Geschmacksstörungen, Tinnitus, Schwindel- und die finden nichts??

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Kiki13
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Geschmacksstörungen, Tinnitus, Schwindel- und die finden nichts??

Beitrag von Kiki13 » 19.10.2020, 15:19

Hallo liebe Mitglieder,

ich wende mich an Euch, weil ich leider langsam nicht mehr weiter weiß..Alles fing letztes Jahr im April an- da hatte ich, von heute auf morgen, plötzlich Geruchs- und Geschmacksstörungen, ich konnte teilweise fast gar nicht mehr schmecken. Das hat mir natürlich Angst gemacht, bin dann zum Hausarzt und der verschrieb mir Kortison haltiges Nasenspray- das nahm ich über mehrere Wochen ein und diese Geschmacks-/Geruchsstörungen waren von der Intensität nicht konstant- mal konnte ich etwas besser, dann wieder etwas schlechter schmecken und riechen. Bis heute ist es so geblieben, nun kommt aber das, was ich mir nicht erklären kann und weshalb ich hier um Rat bitte.

Im März diesen Jahres, als es mit dem Coronavirus losging, lag ich für eine Woche im Bett, hatte teilweise 40° Fieber, mit dem Schmecken und Riechen war es da natürlich schlimmer..nun gut, ich wurde wieder gesund und das Schmecken und Riechen war wieder teilweise da, so wie es eben immer war, ständig am schwanken..aber ich hatte plötzlich Lagerungsschwindel und extremen Druck auf dem Ohr, das ich nicht wegbekam. Ich wartete ein paar Wochen, als ich merkte, dass der Druck blieb, ging ich zum HNO. Ich machte Übungen gegen den Schwindel und dieser verschwand. Der Arzt stellte eine geringe Hörminderung auf dem rechten Ohr fest, verschrieb mir Kortisontabletten und ich war zuversichtlich. Die Hörminderung war weg.

Aber es folgt noch einiges.. Das war im April. Der Druck ist seitdem geblieben, ich hab im Mai noch einen Tinnitus hinzubekommen..war also wieder beim HNO, der verschrieb wieder Kortison, aber das half auch nicht. War von April bis September bzgl Hörtestungen öfter auch beim HNO, aber von Hörminderung keine Spur. Was mir aber auffiel, dass Musik sich anders anhört oder bestimmte hohe Töne, aber laut Hörtest würde ich gut hören..
Die Geschmacks- und Geruchsstörungen sind auch nie konstant, mal ist es besser, mal schlechter, aber gerade eher schlecht. Seit letzter Woche Mittwoch dann, bemerkte ich Missempfindugen im Gesicht, vor allem am und im Mund, die fühlten sich so taub an, auch fiel mir auf, dass ich nicht mehr viel Speichel produziere (und ich trinke wirklich viel, 3 l am Tag)..Donnerstag dachte ich dann, ich rufe beim Hausarzt an, weil mir das Ganze Angst machte. Der schickte mich sofort ins Krankenhaus, seitdem liege ich nun hier.

Folgendes wurde durchgeführt: ein EEG, MRT des Schädels, EMG, Lumbalpunktion. Alles unauffällig.

Seit Samstag (liege noch immer im Krankenhaus), habe ich auch noch Schwankschwindel bekommen..die Ärzte gehen nicht auf meine Bitte ein, mich nochmal im HNO Bereich zu untersuchen, wollen die einfach nicht, ich solle nur noch ein MRT der HWS bekommen und dann dürfte ich gehen, denn alles sei unauffällig und der Schwankschwindel könnte auch psychisch sein. Heute morgen wollten sie mich in die Psychiatrie verlegen, nachdem ich gestern nur um eine hno ärztliche Vorstellung gebeten habe..die Unterhaltung mit dem Arzt war auch lustig, es schob es auf meine Psyche, sagte aber, im mrt könnte man im linken Sinus eine leichte Schwellung/Verschleimung erkennen..

So langsam weiß ich echt nicht weiter und würde gern wissen, wie ich am besten verfahre..
Müsste man nicht auch ein MRT des felsenbeins durchführen? Wieso schieben die Ärzte das auf meine Psyche, wenn ich so viele Symptome habe und scheinbar immer weitere auftreten?

Kann ein Akustikneurinom so klein sein, dass man es im Kopf MRT nicht erkennt?

Ich würde mich über Eure Erfahrungen/Meinungen sehr freuen!

Kiki13
snowdog
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Re: Geschmacksstörungen, Tinnitus, Schwindel- und die finden nichts??

Beitrag von snowdog » 22.10.2020, 18:56

Liebe Kiki13,
Kann ein Akustikneurinom so klein sein, dass man es im Kopf MRT nicht erkennt?
Ein MRT wird vom Arzt im Rahmen der Diagnose veranlasst, genauer, um den
Verdacht eines Akustikusneurinom auszuräumen. Zu diesem Zweck wird i.d.R.
ein Kontrastmittel verabreicht, welches sich in Tumorgewebe anreichert und sich
erkennbar vom umgebenden Gewebe abgrenzt.

Wird dagegen auf ein Kontrastmittel verzichtet, ist eine Identifikation ungleich schwerer.
Das liegt daran, dass die Ansammlung der Schwannschen Zellen in der frühen
Phase nicht zwingend als fester Körper erkennbar sind bzw. sich nicht immer konturiert
vom umgebenden Gewebe abheben. Erst mit dem Kontrastmittel zeichnet sich
Tumorgewebe auf der Aufnahme durch.

Deine Ausgangssymptome (Geschmacks- und Geruchsstörungen) sind keine
typischen Einschränkungen für ein AN, Hörminderung und Schwindel dagegen schon.
Missempfindungen im Gesicht können dazu kommen (pelziges Gefühl, Taubheitsgefühl).

Du hast bereits diverse Testverfahren durchlaufen, deren Resultate dem HNO
Hinweise geben. Das Zwischenresultat „Tinnitus – Kortison – Hörminderung war weg“
sollte spätetstens nach dem Wiederaufleben der Beschwerden aufhorchen lassen.

Wurdest Du im April auf Covid-19 getestet ?
Eine Infektion sollte natürlich ausgeschlossen sein, zumal die beschriebenen
Symptome einen Anfangsverdacht nicht ausräumen.

Die aktuelle Untersuchungsreihe mit dem Ergebnis „alles unauffällig“ erklärt nicht,
weshalb ein MRT der HWS gemacht werden soll. Wie beurteilt der Facharzt die
leichte Schwellung/Verschleimung ? Hat man Dir das Bild gezeigt und erklärt ?

Offene Fragen solltest Du bei Erhalt des Entlassungsberichts direkt ansprechen,
mit den Befunden kannst Du aber auch später noch eine Beurteilung anderer
Spezialisten einholen. Spekulieren aus einer Verunsicherung heraus ist keine Option,
weshalb die noch anstehenden Untersuchungen weitere Sicherheit geben sollten.

Ich wünsche Dir einen guten Verlauf und gute Besserung, denke positiv !

Beste Grüße
snowdog
snowdog (Moderator seit 4.12) Jg.62,m,verh.,2 Söhne,
AN re.5x8 mm,n-c. suboccipital AN-OP in Offenbach 4.08,
postoperativ Liquorfistel,keine Fazialisparese, einseitig taub,chron.Kopfschmerzen,jährl.Kontroll-MRT f.d.ersten 5 J.
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