Uniklinikum Freiburg i.B. Neurochirurgie

Easy
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Re: Uniklinikum Freiburg i.B. Neurochirurgie

Beitrag von Easy » 28.03.2024, 20:01

Nächstes Update - hatte heute meinen Nachuntersuchungstermin in FR nach ziemlich genau 28 Monaten post-OP.
Das MRT ist unauffällig :D und auch ansonsten hat sich nichts verändert. Während der untersuchende Arzt letztes Jahr noch meinte, man könne ab diesem Jahr auf ein 24-Monate Kontrollintervall gehen, hat mir die Ärztin empfohlen dran zu bleiben, d.h. weiter jährlich eine Kontrolle. Ist aber auch das, was mir mein Bauchgefühl sagt und so habe ich mir beim Radiologe beim letzten MRT gleich einen neuen Termin für 2025 geben lassen.

Meine Einohrigkeit ist nach wie vor mein größtes Handicap, auch wenn ich mich größtenteils damit arrangiert habe. Bei einer Firmenveranstaltung vor 14 Tagen bin ich dann aber doch an die Grenzen des mir noch möglichen gestoßen. In den Kaffee- und Mittagspausen wo sich über 100 Teilnehmer getummelt haben, waren mir die üblichen Pausen-Smalltalks einfach nicht möglich - zu viel Störlärm. Im Marketing ist es aber durchaus Teil meines Jobs, gerade in solchen Situationen zu Netzwerken - da ist es dann schon mehr als nervig wenn man sich x-mal erklären muss. Aber damit muss ich eben einfach umgehen... manch Kollegin oder Kolleg fragt mich schon "wo musst du jetzt sitzen damit du mich hörst?"

Mit den anderen Zipperlein wie dem eingeschränkten Gleichgewicht, Wetterfühligkeit und der beim Essen triefenden Nase /dem tränenden Auge habe ich mich "angefreundet". Tempos sind beim Essen immer am Mann. Für mich wichtig, ich kann meine normalen Aktivitäten weiter betreiben wenn auch alles ein oder zwei Gänge langsamer.

Allen schöne Osterfeiertage - meinen persönliches Ostergeschenk habe ich ja heute mit dem TÜV Stempel für 12 Monate bekommen :D
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Re: Uniklinikum Freiburg i.B. Neurochirurgie

Beitrag von Harald87 » 28.03.2024, 20:49

Heyho,

Schönes Update.

Kleiner Tipp: Ein Handicap an das sich die Leute erinnern mag vielleicht vorerst nervig sein, aber du bleibst in Erinnerung. Nicht als der Typ im blauen Hemd sondern als Einohrhase. Man sollte seine Schwächen als Schild vor sich her tragen 🫡.


Jährlich MRT bis 5 Jahre. Ab dann kann man den Schaden steuerlich abschreiben! Gut das die Ärztin mit denkt.


Mit freundlichen Grüßen
Harald87
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Re: Uniklinikum Freiburg i.B. Neurochirurgie

Beitrag von Easy » 31.03.2024, 21:49

@Harald: ich kann Dir bzgl. "seine Schwächen als Schild vor sich her tragen" nur beipflichten.
Habe mir für das aus Jugendzeiten noch vorhandene Ohrloch einen Ohrstecker mit "Mute" Symbol anfertigen lassen - für die, die zwar wissen das ich einseitig ertaubt bin aber die sich mit der Seite unsicher sind eine echte Hilfe :wink: die brauchen sich nur merken "Ohrring".

Dieses erkennen der Schwäche war bei mir dann auch der einzige positive Effekt den ich mit CROS wahrgenommen habe - da hat jeder gesehen "oh der hört wohl nicht so dolle" da die Hinter dem Ohr Geräte dann doch deutlich sichtbar waren da ich "maximale Haartracht" trage :lol:

Was meinst Du mit "dann kann man den Schaden steuerlich abschreiben"? Den GdB 20 habe ich zuerkannt bekommen, als klar was das der Nerv dysfunktional ist, d.h. bei der Nachuntersuchung in der HNO nach 3 Monaten.

Grüße
Marcus (=Easy)
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Re: Uniklinikum Freiburg i.B. Neurochirurgie

Beitrag von Harald87 » 01.04.2024, 07:16

Hallo,

5 Jahre jedes Jahr ein MRT nach der Behandlung, ab dann kann man langsamer werden. Alles andere ist nicht klug, wenn man bedenkt wie langsam ein AKN eigentlich wächst und was das bzgl. der Auffindbarkeit bedeutet. Steht meist auch so im Arztbrief, wenn nach 5 Jahren nix ist kann man dann aufhören. Solange man keine neuen Probleme bekommt ist man dann eigentlich durch. Irgendwann will man es ja auch mal hinter sich lassen.

20 Gdb ist das mindeste für eine Seite taub. Leider nichts was einem was bringt.

Mit freundlichen Grüßen
Harald87
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Re: Uniklinikum Freiburg i.B. Neurochirurgie

Beitrag von Easy » 01.04.2024, 20:01

@Harald: ich war nur irritiert weil Du geschrieben hast "
dann kann man den Schaden steuerlich abschreiben
nicht das mir da etwas relevantes durchgegangen ist.

Natürlich hast Du recht das die GdB20 an sich nichts bringen - ist aber durchaus wichtig das zu beantragen. Kommen weitere gesundheitliche Einschränkungen dazu, so können die schon vorhandenen GdB20 das "Zünglein" an der Waage sein. Habe das sowohl in der Familie erlebt als auch den "dezenten" Hinweis auf die Relevanz von einer guten Freundin bekommen die lange bei der Bundesagentur für Arbeit war...

