Muskelplombe, Narbengewebe oder Resttumor?

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alx342ex
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Muskelplombe, Narbengewebe oder Resttumor?

Beitrag von alx342ex » 23.02.2020, 13:58

Hallo liebe Mitglieder des Forums,

ich wurde Ende September 2019 wegen eines Akustikusneurinoms rechts Operiert. Mein Neurochirurg hat mir nach der OP von einer komplikationslosen Resektion des Akustikusneurinom berichtet. Es konnte der komplette Tumor entfernt werden.

Das Restgehör wie vor der Operation konnte ebenso erhalten bleiben. Nach 3 Wochen habe ich eine Gesichtslähmung bekommen, die sich allerdings nach ein paar Wochen wieder zurückgebildet hat.

Nach etwa 140 Tagen wurde ein Kontroll-MRT durchgeführt. Der Schock ist auch nach einer Woche spürbar. Es wurde ein Punkt gefunden wo Kontrastmittel aufnimmt. Mein Operateur meinte aber er hätte diesen Punkt bei der Operation sehen müssen. Er hat sich das Videomaterial der OP nochmals angesehen und hat mir Berichtet, dass er auch dort kein Tumorrest sehen hat können. Von dem was er in der OP, Videomaterial und seinem Gefühl sagen kann, denkt er nicht an einem Resttumor. Ausschließen kann er es aber nicht. Es wird von einer Muskelplombe oder Narbengewebe gesprochen.

Ich selbst habe mir nochmals den makroskopischen Laborbericht durchgelesen. Dort wurde von einem entfernten Tumorgewebe mit den Maßen von 8 x 5 x 2 mm berichtet. Bei den MRT Aufnahmen vom Juli 2019 wurde allerdings eine Größe von 11 x 8 x 5 mm berichtet. Was genau hat der Größenunterschied von 3 x 3 x 2 mm zu bedeuten? Wurde nicht alles erwischt oder ist der Größenunterschied zwischen MRT Bildern und dem entfernten Tumorgewebe nicht vergleichbar?
Welche Erwartungen hat man bei den Kontroll-MRTs? Sollten die MRT Bilder nach 140 Tagen aussehen wie auf der gesunden Seite, oder kommt es häufiger vor, dass eine „Kugel“ sichtbar ist wo Kontrastmittel aufnimmt?

Habe sehr große Unruhe davor, dass ein Resttumor vorhanden ist, wächst und mir das restliche Gehör vernichtet.

Gerne stelle ich die vor und nach Operation MRT Bilder für diejenigen Bereit, die sich die Sache genauer ansehen wollen.

Hier ein ausschnitt des Radiologischen Befundes: „Nach Resektion eines extra- und intrameatalen Vestibularisschwannoms noduläre KM-Anreicherung intrameatal; wohl Z.n. Einbringung einer Muskelplombe; allerdings ist hier früh-postoperativ eine Diffeienzierung zwischen postoperativen Veränderu n gen u nd Resttu morgewebe nicht mög I ich.“

Das nächste Kontroll MRT ist in 6 Monaten / August. Soll ich bis dahin meine Füße stillhalten, oder eine Zweitmeinung von einer anderen Uniklinik einholen?

LG
Maton
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Re: Muskelplombe, Narbengewebe oder Resttumor?

Beitrag von Maton » 23.02.2020, 20:11

Hallo alx342ex,

bei mir war die Situation ähnlich. Bei den MRT Bildern nach 3 Monaten zeigte sich eine ganz kleine weiße Stelle. Mein Radiologe vermutete mit hoher Wahrscheinlichkeit Narbengewebe. Der ärztliche Bericht der Neurochirurgen bewertete die Bilder nach wie vor als Totalresektion. Beide haben Recht gehabt! In den darauffolgenden MRT Bildern nach 12 und 24 Monaten war nichts mehr zu sehen. Die operierte und gesunde Seite sehen mittlerweile gleich aus. Drücke Dir die Daumen, dass es bei Dir genau so ist!
Jacmary
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Re: Muskelplombe, Narbengewebe oder Resttumor?

