Feststellung anhand von Audiogramm

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Rolandd
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Feststellung anhand von Audiogramm

Beitrag von Rolandd » 29.10.2022, 15:51

Liebe alle,

dies ist mein erster Post hier und er kostet mich einiges an Überwindung. Bitte nehmt es mir nicht übel, falls er nicht ganz so gut gelingt.

Ich habe seit langem Tinnitus (vermutlich ca 15 Jahre) auf beiden Ohren. Ich bin immer davon ausgegangen dass es daher kommt dass ich lange Zeit nicht richtig auf meine Ohren aufgepasst habe und zB bei wirklich lauten Bandproben hinterm Schlagzeug keinen Ohrenschutz getragen habe.
Bei Gesprächen in Restaurants etc. habe ich schon lange etwas Mühe alle zu verstehen. Ich hatte nun das Gefühl, dass es sich etwas verschlechtert habe, habe es auf großen Stress geschoben und dann doch mal einen Termin beim HNO gemacht wegen de Tinnitus.
Dort wurde in meine Ohren geschaut und ein Audiogramm erstellt. Das rechte Ohr hat keinerlei Hörverluste und beim linken gibt es einen Abfall im Hochtonbereich. Die Ärztin klang direkt sehr überzeugt, dass es ein AN sei. Ich habe nun einen Termin für ein MRT, jedoch erst in fünf Wochen. Aber die Ärztin redete sofort von Tumor und dass es Behandlungsmöglichkeiten gäbe, dass ich mir keine dumme Gedanken machen solle etc. Ich habe ihr Dr derlei Aussagen keinen Anlass gegeben und bin extrem verunsichert und ängstlich. Als sie meine Reaktion gesehen hat ist sie zwar wieder ein klein wenig zurück gerudert aber weiterhin beim Thema geblieben.

Kann Sie sich denn aufgrund des Audiogramms und meiner Aussagen so sicher sein?

Vielen Dank!
snowdog
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Re: Feststellung anhand von Audiogramm

Beitrag von snowdog » 30.10.2022, 13:46

Lieber Rolandd,

willkommen im Forum.

Um auf deine Frage direkt zu kommen:
ein Audiogramm dient nicht zur Bestätigung einer AN-Diagnose, es ist ein
standardisiertes Verfahren zur Messung des Hörvermögens.
Dies hat bei Dir eine einseitig eingeschränkte Hörfähigkeit (Ausfall von
Frequenzbereichen, Schwerhörigkeit) ergeben, deren Ursache abgeklärt
werden sollte. Die Veranlassung eines MRT (mit Kontrastmittelgabe) dient dazu,
einen möglichen Tumor auszuschließen - der Umkehrschluss bedeutet, solange
dieser Nachweis nicht vorliegt, sind Sorgen in diese Richtung nicht zielführend.

Lass den Termin auf Dich zukommen, erst nach dem Ergebnis wirst Du wissen,
woran Du bist. Und dann bleibt Dir hinreichend Zeit, Dich mit dem Thema
zu beschäftigen. Da Du die IGAN bereits gefunden hast, kennst Du eine
Anlaufstelle für den Fall der Fälle.

Ich wünsche Dir einen guten Verlauf, denke positiv !

Beste Grüße
snowdog
snowdog (Moderator seit 4.12) Jg.62,m,verh.,2 Söhne,
AN re.5x8 mm,n-c. suboccipital AN-OP in Offenbach 4.08,
postoperativ Liquorfistel,keine Fazialisparese, einseitig taub,chron.Kopfschmerzen,jährl.Kontroll-MRT f.d.ersten 5 J.
Rolandd
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Re: Feststellung anhand von Audiogramm

Beitrag von Rolandd » 30.10.2022, 15:25

Lieber snowdog,

vielen Dank für die Antwort, die Aufklärung und die positiven Worte! Ich freue mich wirklich eine Antwort bekommen zu haben.

Auch wenn ich natürlich hoffe, das Forum hier nicht weiter zu benötigen, möchte ich gern loswerden, dass ich beeindruckt davon bin wie hier miteinander umgegangen wird und wie sachlich und ausführlich hier diskutiert wird. Wirklich super.

Alles Gute fürs erste und schöne Grüße
Roland
Kram
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Re: Feststellung anhand von Audiogramm

Beitrag von Kram » 21.11.2022, 16:19

Hallo Rolandd

Aufgrund eines einmaligen Audiogramms schon von einem AN zu sprechen finde ich schon etwas gewagt. Es kann auch sein, dass du einen "normalen" Hörsturz erlitten hast. Bei Hörstürzen wird oft Stress als Ursache angesehen und oft/manchmal erholt sich das Gehört auch wieder von Hörzstützen. Wie auch immer, mit einem MRT wirst du Gewissheit haben, ob AN oder nicht.
Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und guten Mut!

Schöne Grüsse
Kram
Kram, Jg. 1972, m, verheiratet, zwei Töchter
AN rechts, 17x9x10 mm, subokziputale OP in St. Anna Luzern im April 2020
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