Grüße
Marcus (=Easy)
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Re: Uniklinikum Freiburg i.B. Neurochirurgie

Beitrag von Easy » 23.04.2025, 22:41

nächstes Update...
Hatte vor Ostern meine nächste Verlaufskontrolle 40 Monaten post-OP.
Wie auch beim letzten Mal ist das MRT unauffällig :D. Somit könnte laut der OÄ auf ein 24-monatiges Kontrollintervall gewechselt werden. Fairerweise hat Sie gleich hinterhergeschoben, dass es sehr verständlich wäre, wenn ich zunächst auf den 12 Monaten bleiben möchte - und genau das ist meine Präferenz. Im Moment sind für mich die Checks nach 12 Monaten einfach beruhigend.

Wir haben dann auch nochmal intensiver das Thema des einseitigen Hörverlustes erörtert. Hier hat ja erst kürzlich Snowdog an anderer Stelle im Forum nochmals sehr ausführlich zum Thema Erschöpfung gepostet viewtopic.php?t=1787#p10622. Vor allem den Satz "...Hören mit nur einem Ohr verdoppelt die Aufmerksamkeitsanstrengung. Mit anderen Worten: die Konzentrationsfähigkeit und Leistungsspanne im (Arbeits)Alltag halbiert sich. Das gleiche Pensum bewältigen zu wollen ist bei unveränderter Belastungssteuerung also eine Illusion..." eine Aussage die ich nur bestätigen kann.

Sehr nachdrücklich merke ich dies, wenn ich einmal wieder einen Tag mit einem Workshop in einer größeren Gruppe hinter mich gebracht habe. Da wird von links und rechts gesprochen, es gibt Störlärm von der Kaffeemaschine usw. - all das was früher ganz easy war, kommt mir heute wie ein mentaler Marathon vor. Damit ich diesen durchstehe, wird für mich die Kaffeepause dann zumeist zu einer "Hör"-Pause, d.h. ich suche mir ein Plätzchen wo ich einfach nicht hören muss. Zur Not kommen die In-Ears rein und ich habe einen wichtigen Call - die Erfahrung zeigt, eine Ausrede die heutzutage problemlos akzeptiert wird :wink: natürlich könnte ich mich auch erklären was ich im schon oft mache aber manches mal muss ich mir einfach die Hör-Pause gönnen und will mich nicht noch rechtfertigen.

Grüße Marcus (=Easy)
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Re: Uniklinikum Freiburg i.B. Neurochirurgie

Beitrag von Felipina » 27.04.2025, 09:28

Hallo Easy,

danke für Deinen Bericht. Zwar würde es mich für Dich freuen, wenn Dir die "Einohrigkeit" gar keine Mühe bereiten würde,
aber es beruhigt mich, dass ich damit nicht alleine dastehe. Was Dir an Reizüberflutung und Konzentrationsanstrengung in Meetings begegnet kenne ich auch vom Supermarkt, von allen möglichen Gruppensituationen und von Familienfeiern. Anstrengend, und es macht mich auch traurig zum Teil.
Deine Lösungsideen sind gut! Ich ziehe mich auch regelmäßig in einen ruhigeren Bereich zurück, das hilft. Und Kopfhörer im Ohr trägt heutzutage jeder, da liegt man voll im Trend.

Schönen Sonntag,
wünscht
Felipina
AN 2x1,5, OP Prof. Dr. Hopf OP 8/17, evtl Restgehör, leichte Synkinesien, Nackenschmerzen, Tinnitus,
Kontrollen Cyberknife Göppingen
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Re: Uniklinikum Freiburg i.B. Neurochirurgie

Beitrag von Easy » 05.03.2026, 20:08

Update...

Hatte heute meine nächste Kontrolluntersuchung nach 5 Jahren - das MRT ist unauffällig somit habe ich wieder meinen TÜV-Stempel :D . Der Termin war diesmal sehr kurz - 5 Minuten - für mich absolut OK aber manch anderer Patient, mag sich da ggf. nicht ganz ernst genommen fühlen. Da sich für mich der zeitliche Aufwand um nach FR zu fahren in Grenzen hält und die Strecke im Frühjahr fast Urlaubsfeeling vermittelt mache ich das aber auch weiterhin - vermutlich würde ja der Befund des Radiologen reichen aber so habe ich die Gewissheit das auch nochmal ein Neurochirurg auf das MRT drauf schaut also getreu dem Motto 4 Augen sehen mehr als 2. Nächster Termin dann in 12 Monaten...

Das "Mono-Dasein" ist für mich zwischenzeitlich normal, die daraus resultierenden Herausforderungen nach wie vor hoch, gerade auch im beruflichen Kontext. Insgesamt bin ich nach wie vor sehr zufrieden wie alles gelaufen ist. Meine Entscheidung für die OP sehe ich nach wie vor als richtig an und diese wäre auch nicht anders ausgefallen wenn ich gewusst hätte welche Einschränkungen durch das Mono-Dasein auf mich zukommen - allerdings hätte ich dann die Entscheidung vermutlich nicht so leicht getroffen - also manches mal ist es dann doch gut das man nicht alles im Vorfeld weiß 8).

Da ich niemanden langweilen will werde ich nach nun 5 Jahren keine Updates mehr posten, bzw. erst wenn sich etwas signifikantes verändert was ich jetzt einfach nicht hoffe da dies ja tendenziell nur negativ sein könnte. Werde aber weiterhin mitlesen und da wo ich kann auch kommentieren - mir hat das Forum damals in meiner Entscheidung und auch im Nachgang durchaus geholfen und ich hoffe das auch viele andere so wie ich von dem hier vorhandenen Schwarmwissen profitieren.

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