Beitrag von Jacmary » 24.02.2020, 08:18

Hallo alx342ex,

bei mir war jetzt - 15 Monate nach OP - auch immer noch kontrastmittelanreicherndes Gewebe zu sehen, wenn auch weniger als vor 1 Jahr. Sowohl Radiologe als auch Operateur haben das als normalen postoperativen Befund bewertet, im Sinn von Narbengewebe. Ein Muskelpatch würde ähnliche Bilder zeigen, aber dazu hätte ja der Operateur am ehesten etwas sagen können müssen...
Ich verstehe deine Sorge gut, auch ich hatte irgendwie gedacht, es dürfte nichts mehr zu sehen sein. Habe mich dann - u.a. hier im Forum - umgehört bzw. - gelesen und festgestellt, dass wohl tatsächlich weiterhin eine KM-Anreicherung noch länger zu sehen sein darf. Es spricht für deinen Operateur, dass er sich die Mühe gemacht hat, alles nochmal genau anhand der Videoaufnahmen zu überprüfen.
Und: du wirst nie von einem Arzt eine 100%ig sichere Aussage bekommen. Der Zusatz " kann man nicht völlig ausschließen" ist zur eigenen Sicherheit fast schon Standard bei Ärzten; bin selbst von der Zunft.
Leider kann ich definitiv keine MRT-Bilder beurteilen, kann dir diesbezüglich also keine weitere Hilfe anbieten.

Mein Rat an dich ist, so gelassen wie möglich die nächste Untersuchung abzuwarten. Ich wünsche dir, dass das gelingt und du im August positive Gewissheit bekommen wirst!

Herzliche Grüße,
Jacmary.
1961, w., AN T2, 18 Mon. "wait and scan", suboccipitale OP 10/2018 in Tübingen (Prof. Tatagiba), post op hochgradige Schwerhörigkeit rechts, kein Tinnitus, Facialisschwäche nach wenigen Tagen zurückgebildet. AHB in Bad Krozingen.
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Re: Muskelplombe, Narbengewebe oder Resttumor?

Beitrag von snowdog » 25.02.2020, 01:40

Hallo alx342ex,

ich möchte Maton und Jacmary beipflichten, lass die nächste MRT-Kontrolle
auf Dich zukommen. Übertriebene Sorge ist in der frühen postoperativen Phase
keine rechte Hilfe.

Die Beurteilung des Narbengewebes bzw. Resttumors anhand der Größen-
und Volumenangaben ist schwierig. Der verbliebene Rest ist nicht einfach eine
Subtraktion vorher/nachher, Lage und Beschaffenheit des Tumors am Nervengewebe
können trotz „vollständiger“ Resektion eine stattliche Narbe hinterlassen.

Ähnlich wie die OP-Narbe muss auch die Stelle, an der das Zellgewebe
entnommen wurde, verheilen. Dies kann durchaus über den ersten MRT-Termin
hinaus gehen und längere Zeit Unklarheit in der Beurteilung bestehen lassen.

Das tatsächliche Beschwerdebild steht im Fokus, wie entwickelt sich das Hörvermögen,
gibt es eine Parese und stabilisiert sich ein Zustand über die kommenden Monate.
Die folgenden MRT-Kontrollen, am besten mit unveränderter Schnittführung und vom
gleichen Radiologen durchgeführt, geben Aufschluss über das OP-Ergebnis.

Alles Gute für den weiteren Verlauf.

Beste Grüße
snowdog
snowdog (Moderator seit 4.12) Jg.62,m,verh.,2 Söhne,
AN re.5x8 mm,n-c. suboccipital AN-OP in Offenbach 4.08,
postoperativ Liquorfistel,keine Fazialisparese, einseitig taub,chron.Kopfschmerzen,jährl.Kontroll-MRT f.d.ersten 5 J.
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