Hallo Triker,
willkommen im Forum – die Eingangsfragen geben in der Tat Rätsel auf.
Du schilderst eine Reihe von ungewöhnlichen Erkrankungen
in der Familie, über deren Zusammenhang hier wohl niemand
spekulieren mag.
Für die seltene Erkrankung Akustikusneurinom gilt, dass sie nicht
genetisch bedingt ist, also nicht vererbt wird.
Die gleichlautende Diagnose AN bei Brüdern könnte daher
einen Hinweis auf
NF2 (Neurofibromatose Typ 2) geben
(näheres dazu auf den
IGAN Themenseiten),
Ein Gentest gibt hierzu Aufschluss.
Symptome (Hörverlust) haben sich bei Dir offenbar schon
länger eingestellt, eine Kontrolluntersuchung per MRT erfolgte
bei Dir erst nach der Diagnose der brüderlichen Erkrankung.
Zum Glück oder leider -
das MRT hat offenbar nun den Grund für die Beschwerden ans
Licht gebracht. Die Größe des Tumors muss im Zusammenhang
mit der Lage und Position betrachtet werden, „im rechten
Kleinhirnbrückenwinkel“ liegend kommt es auf die Ausdehnung an,
„Kontakt zum Kleinhirn“ kann ein Indiz auf Raumforderung sein -
eine Beurteilung, die ein Spezialist vornehmen muss.
Du bist hier ja bereits aktiv geworden („4 Termine bei
verschiedenen Professoren“ und „eingehende Beschäftigung
mit dem Forum“) - gut so, denn mit der Entdeckung
und Gewißheit wirst Du eine Entscheidung treffen müssen.
Für diese sind grundlegende Informationen unabdingbar,
vieles darüber findest Du im Forum und auf den Themenseiten.
Was mich etwas irritiert (ich vermute
vane,
Tobi und
Manu ergeht es ähnlich)
ist der Tenor der Formulierungen, der im Kontext mit der
persönlichen Jahresplanung kollidiert.
Es gibt nicht viele, die nach Eröffnung einer Hirntumorerkrankung
als erstes an die Organisation der geplanten To-do-List denken...
Wie Du richtig betonst, kommt es auf den Umgang mit der
Diagnose an. Dazu gehört allerdings auch, die Risiken der
Erkrankung zu erfassen. Welche Symptome bestehen, welche
können hinzukommen, welche Therapie ist die geeignete.
Keine Bedrohungsszenarien aufbauen, aber auch nicht in
Bagatellisierungen flüchten. Den „richtigen“ Umgang zu finden,
ist ein Schritt zur Genesung.
Dabei hilft positives Denken und Zuversicht als Kampfansage.
Zu den Punkten konkret:
1.
Kommunion -
Machbar schon, aber abhängig von der Ausgangslage
(akuter Zustand, Termin bei Spezialisten) eher unwahrscheinlich.
Ein zeitnaher OP-Termin, wenn dies die Therapie wird, ist
anzustreben. Das kann kurz nach der Kommunion sein.
2.
Trike-tour durch Schottland im Juni ?
Sorry, das wird realistisch nix -
(auch als geplantes „Abenteuer“ der falsche Film)
3.
Marathon im September ?
Könnte klappen, bei komplikationslosem Verlauf der OP.
Zur adäquaten Trainingsvorbereitung fällt mir nichts kluges ein,
eine Empfehlung leider auch nicht...
Ob Du generell eine OP ans Jahresende schieben solltest,
hängt auch von deinen Beschwerden und aktuellen Symptomen
ab. „Ratsam“ ist auch hier umstritten, aber die Konstitution
gäbe den Ausschlag – Du hast den Tumor bereits mehrere Jahre,
womöglich wächst er, aber bisher hat er außer Hörverlust nichts
„gravierendes“ angestellt. Kann, muss sich nicht ändern.
Würdest Du über Schwindel klagen, wären deine Parameter eben
andere.
Für die anstehenden Arzttermine viel Erfolg und hoffentlich
umfängliche Aufklärung. Für die "richtige" Entscheidung zur
Therapie viel Glück und Entschlossenheit. Das wird schon.
Beste Grüße
snowdog