ich bin relativ neu hier und recherchiere für meinen Vater (64 Jahre).
Er hört seit ca. 5 Jahren auf dem linken Ohr nichts mehr und war jedesmal beim HNO Arzt und wurde immer nur mit Hörgeräten vertröstet bis sein HNO Arzt in Rente ging und ein neuer die Praxis übernahm. Er war dann im Januar bei dem neuen Arzt, der die Situation merkwürdig fand und ihn direkt zum MRT geschickt hat. Nach dem MRT stellte sich heraus, dass mein Vater ein AKN mit einer Größe im Querschnitt von 30 x 28 mm und einer kranio-kaudalen Ausdehnung von 26 mm hat. Hinzu kam leider noch Hydrocephalus welcher wohl durch den Tumor verursacht wird.
Nach dem Ergebnis wurde er an die Uniklinik Tübingen überwiesen. Wir hatten ein Gespräch mit einer Funktionsoberärztin Frau Dr. Machetanz. Die Ärztin erzählte uns, dass mein Vater zwei Operationen benötigt. Die erste Op wäre aufgrund des Hydrocephalus, um ein Shunt einzusetzen damit das Liquor abgeleitet werden kann und die zweite dann wegen dem Tumor. Die Op‘s würden in einem Abstand von zwei Wochen stattfinden. Er müsste danach noch in die Reha und hätte ein absolutes Fahrverbot für die nächsten drei Monate.
Nach dem Gespräch erhielten wir paar Tage später relativ kurzfristige Op Termine.
Da mein Vater sich allerdings noch unsicher war und ein komisches Bauchgefühl hatte, wollte er sich das Ganze noch unbedingt von der Uniklinik Heidelberg anhören. Wir hatten Glück und erhielten einen zeitnahen Termin. Angekommen in Heidelberg hat man sich für meinen Vater viel Zeit genommen. Es wurden vorab von einer Assistenzärztin kognitive Übungen mit meinem Vater gemacht, was in Tübingen nicht der Fall war. Wie wichtig das im Endeffekt ist wissen wir natürlich auch nicht. Die Assistenzärztin stellte ihm mehrere Fragen und bat uns noch mal im Wartebereich Platz zu nehmen, da sie nun das erfragte mit ihrer Oberärztin besprechen muss. Kurze Zeit später wurden wir wieder ins Zimmer gerufen und die leitende Oberärztin Frau Dr. Bogdana Suchorska saß bereits am Tisch.
Sie erklärte uns, dass sie nur eine Operation machen würde da es eventuell auch sein kann, dass nach dem der Tumor entfernt worden ist das Liquor wieder von alleine abfließt und dann gar kein Shunt notwendig sein könnte. Sie findet, dass es nicht viel Sinn macht als erstes einen Shunt, der ein Leben lang im Kopf bleibt, einzusetzen. Nach ihrer Aussage, muss er auch nach der Op nicht zwingend in die Reha und etwas wie ein Fahrverbot würde es auch bei der Op gar nicht geben. Außerdem würde sie die Op liegend machen, Tübingen wiederum sitzend.
Wir sind nun hin und hergerissen und wissen ehrlich gesagt nicht nach welcher Klinik wir gehen sollen, da man von beiden Unikliniken nur gutes hört. Wir hätten nicht gedacht, dass es so gravierende Unterschiede in den Vorgehensweisen geben wird.
Ich schreibe hier in der Hoffnung, dass eventuell jemand eine ähnliche Situation erlebt hat oder ihr eure Einschätzung abgeben könnt
