Mehrere Ohrgeräusche...wie gehts weiter?

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uli-pulli
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Mehrere Ohrgeräusche...wie gehts weiter?

Beitrag von uli-pulli » 02.09.2019, 12:33

Hallo zusammen!
Ich bin 47 Jahre alt.
Ich hatte vor ca. 8 Jahren eine vollständige Akustikusneurinom-Entfernung durch Dr. Tatagiba in Tübingen. Der Tumor begleitete mich, vor der MRT-Diagnose, mit Schwindel und Ohrgeräuschen ca. 20 Jahre lang. Infolge war er bei der OP auch schon ziemlich groß und drückt auf das Stammhirn.
Laufen konnte ich nach ein paar Wochen wieder einigermaßen. Gesichtslähmung ist weitestgehend weg. Auf einem Ohr bin ich Taub.
Nun mein Problem. Ich habe kurz vor der OP und auch bis jetzt in unveränderter Form einen geräuschabhängigen Tinnitus. Das heißt, ich habe ein Dauerrauchen/plätschern im Kopf/Ohr?, das auf jedes Geräusch reagiert und dann entsprechend lauter wird. Sogar wenn ich selbst spreche. Das ist sehr störend. Kennt das jemand? Nun bin ich Sport und Techniklehrer und bin ständig, vor allem in der Sporthalle, Lärm ausgesetzt. Mittlerweile habe ich noch seit ca. 3 Jahren einen unregelmäßigen Pfeifton im Kopf. Das erste mal dachte ich in der Nachbarschaft piepst irgendwo ein Feuermelder. Weiter habe ich jetzt noch sein ca. 6 Monaten einen Brummton. Alles in Allem gehe ich mittlerweile psychisch ziemlich am Stock. Wie gehe ich denn damit um, hat jemand eine Lösung. Ich war nie deswegen Krankgeschrieben. Ich habe große Angst, das die weiteren Tinnitus von der Lärmbelastung habe und das es noch schlimmer wird und meine Lebensqualität noch schlechter wird, bzw. unertragbar?? Abends und Nachts sind die beiden hinzugekommen Tinnitus belastend und Tagsüber dieses geräuschabhängige Plätschern/Rauschen (als ob man unter der Dusche steht). Ich habe immer mehr das Gefühl ich kann nicht mehr so weitermachen. Weiter kommt noch diese ständige Müdigkeit hinzu. Ich lese eine Seite und dann kann ich oft nicht mehr? Kennt das vielleicht jemand.
Wie soll ich denn damit jetzt umgehen, vor allem wegen meiner Arbeit? Ich habe keine Ahnung wo ich ansetzen soll.
Liebe Grüße
1972, Diagnose 15.06.2010, AN rechts T3b 14mmx18mmx12mm, rechts Taub, OP am 19.08.2010 in Tübingen, Prof. Tatagiba Tübingen, seit Tag12 nach OP leichte Facialisparese,
nati50
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Re: Mehrere Ohrgeräusche...wie gehts weiter?

Beitrag von nati50 » 03.09.2019, 22:53

Lieber Uli-Pulli,

ich kenne das. Bei mir wurde das AKN im Juni 2017 diagnostiziert und im Juli im Gamma-Knife-Zentrum bestrahlt. Bis dahin hatte ich keinen Tinnitus. Dieser stellte sich erst ein paar Monate nach der Bestrahlung ein und begleitet mich bis heute. Gelegentlich kommt ein metallisch klingendes Klirren zu dem Tinnitus hinzu. Je lauter der umgebende Lärm, desto empfindlicher reagiere ich auch darauf. Und wenn ich in bestimmten Stresssituationen bin - ich bin übrigens auch Lehrerin und kenne deinen Alltag und die damit einhergehenden täglichen Belastungen in den Schulklassen (Sek. II, Berufskolleg) wird es auch belastender. Selten kommt ein kurz andauernder Piepton, der nach einigen Sekunden wieder vergeht.

Tagsüber schaffe ich es mich gut abzulenken mit der Arbeit, Garten-Hobby etc. und versuche, gar nicht daran zu denken. Vllt. hast du ein schönes Hobby, bei dem du gut abschalten kannst und du den "Hebel umlegen kannst". Dann verschwinden bei mir zumindest die belastenden Geräusche. Wenn ich mich auf die Geräusche fokussiere, nehme ich sie stärker wahr. Lenke ich mich ab, kann ich das mittlererweile gut ausklinken, solange ich beschäftigt sind. Versuche ruhig zu bleiben, denke an etwas anderes, konzentriere dich nicht auf die Geräusche. Das ist am Anfang schwer, klappt aber dann auf Dauer.

