Vor drei Wochen wurde bei mir ein AN (linkes Ohr, intrameatal, 6x10x4 mm) festgestellt. Seitdem bin ich fast täglich im Forum unterwegs und versuche so viele Informationen wie möglich zu besorgen und gleichzeitig meine Angst vor den Komplikationen einer OP/Bestrahlung „in den Griff“ zu kriegen.
Kurz zu meiner Geschichte:
Vor der Covid-Pandemie habe ich auf den Philippinen als Wissenschaftliche Taucherin gearbeitet. In dieser Zeit hatte ich eine starke Ohrinfektion und ein paar Monate danach stellte ich auf dem linken Ohr eine kleine Hörminderung fest. Irgendwie habe ich mir darüber lange keine grossen Gedanken gemacht, da ich es selbst auf die damalige Infektion zurückführte. Als ich im 2020 wieder zurück noch Europa kam, gab es viele andere Herausforderungen (Pandemie, berufliche Neuorientierung, wegen Studium Umzug von CH nach DE usw.), welche die Hörminderung etwas in den Hintergrund rückten. Seit etwas mehr als einem Jahr hat das Hörvermögen jedoch weiter abgenommen und auf meinen „To-Do’s“ stand schon länger der HNO Termin. Anfang Mai dieses Jahres hatte ich dann einen Hörsturz, durch welchen ich 3 Tage gar nichts mehr hörte und danach noch schlechter als es vorher bereits war. Dazu kam ein chronischer Tinitus, der mich seit dem Hörsturz begleitet. Bis mich meine HNO Ärztin zum MRT schickte ging es knapp 4 Monate – zwischendurch hatte ich immer mal wieder einen Hörtest. Beide, meine HNO Ärztin wie auch mein Hausarzt haben mir immer wieder eingeredet, dass der Tinitus stressbedingt sein und ich ja vorher schon Hörprobleme hatte. Irgendwie habe ich jedoch gespürt, dass da mehr dahintersteckt. Und nach dem MRT Termin Anfang August waren die Symptome dann alle durch das AN zu erklären. Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen habe ich bis dato nicht.
Was mich zu Beginn schockierte, war die nicht vorhandene Betreuung bzw. Hilfestellung von Seiten der HNO Praxis. Erstens habe ich den Bericht (MRT) und somit die Diagnose alleine Zuhause erfahren (per E-Mail Link zum Bericht) und zweitens wurde ich ohne Empfehlung nach Hause geschickt. Sprich, mir wurde eine Überweisung in die Hand gedrückt mit dem Zusatz „Jetzt suchen Sie sich erstmal eine gute UniKlinik, bei welcher sie sich weiter Auskunft geben können“. Keine Aufklärung über die Behandlungsmethoden, keine Klinik- oder Neuro-Empfehlung o.ä. – die HNO Ärztin meinte nur, dass das nicht mehr ihr Fachgebiet sei und sie mich deshalb nicht weiter beraten kann. Versteht mich nicht falsch, ich finde es gut, wenn Ärzte ihr „Wissen/ Können“ klar abgrenzen um Falschinformationen zu vermeiden, aber dass man so komplett „alleine“ auf die Straße gestellt wird, hat mich schon ganz schön überrascht. Immerhin geht es hier ja nicht um eine leichte Mandelentzündung, einen eingeklemmten Nerv oder ein Fußpilz-Problem…
Wie dem auch sei, ich war dann auf jeden Fall sehr froh auf dieses Forum gestossen zu sein. Daher erstmal Danke an all eure Beiträge und die gegenseitige Unterstützung!!
Die Diagnose löste bei mir grosse Angst aus, vor allem hinsichtlich den Komplikationen/Folgen einer Behandlung durch OP/Bestrahlung. Allem voraus natürlich die Angst vor einer Gesichtslähmung. Aber auch die Angst bereits in jungen Jahren (33 Jahre) auf einem Ohr zu ertauben beschäftigt mich fast täglich. Durch Meditation und ermutigende/unterstützende Gesprächen mit meinem Partner, Freunden und Familie versuche ich mich abzulenken und die Angst zu verringern. Die lange Wartezeit auf einen Beratungstermin macht die Situation für mich leider nicht leichter.
Am 23. September habe ich meine Erstvorstellung in der UniKlinik Tübingen und warte noch auf eine Terminzusage bei der UniKlinik Heidelberg (Zweitmeinung). Für Tübingen habe ich mich u.a. entschieden, da ich auch ausserhalb dieses Forums schon viel Gutes von Dr. Tatagiba gehört habe und er schon lange auf diesem Gebiet arbeitet und forscht. Die UniKlinik Heidelberg ist nebst des Schwarzwald-Baar Klinikums das einzige Cyber Knife Center in BaWü. Nach den beiden Gesprächen erhoffe ich mir klarer zu sein, ob ich mich operieren oder doch bestrahlen lassen möchte. Dazu brauche ich jedoch noch weitere Informationen zu den möglichen Komplikationen/ Langzeitnebenwirkungen und Kostenübernahme usw.
Vielleicht kann mir jemand durch die eigene Erfahrung ja bereits die eine oder andere Frage beantworten.
1) User „hapevl“ verfasste am 19. Juni 2024 einen Beitrag zur Kostenübernahme für das Cyber Knife durch die gesetzlichen Krankenkassen. In seinem Beitrag verlinkte er auf eine Richtlinie, nach der die Kassen seit November 2024 nun alle die Behandlungskosten übernehmen müssen. Leider ist die Richtlinien-Version nicht mehr in Kraft. Daher die Frage, müssen mittlerweile alle gesetzlichen KK die Kosten für eine Cyber Knife Behandlung übernehmen, oder gibt es immer noch Kassen die sich weigern? Meine KK (TK) wollte mir am Telefon keine Auskunft darüber geben, solange kein Bericht seitens der zu behandelnden Klinik vorliegt.
2) Des weiteren bin ich jetzt auch schon ein paar Mal darüber gestolpert, dass man gar nicht von den Chefärzten selbst operiert wird. Ist das richtig? Wenn ich z.B. eine Vorstellung bei Dr. Tatagiba habe, wird dann nicht er mich operieren? Und gibt es Möglichkeiten dies einzufordern? Und weiss jmd. was für zusätzliche Kosten auf mich zukommen würden, falls ich mich von einem Chefarzt persönlich operieren lassen möchte?
3) Hat jmd. Erfahrung mit der Aufnahme einer Krankenhauszusatzverisicherung (Chefarztbehandlung) nach der Diagnose AN?
Mir ist bewusst, dass meine Fragen bereits in anderen Foren aufgenommen wurden, die sind teilweise jedoch über 10 Jahre alt und ich bräuchte Info’s die Up to Date sind
Ich danke euch bereits jetzt für alle hilfreichen Antworten und eure Unterstützung. Ich werde spätestens nach meiner Vorstellung in Tübingen ein Update veröffentlichen.
Herzlichst, Lorena
