ich bin neu hier und eigentlich nicht selbst betroffen. Ich bin Angehörige.
Es geht um meine 72 Jährige Mutter. Ich bin immer noch fassungslos über den Hergang und vieler Arztgänge und die Diagnosen..............nämlich keine. Ich hab hier bei Euch einiges gefunden über die Symptome und da rollen sich meine Fußnägel hoch, dass niemand aber wirklich niemand mal auf die Idee gekommen ist ein MRT anzufertigen.
Nun zur Geschichte:
Wahrgenommen hat sie zuerst dass sie ein komisches Gefühl auf der rechten Gesichtshälfte hat. Wange, Nasenrücken, über dem Augenlid und auch die Zunge. Das war vor ca. 1,5 - 2 Jahren. Sie ging zum Hausarzt, der ihr gesagt hat " das geht von alleine wieder weg".
Mal wurde es besser mal schlechter. Sie hat sich damit zufrieden gegeben, mehr oder weniger.
Ihre Persönlichkeit hat sich auch schleichend verändert. Man konnte ihr nichts mehr recht machen und sie ärgerte sich über banale Dinge und wurde teilweise Aggressiv.
Darüber habe ich mich schon gewundert und schob das auf ihr Alter.
Bis im Februar 2013 ist sie noch jeden morgen 10 km gewalkt. Das hatte sie aber dann aufgegeben weil sie ab und zu Schwindel hatte. Im Juni/ Juli 2013 bekam sie eine Gangunsicherheit und sagte sie wankte von einer Seite zur anderen, wie Volltrunken. Ich bemerkte auch dass ihr rechter Mundwinkel etwas hängt und ihr Augenlid auch etwas hängte. Ich dachte dass sie einen leichten Schlaganfall hatte ohne dass sie es bemerkte und schickte sie zu einer Neurologin. Bei der sie dann Anfang August war. Sie untersuchte die beiden Hauptschlagadern Mittels Doppler. Es waren beide bis auf wenig Ablagerung frei. Sie hatte da schon einen Schlaganfall ausgeschlossen, schickte sie aber zu einem Radiologen der ein CT vom Kopf anfertigen soll. Da war sie dann Ende August. Der Radiologe sagte es sei nichts Auffälliges zu sehen und schickte sie nach Hause. Nach dieser Aussage hat sie sich nicht veranlasst gefühlt nochmal zur Neurologin zu gehen um die CD die sie anfertigen ließ zu besprechen.
Bei einem Geburtstag hab ich dann mit einer Frau gesprochen die diese Symptome im Gesicht auch hatte und sich nach Dorn Methode bei einem Physiologen der darauf spezialisiert ist einrenken ließ. Dabei kam mir die Idee dass vieleicht ein eingeklemmter Nerv das verursacht, hat ja auch plausibel geklungen und wir vereinbarten einen Termin Bei diesem Physiologen der dann erst am 04.12.2013 war.
Dann nur wenige Tage danach, war sie dann mit ihrem Hund Gassi der zu der Zeit noch Welpe war und dementsprechend auch ein bisschen ungehalten und wild. Dennoch ist es keine große Rasse und war eben ein Welpe. Er zog ein bisschen dabei verlor sie das Gleichgewicht und viel voll auf das Gesicht. Sie konnte sich nicht mehr auffangen und zeigte auch keinen Schutzreflex durch die Hände. Sie war total lädiert im Gesicht und sah schrecklich aus. Sie tat mir so leid...........
Anfang September fuhren wir gemeinsam ein paar Tage nach München um meine Brüder zu besuchen. Es war eine echte Tortur für sie. Ich musste sie bei mir einhaken damit sie nicht von einer zur anderen fällt. Sie ärgerte sich total darüber. Da fiel mir auch auf dass sie schlechter hört. Dass ihre Merkfähigkeit nachlässt hab ich bestimmt schon im November 2012 bemerkt, schob es aber auch auf das Alter. Sie selbst hatte abgestritten dass sie sich Sachen nicht mehr gut merken konnte und dass sie schlecht hört. Sie hatte wohl Angst dass sie Demenz oder Alzheimer hat..............und als solches abgestempelt wird.
Ich hab sie dann noch zu einem HNO Arzt geschickt der auf Schwindel spezialisiert ist. Ich dachte das könnte auch noch sein dass diese Kristalle in der Hörschnecke sich nicht richtig ablagern und sie deswegen so umher taumelt. Ich hab Übrigends den Schwindel/ Gangunsicherheit gar nicht mit dem Gesicht in Verbindung gebracht.
Doch der HNO Arzt fand auch nichts außer dass sie rechts schlechter hört. Und wieder keine gescheite Diagnose die die Gangstörung erklärte.
Dann warteten wir auf den 04.12.2013 um zum Physiotherapeuten zu gehen. Mit dem gehen wurde es zunehmend schlechter und sie schlurfte die Füße regelrecht. Sie konnte nur noch an der Hand gehen.
Der Physio hat herausgefunden dass der 3.,4 und 5. Halswirbel heftig ausgerenkt waren und zwar nach vorne. Er renkte diese wieder ein, ganz sanft und sagte auch dass sich das Lymphwasser in Genick sich angestaut hat, weil es leicht angeschwollen war und nicht richtig abfließt. Zur Kontrolle soll sie eine Woche später nochmal kommen. Was wir auch gemacht haben. Aber die Gangstörung nahm zu.