Dann habe ich auch gelesen und von einer Freundin gehört, dass es in Bad Arolsen eine Klinik mit dem Schwerpunkt "Tinnitus-Therapie" gibt, vllt. ist das auch eine Alternative für dich, um besser mit den Nebengeräuschen umgehen / leben zu können.

Ich habe mir vor 6 Wochen beim Akustiker zunächst nur einen speziellen Ohrstöpsel anfertigen lassen, der den umgebenden Lärm um 20dB in allen Tonbereichen reduziert, so dass die Hörbelastung, die zu dem verstärkten Tinnitus führt, weniger wird und damit hoffentlich auch der laute Tinnitus. Probiere ich jetzt aus, ob es funktioniert. Hat mir mein HNO Arzt geraten, es mal auszuprobieren (auch wenn ich bereits aufgrund der Bestrahlung schwerhörig bin - es geht ja nicht um die Hörverbesserung, sondern um die Reduzierung der umgebenden Lautstärke).

Du hast wahrscheinlich auch Sek.II Schüler, die mitunter verhaltensauffällig oder auch mal öfters etwas lauter im Unterricht werden oder einfach stören. Das macht das Unterrichten deutlich schwerer, kostet enorm Kraft dagegen an zu kommen etc. …. Ich gehe mit meiner Erkrankung ganz offensiv um und spreche mit all meinen Klassen ganz offen über das AKN und die Folgen/Konsequenzen für mich. Meine Schüler/innen zeigen größtenteils Verständnis und so verhalten sie sich auch ganz anders im Unterricht als sie es sonst bei anderen Kollegen tun. Vllt. hilft dir dieser Rat von mir im Umgang mit deinen SuSn. Ich mache hier nur positive Erfahrungen und appeliere an die Vernunft und die Sozialkompetenz der SuSn. Ich "oute" mich sozusagen als "Inklusionsfall" und fahre fast immer ganz gut damit. Meine Schulleiterin ist hier auch sehr verständlich..... Auch versuche ich mehr Gruppenarbeit mit Blick auf selbstständiges Lernen, um mich zurückzunehmen und den Druck/Belastung zu reduzieren. Dadurch ist der Tinnitus auch weniger. …

Ich hoffe, dir ein paar Tipps geben zu können.

Kopf hoch, positiv denken und das beste aus der Situation machen ist meine Devise.

Ganz liebe Grüße
Nati50
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Re: Mehrere Ohrgeräusche...wie gehts weiter?

Beitrag von nati50 » 03.09.2019, 23:13

Lieber Uli-Pulli,

ein kleiner Nachtrag noch: Mit dem Lesen abends vor dem Einschlafen oder nachmittags, geht es mir genauso. Ich schaffe meistens nur ein zwei Seiten und dann bin ich müde, schlafe dann aber trotzdem nicht sofort ein. Hier denke ich, dass ist die ganz normale Erschöpfung, dass das Lesen auch als Anstrengung vom Gehirn wahrgenommen wird, bei dem Stress, dem du zur Zeit (Schuljahresanfang) und dann im laufenden Alltag ausgesetzt bist, gekoppelt mit der gesundheitlichen Einschränkung und starken Belastung.

Lieber Uli-Pulli, bevor es unerträglich wird und du in eine Depression absacken könntest, dann solltest du den Nothebel ziehen und mit deinem Arzt über eine angemessene Auszeit sprechen um neue Kraft zu schöpfen. Deine Gesundheit gibt dir niemand zurück. Ich bin vor zwei Jahren bis zum Äußersten gegangen, bis ich nicht mehr konnte, dann 6 Wochen Auszeit, die taten mir richtig gut. Aber selbst wenn ich nicht mehr kann, habe ich mit meinem Arzt vereinbart, dass ich mich bei ihm melde, und dann bekomme ich meine Auszeit. Ein zweites Mal lasse ich es nicht mehr so weit kommen. Die Schule und noch weniger die Schüler danken es dir (bekomme ich immer wieder zu hören). Sprich bitte mit deinem Arzt und nimm dir eine Auszeit. Ich glaube, die tut dir gut.

Liebe Grüße
Nati50
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Harald87
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Re: Mehrere Ohrgeräusche...wie gehts weiter?

Beitrag von Harald87 » 06.09.2019, 14:11

Hallo ulli-pulli,

warst du wegen dem Tinnitus schon bei einem Facharzt und hast ihm deine Sorgen und Probleme erklärt? Auf welcher Seite ist er überhaupt? Es klingt so als wäre er auf beiden Seiten?
Vor allem wenn sich das Geräusch verändert bzw. wie bei dir neu auftritt, sollte man vlt doch noch mal Ursachenforschung betreiben bzw. schauen, was los ist. Methodiken gibt es dafür, um Stärke etc zu bestimmen. Hörtest etc.
Tinnitus kann körperliche als auch seelische Gründe haben. Vlt. ist es ein Überbleibsel von der OP. Vlt. sendet der Hörnerv noch Fehlinformationen, die du auf der tauben Seite nun als Brummton wahrnimmst.
Es hört sich aber auch so an, als belaste das Gesamte psychologisch dich sehr stark, Vlt. hilft da auch mal eine Kur oder Entspannungsübungen? Es gibt auch sog. Bewältigungstraining und Verhaltenstraining.

