Ich hatte bis vor 5 Wochen außer dem fast gänzlichen Hörverlust links k e i n e r l e i Beschwerden. Man sagte mir 2009 in Krefeld, dass das AN nach der Bestrahlung ca. 1 Jahr lang anschwellen würde, um dann langsam vom Körper absorbiert zu werden.
Nun sind es gut 9 Monate und ich hatte folgende recht plötzlich auftretende Sympthome:
Starke Nackenmuskelschmerzen direkt am Schädelende,
scheinbar daraus resultierende pochende Kopfschmerzen,
morgendliche Übelkeit mit bislang dreimaligem Erbrechen,
Appettitlosigkeit mit kräftiger Gewichtabnahme (4 Kg in 4 Wo.),
pelzig anfühlende, stets weiß belegte Zunge,
veränderte Geschmacksempfindung (alles schmeckt "süßer"),
Halsschmerzen, periodisch wiederkehrend, (1x mit starken Ohren/Schluckschmerzen),
ungewöhnlicher Mundgeruch,
latente Müdigkeit und absolute Notwendigkeit zum Mittagsschlaf,
zeitweise extreme Schwindelgefühle beim Drehen des Kopfes, beim Husten und beim Niesen (da fühlt es sich als sei man mit "der Achterbahn verunglückt" ohne aufgeprallt zu sein
Mir schmeckt kaum mehr ein guter Wein und ich kann überhaupt dem Alkohol fast nichts mehr abgewinnen. Als Wein- und Whiskyliebhaber ist das hart. Interessanterweise sind meine körperliche Leistungsfähigkeit, Mobilität und die Libido kaum davon eingeschränkt.
Ich nehme nun drei Mal am Tag eine halbe Ibuprofen-Tablette gegen die pochenden Kopfschmerzen und kann das so ganz gut ertragen. Ganz gut ist natürlich relativ, so wie auch meine Befindlichkeit sich immer wieder verschlechtert und verbessert.
Ich arbeite nach wie vor als Selbstständiger in meinem Unternehmen, vorwiegend am PC und am Uhrmachertisch. Ich treibe seither auch keinen Sport mehr, weil ich ja so schon genug abnehme und jegliche Beschleunigung oder Erschütterung des Schädels Schwindel und Kopfschmerzen zur Folge hat. Ich fahre leider seit 5 Wochen nicht mehr Motorrad oder Fahrrad, mit dem Auto klappt es ganz gut. Langstrecken lasse ich jemand anders fahren.
Ich würde mich freuen von den Erfahrungen anderer Leidensgenossen zu hören. Ich fand in diesem Forum meist nur Operierte, keine Bestrahlten. Da sich das "Danach" bei Bestrahlten meines Wissens meist ziemlich anders als nach der OP darstellt, würde es mich brennend interessieren, wie andere Bestrahlte mit diesen Erlebnissen/Erfahrungen/Leiden umgehen bzw. umgegangen sind.
Es grüßt Sie freundlichst aus dem Schwabenländle,
Ihr Michael Goldberg
