Schwindel und Spannung im OP-Bereich

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Resa89
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Schwindel und Spannung im OP-Bereich

Beitrag von Resa89 » 06.10.2021, 11:46

Hallo zusammen,
Ich wurde 2018 an einem Akustikusneurinom von Prof Strauss operiert. Seither habe ich immer wieder Spannung im OP Bereich und Schwindel. Kann dies evtl.mit dem fehlenden Knochen zusammenhängen das die Spannung immer wieder auftritt?
Viele Grüße
Theresa
Harald87
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Re: Schwindel und Spannung im OP-Bereich

Beitrag von Harald87 » 06.10.2021, 19:49

Huhu,
die OP hinterlässt Narben und die können schon negative Empfindungen bewirken. Spannung wäre denkbar. Leidlich ist die Narbenbehandlung nach OP gerne etwas mau, da muß man teilweise schon selbst die Creme dabei haben. Ob man da nach 3 Jahren mit normalen Cremes o.Ä. aushelfen kann sollte man auf einen Versuch ankommen lassen.
Der Schwindel als Problem der Narbe oder des fehlenden Knochen würde ich bezweifeln. Was sagen die Kontrollmrts, wie war der Schwindel vor der OP, wie nach der OP? Wurden Übungen dazu gemacht?
Schwindel der jetzt neu entstanden ist würde ich zumindest den HNO-Arzt dazuziehen oder besser die operierende Stelle. Dort kann man auch das Spannungsgefühle rund um die OP Gegend abklären.

Mit freundlichen Grüßen
Harald
Resa89
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Re: Schwindel und Spannung im OP-Bereich

Beitrag von Resa89 » 06.10.2021, 20:05

Vor der OP bestand kein Schwindel deshalb ist es jetzt umso schlimmer.immer ein Gefühl als wäre man betrunken das ist teilweise ziemlich anstrengend.Im November habe ich wieder einen MRT Termin und die Auswertung.Auch will Prof.Strauss mir den fehlenden Knochen evtl.wieder einsetzen in der Hoffnung das dass spannungsgefühl besser wird.Ich weiß mir sonst auch keinen Rat mehr und bin ziemlich am Ende.
Harald87
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Re: Schwindel und Spannung im OP-Bereich

Beitrag von Harald87 » 06.10.2021, 21:21

Huhu,
also meint der Prof das Spannungsgefühl wird durch den fehlenden Knochen verursacht? Ist das Stück so groß?
Ich kenne Spannungsgefühl o.ä. eher als Problem vom Narbengewebe. Da meist aber relativ zeitnah nach OP im Heilungsprozess. Da half mir bzw. denen die es in der Reha angesprochen haben Creme drauf. Ärgern tat mich dazu das das nicht prophylaktisch gleich von der Klinik genutzt wird. Die kriegen das aber nicht bezahlt. Hinweisen drauf tun sie aber auch nicht.
Ferndiagnose ist schwer, nach drei Jahren wird es ne Creme höchstwahrscheinlich auch nicht richten... Wobei die 10 Euro als Versuch wäre es mir wert. Anlaufstelle über den Operateur hinaus wäre denke ein spezialisierter Schmerztherapeut.


War der Schwindel direkt nach der OP da oder hat er sich in den drei Jahren sukzessive verschlechtert? Schwindel ist an sich nach der OP normal, da man da den Gleichgewichtsnerv durchtrennt. Es fehlt dann plötzlich eine Seite als Info. Daran gewöhnt sich der Körper an sich aber. Unterstützen kann man das immer mit Übungen dazu. Gibt's überall Anleitungen dafür, dadurch lernt der Körper das auszugleichen.

Perse würde ich wegen dem Spannungsgefühl einen Schmerztherapeuten oder Spezialisten aufsuchen. Gleichgewicht ist entweder noch direkte Folge der OP, dann hilft nur üben üben üben. Wenn das Gleichgewicht sich verschlechtert hat über die letzte Zeit würde ich HNO Besuch abstatten. Da der Nerv einseitig durchtrennt ist, sollte das Problem nämlich eher nicht von der Opseite kommen.

Mit freundlichen Grüßen
Harald
snowdog
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Re: Schwindel und Spannung im OP-Bereich

Beitrag von snowdog » 10.10.2021, 23:49

Liebe Resa89,

von einem direkten Zusammenhang zwischen dem Spannungsgefühl und
den Schwindelsymptomen hat im Forum bisher noch niemand berichtet –
dass beide Beschwerden nach einer OP verstärkt auftreten können, ist
zumindest nicht außergewöhnlich.

Beim suboccipitalen Zugang wird typischerweise ein Knochenstück nicht viel
größer als eine 2-Euro-Münze ausgefräst – der Verschluss kann mit einem
„Knochendeckel“ oder durch blosses Vernähen der inneren und äußeren Hirnhaut
erfolgen. Mein Operateur erklärte mir, letzteres wäre das Verfahren zur Wahl,
der Bereich sei durch die zähen Häute sehr gut geschützt und der Narbenbereich
könne gut ausheilen. Zwar war anfangs das Gefühl einer „Delle“ im Hinterkopf beim
Ertasten etwas unangenehm, schmerzhaft war dies aber zu keinem Zeitpunkt, unter
dem Haar nicht auffällig und irgendwann nicht mal mehr störend.

Tatsächlich ist aber der gesamte Hinterkopfbereich oberhalb des Nackens
ursächlich für Spannungsschmerzen, eine extreme Verhärtung über einen längeren
Zeitraum hat Einfluss auf den Blut- und Lymphkreislauf, die Versorgungswege im
Hinterkopf verengen zu einem schmalen Kanal. Das im Normalfall elastische Gewebe
beschrieb meine Osteopathin bildhaft wie bei einer „Kokosnuss“ - durch manuelle
Therapie gelang es damals, die Elastizität zunehmend wieder herzustellen.
Die Massagen waren schmerzhaft und erholsam zugleich, Bewegungen wie Kopfdrehen
und Nackendehnen waren nach einiger Zeit wieder möglich und Kopfschmerzattacken
wurden in der Folge seltener.

Zum Schwindel hat Harald87 bereits Hinweise gegeben, meine eigenen Erfahrungen
haben gezeigt, dass anfängliche Beschwerden mit der Zeit nachlassen – ganz weg
sind sie allerdings nicht. Die Kombination beider Symptome ist eine unangenehme
Erscheinung (insbesondere anfänglich nach der OP), in meinem Fall war sie
allerdings vorübergehend. Eventuell trägt die Linderung einer Symptomatik zugleich
zur Besserung der anderen bei, Eigenbeobachtung und Protokollierung sind auch hier
also sinnvoll.

Alles Gute und baldige Besserung.

Beste Grüße
snowdog
snowdog (Moderator seit 4.12) Jg.62,m,verh.,2 Söhne,
AN re.5x8 mm,n-c. suboccipital AN-OP in Offenbach 4.08,
postoperativ Liquorfistel,keine Fazialisparese, einseitig taub,chron.Kopfschmerzen,jährl.Kontroll-MRT f.d.ersten 5 J.
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