Dazu musst du aber erstmal das Problem in die Hand nehmen und dir Hilfe suchen. Es hilft nix, sich Sorgen zu machen und diese in sich hinein zu fressen. Anlaufstelle wäre da denke ein HNO-Arzt oder die Op-Klinik.

Arbeit wäre mir da zweitrangig erstmal wenn du deshalb kurzfristig KO-Tage oder krank machen musst. Das Geräusch mindert deine Lebensqualität, du bist fertig und das führt zu schlimmeren Ergebnissen.
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Re: Mehrere Ohrgeräusche...wie gehts weiter?

Beitrag von uli-pulli » 06.09.2019, 22:28

Vielen Dank für die Antworten!
Ich habe diesen geräuschabhängigen Tinitus schon seit kurz vor der OP. Das heißt wenn ich in unserer überlauten Sporthalle unterrichte wird das rauschen auch total laut. Selbst wenn ich selber spreche reagiert das Rauschen/Plätschern und wird lauter. Es ist immer da...seit 8 Jahren. Abends in die Kneipe gehen ist eigentlich nicht wirklich möglich. Da muss man mir schon fast direkt ins Ohr sprechen. Mit mehreren Leute am Tisch unterhalten geht nicht. Die zwei anderen Tinitus kamen erst später hinzu. Ich muss sagen, dass ich nur Sport und Technik unterrichte und auch nur dafür ausgebildet bin. (Fachlehrer). In diesen Fächern, vor allem in Sport ist es einfach immer laut. Das heißt, ich arrangiere mich mittlerweile seit ca. 8Jahren mit dem geräuschabhängigen Tinnitus. Jetzt erst seit ich die zwei anderen Tinnitus hinzubekommen habe frage ich mich ob meine Arbeit schuld daran ist an den zwei neuen Störenfrieden. Jetzt bin ich total verunsichert, verängstigt mich weiter dem Lärm auszusetzen. Ein lärmreduzierenden, angepassten Ohrstöpsel hatte ich auch schon, bringt aber komischer weise gar nicht so viel, das Rauschen wird trotzdem sehr laut. Ich habe das Gefühl, dass es nicht wirklich was bringt wenn ich sechs Wochen fehle. Ich habe mehr das Problem, wie ich das die nächsten 20 Jahre meistern soll. Wenn ich öfters länger fehle, schicken die mich vielleicht in Rente, das wäre ja auch mist....Abzüge (bin ja nur A9) usw. Bisher habe ich im Schnitt 10Tage Fehlzeiten im Jahr gehabt, dass aber meist auch nur weil die Kinder krank waren. Aber irgendwie kommt seit den neuen Störgeräuschen immer mehr die Angst auf, wie es weitergehen soll...ich habe ja auch Verantwortung gegenüber meinen Kleinkindern gesund zu bleiben. Ich weiss gar nicht was ich machen soll. Innendienst...? Wenn man nicht viel lesen muss würde das gehen...geht das einfach zu wechseln? Liebe Grüße Uli
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Re: Mehrere Ohrgeräusche...wie gehts weiter?

Beitrag von nati50 » 07.09.2019, 18:04

Lieber Uli-Pulli,

beruflich würde ich mir jetzt keine Sorgen machen, sondern an deine Gesundheit denken. Das ist das, was im Vordergrund steht. Du bist noch recht jung und hast noch viele Jahre vor Dir.

Wenn du verbeamtet bist kann man dich nicht so einfach in den Ruhestand schicken. Es gibt Möglichkeiten, dich bei der Bezirksregierung, schulaufsicht etc. einzusetzen. Da du „nur“ A9 bist ist das im Gegensatz zu mir einfacher, da die dort Tätigen in der Regel auf derselben Besoldungsstufe sind.

Hast du schon einen Schwerbehindertenausweis? Bei einseitig taub bekommst du 30 %. Wenn nicht, würde ich dies sofort beantragen und dann im zweiten Schritt die Gleichstellung auf 50%.
Bei 50% bekommst du zwei (oder mehr) Ermäßigungsstunden bei vollem Gehalt. Auch bekommst du dann viele Sonderrechte .

Du solltest dich diesbezüglich einmal mit der / den für deinen Bezirk notwendigen Schwerbehindertenbeauftragten in Verbindung setzen. Das gibt Dir vllt etwas mehr innere Ruhe bezgl. deiner beruflichen Zukunft.

