Liebe Dani 18,
seemeitli,
Tobi und
an haben es in ihren Beiträgen bereits sehr gut beschrieben –
atme einmal tief durch und versuche, etwas Abstand zu gewinnen.
Wichtig ist es, wie
an es nennt, „physisch und psychisch zur Ruhe zu
kommen“. Du beschreibst viele Dinge, die in einem engen Zusammenhang
stehen, die vielleicht aber auch einmal aus einem anderen Blickwinkel
betrachtet Ansatzpunkte bieten.
OP im Mai, 4 Wochen Reha, Kopfschmerzen „gut“ nachgelassen,
August mit Sport begonnen, „langsam“ relativ fit, „Pensum“, Krampfanfall...
Nicht nur mir dürfte bei diesem „Ablaufplan“ ziemlich schwindlig geworden sein

-
könnte es sein, dass Du den Aspekt „Schonung und Erholung“ für Dich ein
wenig uminterpretiert hast ?
Auch wenn noch ungeklärt ist, welche Ursache der Krampfanfall hatte, er trat
als heftige Reaktion während einer Anstrengung deines „Pensums“ auf,
dein Körper sendete ein Signal und dies muss beachtet werden.
Nun musst Du Medikamente (Schmerzmittel) einnehmen, die Nebenwirkungen haben. Eine weitere Einschränkung und Belastung, wie jeder nachvollziehen kann.
Keiner kann Dir sagen, ob Du in 2 Wochen „absolut fit“ dein Studium beginnen kannst. Es könnte aber sein, eher nicht.
Du schreibst von „außerordentlich guten“ Testergebnissen nach Kontrolluntersuchungen, die sogar „Ärzte begeisterten“ – sehr gut, nur entsprachen diese Testate irgendwelchen Qualifizierungsnormen für sportliche Leistungstests ? Eher nein – sehr gute Ergebnisse für eine Operierte mit guter Gesamtkonstitution, aber kein Freifahrtschein mit „alles-wie-vorher“-Garantie.
Durch den mit dem Studiumsanfang verbundenden Stress habe ich leider im Moment kaum Zeit mich wirklich in Ruhe mit allem zu befassen und verschiedene Ärzte aufzusuchen. Ich hoffe nun einfach, dass ich ein halbes Jahr Anfallsfrei bleibe und die Medikamente dann wieder absetzen kann“
Auch wenn es hart klingt, Du solltest Dir die Zeit nehmen –
die Gesundheit hat höchste Priorität und Untersuchungen in Richtung
Epilepsieverdacht sind durch ein „halbes Jahr anfallsfrei“ nicht zu ersetzen.
Dein Studium wird nicht nur in der Phase „vor der Aufnahme“
Stresssituationen bereithalten, ein kurzfristiges Durchhalten "bis es läuft"
ist keine dauerhafte Option.
Damit es als Erfüllung eines eigenen Lebensziels dienen kann,
musst Du die Voraussetzungen schaffen - also eine Herausforderung,
die Du schaffen willst, bestmöglich angehen.
Versuche, deine positiven Prognosen (Alter und Konstitution) als
Chancen zu begreifen und setze sie gegen die Rückschläge, die Dir alles
schwerer machen. Nicht was nicht mehr wie vorher gelingt sondern alles,
was schon wieder funktioniert – darauf gilt es, sich zu konzentrieren.
Du schreibst es selber, „Mut machen“ kannst Du im Moment sehr gut brauchen –
das geht uns allen so. Dazu gehört, Mutmachendes anzunehmen und manchen
Hinweis einmal quer zu denken.
Am Phänomen „Ruhe und Schonung“ wirst Du allerdings nicht so einfach
vorbei kommen, Energien im Kampf dagegen sind ziemliche Verschwendung.
Dein Körper wird es Dir sagen, verständlich machen kann er es nicht.
Und
ans Vorschlag bringt es auf den Punkt:
Versuche, vom Besten auszugehen, nicht vom Schlimmsten.
Kopf hoch, Du schaffst das !
Herzliche Grüße
snowdog