1Jahr nach der OP

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Kat
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1Jahr nach der OP

Beitrag von Kat » 28.11.2019, 15:39

Hallo Forum-Nutzer!
Heute möchte ich Euch meine Erfahrungen, den Verlauf der weitestgehenden Heilung, sowie meine jetzige Lebensqualität mitteilen.Ich heiße Kathrin, bin 50 Jahre alt.Nach 2,5 Jahren mit verschiedenen Beschwerden, wie Gleichgewichtsstörung, Schwindel, Erschöpfung, Hörsturz wurde im Juli 2018 die Diagnose AKN lk. 12mal 10mm gestellt.
Ich konnte von Herrn Prof Dr Dr Sudhoff ( Uniklinik Bielefeld) und seinem Team im November erfolgreich operiert werden. Der Tumor wurde vollständig entfernt, ich bin sehr dankbar, glücklicherweise bei Prof Sudhoff „ gelandet zu sein“
Im Zeitraum Juli 2018 bis zur OP hatte ich große Ängste, welche sich leider nach der Anschlussheilbehandlung verstärkten, da ich auf Hilfe angewiesen war, dachte ich oft, dass sich Schwindel, Fazialparese, das Lk Auge schließen zu können, extreme Ohrgeräusche/ Schwerhörigkeit, Ausdauer und Konzentration.... nicht wirklich verbessern würden.
Ich wurde von einer Logopädin behandelt, suchte mir psychotherapeutische Unterstützung, nutze die Möglichkeit einer psychotherapeutischen Reha und übte mich in meinem Gleichgewicht sozusagen „innen und außen.“
Seit Juni 2019 geht es mir jeden Tag besser!!!
Meine positive Lebenseinstellung und Freude am Teilhaben kehrten zurück.
Ich arbeite wieder als Heilpädagogin im Gruppendienst, halbtags.
Mein jetzt achtsames Leben mit viel Bewegung, Hobbys, Quigong, das Achten auf den Körper helfen mir sehr.
Besonders gut finde ich für mich die Behandlung durch Osteopathie, Physiotherapie u Teilnahme am Rehasport.
Restsymptome sind nach wie vor leichter Schwindel, Ohrgeräusche, tränendes lk Auge, Nervenzucken linke Gesichtshälfte,Verspannungen linke Körperhälfte, Kopfschmerzen.Ich habe mich schnell und gut an mein Hörgerät gewöhnt und meine Hörfähigkeit hat sich etwas verbessert, auch habe ich nach der OP keine Nasennebenhöhlenentzündung mehr, Kontrolluntersuchungen finden 4 mal im Jahr beim HNO- Arzt, sowie jetzt aller 2 Jahre durch MRT und Vorstellung beim Professor statt.
Abschließend möchte ich sagen, es geht mir gut!
Ich wurde und werde unterstützt durch Freunde und Familie-das ist mein persönlicher Reichtum!
Herzliche Grüße!
snowdog
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Re: 1Jahr nach der OP

Beitrag von snowdog » 29.11.2019, 23:16

Liebe Kat,

dein Beitrag macht Mut, weil er ein positives Signal ans Ende des ersten Jahres nach der OP
setzt.

Der Jahreszeitraum ist wohl für alle Betroffenen eine Zäsur, die Therapie, eine mögliche
Rehamaßnahme, die frühe Heilungsphase und die Stabilisierung der Symptome -
das alles passiert im ersten Jahr und ist von vielen Hoffnungen, aber auch Ängsten begleitet.

Sehr wichtig scheint mir, positive Entwicklungen und Resultate zu erkennen und zu
registrieren. Auch wenn vorübergehend akute OP-Folgen und z.B. Schmerzsymptome
den Heilungsprozess dominieren, so sind es die kleinen Schritte der Besserung, die
Mut machen und aus denen Kraft zu schöpfen ist.

Genauso wichtig: Der Prozess geht über viele Jahre, nicht nur ein Jahr - dies bedeutet
eben auch, dass Geduld erforderlich bleibt. Selbst zehn Jahre nach der OP lassen sich
kontinuierliche Verbesserungen ausmachen - manchmal gelingt dies erst in einer
vergleichenden Rückschau.

Du hast einen guten Weg gefunden, den Folgen der Tumortherapie zu begegnen.
Eigenbeobachtung und Sensibilität sind hilfreich, Optimismus und Zuversicht notwendig.
Dies gilt auch mit Blick auf die Hilfsangebote, die jeder für sich entdecken muss.

Alles Gute für den weiteren Verlauf und die kommenden "kleinen" Schritte... ;)

Herzliche Grüße
snowdog
snowdog (Moderator seit 4.12) Jg.62,m,verh.,2 Söhne,
AN re.5x8 mm,n-c. suboccipital AN-OP in Offenbach 4.08,
postoperativ Liquorfistel,keine Fazialisparese, einseitig taub,chron.Kopfschmerzen,jährl.Kontroll-MRT f.d.ersten 5 J.
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