Und noch ein Rat: nimm dir eine Auszeit, Zeit für dich, weg vom Schulalltag und zwar solange du diese brauchst.

Ganz liebe Grüße
Renate
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Re: Mehrere Ohrgeräusche...wie gehts weiter?

Beitrag von elf » 08.09.2019, 10:28

Alles in Allem gehe ich mittlerweile psychisch ziemlich am Stock.
Geteiltes Leid ist halbes Leid:

DAS GEHT MIR AUCH SO.
uli-pulli hat geschrieben:
06.09.2019, 22:28
Abends in die Kneipe gehen ist eigentlich nicht wirklich möglich. Da muss man mir schon fast direkt ins Ohr sprechen. Mit mehreren Leute am Tisch unterhalten geht nicht.

Auch, wenn ich wenig unter Tinnitus leide...
Wir sind einohrig.
Wir können nicht orten, welche Töne von wo kommen.
Wir sind lärmempfindlich.
Wir können Kneipen kaum aushalten.
In diesen Fächern, vor allem in Sport ist es einfach immer laut.

Daher würde ich mit den Arbeitgebern und den Ämtern besprechen, was möglich ist.
Jetzt bin ich total verunsichert, verängstigt mich weiter dem Lärm auszusetzen....Ich habe mehr das Problem, wie ich das die nächsten 20 Jahre meistern soll.

Das kann wohl jeder verstehen, der in einer AN-Situation steckt und unter Einohrigkeit, schlechtem Recruitment und Tinnitus leidet.
____________
Recruitment in Wikipedia:
Bei Schwerhörigkeiten, die erst in den Hörnerven oder im Gehirn entstehen (z. B. Akustikusneurinom), tritt kein Lautheitsausgleich auf; hier hört der Schwerhörige auch laute Töne leiser als der Normalhörende.
_____________
Innendienst...? Wenn man nicht viel lesen muss würde das gehen...
Ja!
Irgend eine Tätigkeit, die nicht mit systemimmantem Lärm (und Geräusch-Ortungs-Notwendigkeit) einhergeht.
Eigentlich ist es nicht empfehlenswert, einen Sportlehrer zu haben, der nicht orten kann, wo es gerade gekracht hat.


Ich drücke die Daumen.
MRT Mai 2016: AN 21 x16 x 13mm
Juni 2016: Cyberknife
MRT Nov. 2016: Induzierte Schwellung
MRT Juni 2017: Weiter geschrumpft
MRT Juni 2018: Größe unverändert
MRT Juni 2019: Weiter geschrumpft
Harald87
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Re: Mehrere Ohrgeräusche...wie gehts weiter?

Beitrag von Harald87 » 09.09.2019, 14:39

Hallo ulli-pulli,
leider verstärken Sorge, Stress und Ängste den Tinnitus. Das heißt es wäre sicherlich günstig, wieder Ruhe und Ordnung in dein Leben zu bringen. Als Beamter hast du es da relativ einfach, versetzt zu werden auf einen "ruhigeren" Posten.
Auch Schwerbehinderung beantragen (unbedingt die psychischen Probleme mit erwähnen etc) oder bei <50% GDB Gleichstellung beantragen ist hilfreich. Wenn dir das selbst zu viel ist hilft der VDK (Mitgliedschaft ~30 Euro im Jahr, Kosten Beantragung Schwerbehinderung mit Beratung sind glaube um die 30 Euro). Habe ich in Anspruch genommen, auch wenn bei mir "nur" 30% und Ablehnung Gleichstellung (da ich im öD ja nicht gefährdet wäre, rauszufliegen... also erst wieder wenn Job weg, sehr genial) rauskam. Der VDK hilft dir evtl. auch bei Auseinandersetzung mit deiner Laufbahn und Schwerbehindertenbeauftragten o.Ä..

Zum Arzt und das Durchtesten und mit MRT kontrollieren lassen (wenn das nicht mehr geschieht bei dir) würde ich trotzdem. Interessant wäre ja auf welcher Seite du den Tinnitus wahrnimmst. Auf dem tauben Ohr? Dann ist es eher weniger Lärm, sondern eher der Stress. Auf dem gesunden? Vlt. einen "Noiser" probieren als Hörgerät? Das du schlechter hörst in größeren Gruppen ist leider als einohriger normal.

Zum kranksein: Nach "fertig sein" durch Geräusche und Stress kommt irgendwann der Burnout oder Ähnliches, dann fällst du richtig lange aus und deine Arbeitstelle hat davon erst recht nichts. Und du auch nicht. Also gehe es jetzt an.

Mit freundlichen Grüßen
Harald
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