu werden (auch wenn ich mir vor der Reise gar nicht klar gemacht habe, dass das der eigentliche Grund sein könnte). Die Reise hat mir auch sehr gut getan und ich konnte viele Ängste dort lassen, aber je näher der vorn mir gesetzte Termin (ich würde mich gerne im November operieren lassen) rückt, desto brachialer kommt die Angst vor der OP zurück.
Vor einigen Wochen war es nun soweit, dass ich rechtsseitig auch noch einen Hörsturz bekommen habe, der bisher leider nicht richtig zurück gegangen ist. Ich kann mich also nicht länger verstecken.
Seither habe ich fast Panikattacken, stark depressive Schübe und verhalte mich destruktiv und kann es einfach nicht abstellen.
Ich habe Angst den falschen Operationsort auszuwählen. In Dortmund habe ich mich gut beraten gefühlt, aber habe im Internet fast nichts über AN-Operationen hier in der Klinik gefunden. Daher will ich mich jetzt noch in Fulda vorstellen, habe es aber immer noch nicht über mich gebracht dort einen Termin zu machen.
Ich weiß, dass es wohl eher schwierig sein dürfte, mir eine Empfehlung zur Klinikwahl zu geben, aber vielleicht hat ja jemand Erfahrungen mit Dr. Deitmer und Dr. Schultheiß in Dortmund, die dort die Operation zusammen durchführen würden. Oder vielleicht auch Erfahrungen mit der Klinik in Fulda?
Gibt es irgendwo die Möglichkeit an Zahlen zu kommen, wo wie oft diese Art von Tumor mit welchen Folgen operiert werden?
Für mich ist diese Zeit gerade sehr schwierig, aber um meiner Psyche willen kann und will ich das Thema auch nicht weiter schieben.
Ich möchte mich hier an der Stelle auch einmal bedanken, dass es das Forum gibt, es hat mir an vielen Stellen schon alleine durch das mitlesen sehr geholfen.
Liebe Grüße aus dem Pott.
Meara