Die spitze war dann einen Tag vor Weihnachten. Sie rief mich an und weinte und klang ziemlich verzweifelt. Ich holte sie sofort und brachte sie zum Hausarzt(den wir mittlerweile gewechselt hatten nämlich zu meinem, die Akte wurde schon angefordert) dem ich dann alles gesagt hab was sie hat und bat um Abklärung und das nicht erst in Wochen. Er hat uns dann einen Termin zur Blutentnahme und EKG und Langzeit EKG am 2.01.2014 gegeben. Er erkannte zumindest dass es sich nicht um Alzheimer oder Demenz handelt weil ihr die Namen der Neurologin/ Radiologen nicht mehr einfiel. ER versprach gleich im neuen Jahr finden wir heraus was da los ist.
Am Heiligabend, einen Tag später, war die Gangstörung noch schlechter. Ihr schienen die Füße am Boden zu kleben. Dazu kam das sie ständig Harndrang hatte und das auch nachts. Ihr Mann (mein Stiefvater) brachte sie nachts auf die Toilette, was eine ziemliche Tortur war. Jeder Gang dorthin dauerte 20-30 Min und vieles ging in die Hose. Am 25.12.2013 entschied ich mich sie in die Notaufnahme der Uniklinik Freiburg zu bringen.
Die CD vom CT 27.August 2013 in der Tasche. Ein Neurologe machte ein paar Tests und hatte sich die CD schon angeschaut. Für ihn war dieses CT nicht so ohne Befund.................da haben wir aber blöd geschaut: roll:
Er sah da eine deutliche Ansammlung vom Hirnwasser die diese heftige Gangstörung auslöst wie auch der ständige Harndrang bei dem manchmal Garnichts kam.
Er fragte gleich wie das Gedächtnis sei, was ja schon ziemlich litt. Er sagte das jetzt nun Feiertag ist und wir es so noch können sollen wir gleich am 27.12.2013 eine Punktion machen lassen was dann auch gleich eine Besserung bringt. Okay, wir dachten dass das schon gehen wird. Aber Fehlanzeige………….am 26.12.2013 ging überhaupt nichts mehr. Sie konnte nicht mehr laufen und ich musste den Bereitschaftsarzt rufen. Ich zeigte ihm den Bericht vom Vortag aus der Notaufnahme. Für ihn war klar dass wir sie sofort wieder in die Notaufnahme bringen müssen. Ich fuhr mit meiner Mutter mit im Krankentransport. Dort hat man Blutdruck gemessen und der war ziemlich hoch wofür sie dann auch etwas bekam. Sie machten dort auch ein neues CT. Sie musste 7 mal auf den Topf.
Dann kam ein Neurologe der uns sagte dass da etwas Raumforderndes ist und er ein Akustikneurinom/Tumor vermutet, er das aber nochmal mit Kollegen besprechen wolle. Sie kam auf die Intensivstation wegen des hohen Blutdrucks und die Stationsärztin sagte dass am nächsten Tag gleich ein MRT gemacht wird um sicher zu gehen. Am nächsten Tag kam dann der Oberarzt der dann das Akustikneurinom bestätigte und sie dann gleich am Montagmorgen als erste operieren würde zusammen mit einem Kollegen. Das Akustikneurinom hatte den Facialisnerv beiseite geschoben und behindere den Abfluss des Hirnwassers was die Gangstörung und den Harndrang ausmacht. Da würde er ein 2 cm loch hinter dem Ohr bohren und von dort aus den Tumor entfernen. Um die Nerven zu schonen würde er durch Monitorin die Nerven überwachen. Er würde sie gleich punktieren um etwas Druck aus dem Kopf zu nehmen damit sie etwas Erleichterung über das Wochenende verspürt. Den Samstag über war sie relativ wacher aber am Sonntag war sie ganz teilnahmslos und schläfrig. Ich hab da den Montagmorgen herbei gesehnt als ich sie gesehen hab. Am Montag wurde sie dann etwas über 7 Stunden operiert. Die nächsten drei Tage hat sie verschlafen. Jetzt vorgestern am 02.01.2014, stand sie zum ersten mal vor ihrem Bett und gestern 03.01.2014 saß sie drei Stunden im Stuhl am Tisch. Ihre rechte Gesichtshälfte hängt nun total runter sogar das untere Augenlid, was aber noch schlimmer einen Tag nach der OP war. Sie ist aber von Tag zu Tag wacher, wenn sie wach ist, denn sie schläft immer noch viel.
Das Akustikneurinom wurde vollständig entfernt und hatte einen Durchmesser von 3 cm. Der Arzt hat alles eingeleitet für eine AHB, die Gottseidank hier in der Nähe stattfinden wird. Auf dem rechten Ohr hört sie nichts mehr. Wie sind eure Erfahrungen nach der OP wieder laufen zu können?
Ich kann den Operateur erst am Dienstag 07.01.2014 sprechen. Dennoch sind meine Familie und ich zuversichtlich. Wie schätzt ihr die Genesung ein?? Wird sie Einschränkungen haben? Wie schätzt ihr das ein, war die Situation schon Lebensbedrohlich??? Weil sie auch immer schläfriger wurde und sie nicht mehr sprach nur noch Müde schaute……….???????
Herzliche Grüße
Taca
